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Ionisches Meer- Revierinfos

von Peer Millauer, SY "Neráida"
E-Mail: gabyundpeer@neraida.de

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Nach 5 Wochen auf unserem neuen Schiff "Neraida" im Ionischen Meer hier einige Revierinfos:

Werften


yard.jpg 300x225 Kiriácos Boatyard in Steno (zwischen Nidri und Vliho - Ostküste Lefkas)
Die Brüder Kiriácos und Evangeli sind zwei Griechen wie aus dem Bilderbuch. Sehr gute Bootsbauer und Seeleute. Man muss sie allerdings zu nehmen wissen in ihrer manchmal muffigen und abweisend wirkenden Art. Beide reden englisch, und wenn man mal den Draht zu ihnen gefunden hat, dann kommt man auch gut mit ihnen aus. Absolut phantastisch, wie sie auf die traditionelle Art die Schiffe aus und ins Wasser befördern. ( Dazu später noch ein gesonderter Artikel ). Über Preise wird auf dem Boatyard nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Ich möchte dieses "Gesetz" auch hier nicht brechen und sage nur, dass das Überwintern von Schiffen von 2 bis 200 Tonnen viel preiswerter ist , als auf den Werften von Preveza und Lefkas.

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Nidri

Als Ansprechpartner und "Mädchen für alles" gibt es einen netten Österreicher auf dem Yard namens "Fritz" . Er lebt seit über zehn Jahren auf seiner Yacht "Kristina" auf oder bei dem Boatyard. Er betreut Schiffe gegen Entgelt und erledigt alle Arbeiten am Schiff zuverlässig und gut.

Preveza Marina, Cleopatra Marina, Aktio - Marina
Alle nebeneinander neben dem Flugplatz von Preveza, direkt am Kanal zum Ambrakischen Golf. Preislich tun sie sich nicht weh, alle das gleiche Niveau zwischen 1400 und 1600 Euro für 8 Monate Stellplatz inkl. Auflanden und Wassern des Schiffes*. Akti ist noch die preiswertere Marina, allerdings auch die weniger komfortable. Cleopatra baut eine neue Marina im Kanal für ca. 300 Stellplätze mit allen Versorgungseinrichtungen, die nächstes Jahr in Betrieb gehen wird. Cleo und Preveza M. haben einen Travellift bis zu 50 t, Akti hat einen überdimensionierten Slipwagen, der per Traktor gelenkt wird. Die Yachten stehen auf 4 Stahlböcken, die miteinander verkettet und somit erdbebensicher sind, ein für dieses Gebiet nicht unerhebliches Argument! Eigenarbeiten am Schiff sind i.d.R. möglich, Fremdarbeiten, also Aufträge an Firmen oder Personen außerhalb des Werftgeländes, sind nicht gerne gesehen oder per Vertrag verboten. Näheres im Kleingedruckten des Vertrages. Aufpassen!

*für ein Schiff unserer Größe, also 10,5 Länge, 1,80m Tiefg., 3,50m Breite, 6 t.

Lefkas Marina
Teuer!
Liegeplatz pro Monat in der Haupsaison 400 Euro. Nebensaison 265 Euro. Jahresplatz: 3100,- Euro + MWSt. und damit schon zur Bedeutung des Kleingedruckten: Alles hier aufzuführen würde zu weit gehen, nur soweit: alles genau lesen! Z.T.kommt es zu erheblichen Verteuerungen durch Zusatzleistungen und Sonderregelungen , wie z.B. : "Wenn zwischen dem 1. 11. und dem 31.3 auf dem Schiff gelebt wird, das an Land steht, so werden 5 € pro Tag aufgeschlagen und die Elektrizität wird gesondert per Zähler abgerechnet" . Trailer, Wohnwagen, Gepäckaufbewahrung, Abwässer, etc, werden extra berechnet und zwar pauschal immer pro Tag oder Menge. Travellift bis 50 t.

Erdbebensichere Standplätze. Keine Fremdarbeiten. Travellift: 141,- € pro Bewegung, Propping ( Aufstützen des Schiffes ): 62.- €, Propping charge (!) nach den ersten 30 Tagen: 33 €/ Monat (!) Hochdruckreiniger: 45,- €. Da alle Preise pro Meter Länge berechnet werden ist das Preisgefüge sehr unübersichtlich und täuschend. Genau rechnen! Wir sind mit allem drum und dran auf : 1900.- Euro gekommen für 8 Monate. Sehr wahrscheinlich liegt der Endpreis noch 10 - 20 % höher.

Schiffsbetreuung und Reparaturen

Ionian Boat Assistance
Eine professionell britisch geleitete Firma an der Wasserfront von Nidri, die einen sehr integren und zuverlässigen Eindruck macht. Repariert und betreut Schiffe . Verfügt über eine begrenzte Anzahl von Liegeplätzen an den Piers von Nidri. Dauerlieger werden mit Heckanker gesichert und mit dem Bug in den Schlick gefahren, von wo aus Landleinen zum Ufer ausgebracht werden. Sicher! Preise: 10 - 12 m - Yacht: 17,- € pro Woche, jede Bootsbewegung: 30,- € (von und zur Pier)

Horatio und Orkida Todd
Der alte Ire Horatio und seine türkische Frau Orkide , früher auf "Bounty Hunter" das östliche Mittelmeer unsicher machend, nun niedergelassen in Vliho-Bay. Er betreut Schiffe, hat auch eigene Murings in Vliho - Bay, dem Hurrican-hole der Ionischen Inseln, sie näht und repariert Segelkleider und Persenninge preiswert. Preise auf Anfrage.
Kontakt über den Yachtclub von Vliho.

Zubehör und Ausrüster
Sehr britisch gut organisiert ist Danny Keane vom IGB - Laden an der Haupstraße in Nidri in Richtung Vliho. Hat nicht alles, besorgt aber alles zu günstigen Preisen. Netter Typ. George, oder besser Giorgo, mitten im Zentrum von Nidri, hat alles, wirklich alles, ist aber teurer und halt -- griechisch. Marc , der Segelmacher , hat seine Halle an der Wasserfront neben dem Athos-Hotel (rosa Gebäude), Brite, macht einen soliden und handwerklich geschickten Eindruck. Neues Segel bei ihm erstanden. Preis ist geheim. Direkt daneben ein Außenborder und Dinghi-Service-center, gut sortiert, nette Bedienung, alles fürs Beiboot + Motor.

Bootsliegeplätze

An der Pier von Nidri ist nur wenig Platz, es schwackelt und man ist von Ausflugsschiffen umgeben, laut! Heck- oder Buganker, guter Ankergrund, 3m tief. Nächster in Richtung Vliho ist dann Scorpios-Charter, von den Deutschen Herbert und Johanna Lerchl geleitet. Sehr nett und hilfsbereit. Plätze am Steg gibt es nur zwischen Sonntag und Donnerstag, weil am Freitag und Samstag das Ein- und Auschecken der Charterboote stattfindet. Dies gilt übrigens für alle Charterstege! Eine Übernachtung kostet pauschal 10 € mit Wasser und Strom inkl.

Der nächste Steg gehört Neilson-Yachtcharter, einer - natürlich, was sonst - britischen Chartergesellschaft. Kompetent. Reparaturservice, Segelmacher (s.o.), Plätze: siehe oben. Dann folgt der Steg des Harmony-Hotels (Armonia-hotel), begrenzte Anzahl von Plätzen, Einschränkungen siehe oben, Hot spot mit WLAN über Forthnet ! Zugang im Hotel erfragen! Als letzter Steg vor der Werft von Steno kommt der Steg der Holländer: Evenements-Reizen. Das große Plus hier ist das Hotel Iris im Hintergrund: Duschen, Pool, preiswerte Snacks, Internet, nette Bedienung (Evi), sehr geeignet, um einfach mal zu faulenzen und auf sein Schiff am Steg zu schauen. Hinten in der Vliho-Bay gibt es jede Menge Ankerliegeplätze mit genügend Schwojkreis auf 6 - 8 m Tiefe und sehr gut haltendem Ankergrund.

An der Pier ist meistens alles voll mit Schiffen, die z.T. schon länger hier liegen - jedenfalls sehen sie so aus. Alles ist etwas verwahrloster hier, 3er Päckchen von Dauerliegern, die schon seit Monaten keinen Eigner mehr gesehen haben - so scheint es - bis auf einmal doch jemand unter der Plane hervorkriecht... ( sehr wahrscheinlich ein Britischer liveaboard ). Hier hinten findet man auch Horatio und Orkidas Yacht Bounty Hunter.

Essen und Trinken
Die Preise in den Supermärkten in Griechenland sind in den letzten Jahren exorbitant gestiegen. Alle Milchprodukte, sowie "mitteleuropäische Luxusnahrungsmittel" sind sehr teuer! Preiswert sind nach wie vor Gemüse, Obst, Brot, Fleisch (m.E.)..Wir haben zum ersten Mal überhaupt erwogen, bestimmte Nahrungsmittel per Auto mit nach Hellas zu nehmen, so z.B. Milch, Kaffee, Fruchtsäfte, Reis, Nudeln, u.a.. 250 g Butter kostet in Griechenland zur Zeit 3.20 Euro!! Flaschenweine sind teuer, besser fährt man mit sog. local wines, die genau so gut sind. Bier gibt es fast ausschließlich in Weißblechdosen. Wasserflaschen aus Plastik - die Müllpest Griechenlands!

Vliho - Yachtclub
Das irische Ehepaar Ruairi (sprich: Rory) und Vicky leiten diesen Club erfolgreich seit ein paar Jahren. Sie in der Küche, er mehr von der Orga drumrum. Rory macht außerdem alle Arbeiten auch an Schiffen und ist sehr gut im Sprayen von Rümpfen. Die Bedienung und das Ambiente ist - natürlich - sehr britisch, aber damit auch sehr mitteleuropäisch und nicht griechisch und damit sehr gut! Reichhaltige Speisekarte mit überwiegend englischen, aber leckeren Speisen. Bar im Außenbereich, Internet, Büchertausch, Zeitschriften, Seekarten, Waschmaschine, Duschen, preiswert! Spezialität: Yacht-club-salad, danach Panofi-pie - ein Traum! Organisation der Southern Ionian Regatta , die jährlich im September stattfindet. Unbedingt mitmachen!

Taverna Porto Spilia
Die Gebrüder Babis und Panos Konidaris sind schon seit Jahren eine Institution unter Seglern im Ionischen Meer. In der ersten Bucht im Norden von Meganissi von Westen kommend liegt ihr Segelservicereich. Anmelden per Telefon ist unbedingt ratsam: 0030-6944595127. Liegeplätze an Murings in sauberstem Wasser, z.T. mit Strom und Wasser, werden von Babis persönlich zugewiesen. Duschen und Toiletten in der Taverne. Liegeplätze sind kostenlos, man sollte sich aber abends in der Taverne blicken lassen. Ein Spaziergang nach Spartochori, dem Dorf oberhalb ist ein Muss!

Chef John in Kastos
Der kleine Hafen Kastos ist eigentlich noch ein Geheimtipp, weil alles noch so schön ursprünglich ist - hoffentlich nicht bald - war. Die Insel wird ausschließlich von Mitikas vom Festland aus versorgt. Auch im Winter, 5 x die Woche. Hoch über dem Hafen liegt die Taverna von John und seiner Frau, die beide sehr gut englisch sprechen. Der Aufstieg ist malerisch und dauert 5-10 Min. Die Aussicht ist spektakulär. Das Essen sehr gut und preiswert, die Bedienung höflich und eifrig. Lohnenswert!

Häfen und Ankerplätze

Porto Atheni
Dies ist die östlichste aller Nordbuchten von Meganissi. Wie alle schneidet sie tief in die Hauptinsel ein, ist absolut windgeschützt und bieter malerische Übernachtungsplätze. Nach der Einfahrt sollte man auf das lange Riff achten, welches in Verlängerung der kleinen Huk auf der Steuerbordseite zwischen dem Nordteil der Bucht und dem längeren Südteil verläuft. Es erstreckt sich ca. 150 Meter in die Bucht und ist absolut unpassierbar! Jeden Tag sieht man dort Yachten Notaufstoppmanöver fahren oder das deutliche "Nicken" des Bugs...

Kioni/Ithaka
Einst ein verträumter kleiner Hafen - jetzt in der Hochsaison vollgerammelt mit -zumeist italienischen - Luxusjachten. Ankersalat und der damit verbundene Ärger ist hier vorprogrammiert - meiden!

fiskardo.jpg 300x225 Fiskardo/Kefallonia
Immer noch einen Aufenthalt wert. Zwar ebenso voll wie Kioni, aber die Gegebenheiten vor Ort können die Masse an Schiffen viel besser auffangen und unterbringen. Malerische Gassen, farbenfrohe Häuser, gepflegtes Ambiente - aber teuer. Gute Küche bei der Taverna von Elli am kleinen Strand neben dem Fähranleger.

Aghia Efimia/Kefallonia
Gut organisierter Touristenort! Sehr nettes Personal an der Pier.Keine Murings, Maestro kommt quer von Steuerbord, auf guten Halt vom Anker achten! Wasser und Strom vorhanden, 15.- Euro/Nacht. Lohnenswerte Ausflüge zum Myrtos - Strand und zur Grotte von Melissani.

Poros/Kefallinia
Einst ein Alptraum für Segler wegen des rücksichtslosen Kapitäns der Strinzifähre. Heute liegt man sicher im inneren Teil ohne Fähre, weil diese im Außenhafen eine eigene Mole bekommen hat - guter Stopp-over!

Zakynthos - Generelles zum griechischen "Privat Pleasure Maritime Traffic Document"
Z. war noch nie besonders seglerfreundlich. Die Pier für Segler ist gleichzeitig die Anlegestelle für Ausflugsboote. Laut, schmutzige Pier, schmutziges Wasser. Wasser und Strom zwar vorhanden, aber z.T. defekt. Tankwagen für Wasser verlangt 15.- Euro für eine Wasserfüllung - lässt sich aber auch auf 5.- Euro runter handeln. Vorsicht vor dem sogenannten "Yacht - service"!! Ein Typ namens Marinos bietet an, den Papierkram für einen zu erledigen - nicht darauf einlassen! Er würde sonst eine "Provision" von 15 Euro kassieren und jeden, der kein "Privat Pleasure Maritime Traffic Document" besitzt, bei den Hafenbehörden verpfeifen! Dieses Dokument ist eine nicht ganz neue Erfindung (seit 2001 existierend) des Griechischen Handelsmarineministeriums, das von jeder Yacht mit ausländischer Flagge bei der Einreise erworben werden muss! ( Zitat des Hafenmeisters) Es kostet 45 Euro ( der Yacht-Service verlangt 90.- Euro !!!) und gleicht einem überdimensionieren Rabattmarkenheft eines Supermarktes. Viele leere Felder sollen mit den Stempeln von angelaufenen HÄfen gefüllt werden...

Der Nachfolger des sogenannten Transitlogs aus den 90 er Jahren, welches ja auf politischen Druck aus Brüssel von den Griechen wieder aus dem Verkehr gezogen wurde. In Wahrheit behelligen einen die Hafenbehörden von alleine in Zakynthos überhaupt nicht , weil ihr Büro im entgegengesetzen Teil des Hafens liegt und sie niemals den weiten Weg wegen eines Seglers zurück legen würden. Das Gleiche gilt für die meisten anderen griechischen Häfen. Dort, wo die Hafenbehörden wirklich eine Anmeldung wollen, und dies sind die wenigsten, steht der Hafenpolizist nämlich schon als Empfangskomitte am Kai und verlangt nach den Papieren. Ansonsten lautet die Devise: Abwarten, Sundowner einschenken und wenn keine Polizei kommt dann auch nicht freiwillig hinterherlaufen. Ich stehe zu dieser Ansicht, auch wenn sie sicher den geharnischten Protest der Deutschen Beamtenseele provoziert .

Nachdem ich nun 15 Jahre lang in griechischen Gewässern unterwegs bin, bin ich mit dieser Methode immer am besten gefahren und hat nichts mit unlauterer Vorteilsnahme oder gar unterlassener Meldepflicht zu tun. Mit Sicherheit würde ich mich in Deutschen Gewässern anders verhalten (wollen und müssen), nicht aber hier in Griechenland. Ich habe übrigens mit einer Frau Bauer in Deutschen Botschaft in Athen telefoniert ( 0030 / 210 - 72 85 111 )wegen dieses Papiers und man hat mir nach interner Rückfrage bestätigt, dass die Griechen sehr wohl einen regionalen "Sonderstatus" besäßen in der EU und das Recht(?) dieses Papier von ausländischen Privatyachten zu verlangen - indes wird die Einforderung des Papiers durch die Behörden gottseidank nur sehr lax gehandhabt.

Killini/Peloponnes
Früher ausschließlich Fährhafen, heute besitzt der Ort eine neue Marina mit Wasser und Strom am neuen Anleger für Yachten. 3 m Tiefe an der Pier, kein Fährschwell mehr - keine Kontrollen. Gebühren werden keine erhoben. Ein idealer Stoppover für Schiffe, die von Süden die lange Strecke zu den Ionischen Inseln oder in den Golf von Korinth unterbrechen wollen. 22 sm nach Oxia, 40 sm nach Patras.

kastos.jpg 300x169 Kastos
Ruhig, beschaulich, noch ein kleines Paradies. Wenig Platz an der Pier - man kann gegenüber mit Landleine und Buganker liegen auf 3 m Tiefe , der Grund ist sauber bis zum Strand und steigt langsam an. Seegras und Mud als Ankergrund. Chef John als Essenstipp, ein Neuseeländer hat einen kleinen Supermarkt aufgemacht ( Garries Breadshop ) mit dem Notwendigsten zum Einkaufen. Keine Müllentsorgung auf der Insel - bitte wieder mitnehmen und anderswo entsorgen!

Episkopi/Kalamos
Noch ein Geheimtipp (jetzt nicht mehr!) an der Nordwestseite von Kalamos. Kleiner Hafen mit 100m Mole mit 4m Tiefe am Kopf zur Mitte hin abnehmend 2,5 m. Natur pur (Pinienwald!), keine Versorgung aber Ruhe und ausreichender Schutz vorm Maestro. Längsseits anlegen!



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Letzte Änderung / Last change: Dienstag, 16. September 2008