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von La Gomera (Kanaren)nach Sal, Sao Nicolau und Santa Luzia (Kapverdische Inseln)
von Marion Marga Freund, KAT "Vela"
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Die Katamarane "Vela", "Belena" und "Imagine" segeln zusammen von La Gomera (Kanarische Inseln) nach Sal, Sao Nicolau und Santa Luzia (Kapverdische Inseln) Jeder Fahrtensegler kennt das: man läuft in einen neuen Hafen oder eine Bucht ein und trifft dort auf interessante Menschen. Man tauscht Erfahrungen aus, unterhält sich über dies und das, trinkt vielleicht mal ein Bier zusammen und bevor man weiterfährt, tauscht man Emailadressen aus und beteuert, man werde sich melden. So, oder so ähnlich war es auch bei den Crews der Kats "Vela" (Holger und Marion), "Belena" (Benno und Marlene) und "Imagine" (Albert und Jutta). Alle trafen sich zu verschiedenen Zeitpunkten auf der Kanareninsel Lanzarote, um dann von La Gomera aus zu den Kapverdischen Inseln zu segeln. Als wir, die Besatzung der "Vela", schon einige Wochen in der Marina von San Sebastian auf La Gomera lagen, erreichte uns eine Mail von der "Belena", in der Benno fragte: "Wo seid ihr gerade?" Antwort von der Vela: "In San Sebastian auf Gomera. Es ist toll hier!" Rückantwort der Belena: "Bleibt ihr noch? Wir kommen!!" Antwort der Vela: "Na klar bleiben wir noch, wir freuen uns, wenn ihr kommt!" Holger reservierte daraufhin im Marina Büro einen Platz für die 15 Meter lange Belena ab dem 22.1.2008. Auch wir hatten vor unserer Ankunft auf La Gomera durch Andy Altenhofer, den dortigen TO-Stützpunktleiter, (Marina La Gomera - San Sebastian Tel. 618 408 588 oder 646 409 348 email: san-sebastian@trans-ocean.org) einen Platz für unser Boot reservieren lassen, was auch prima geklappt hat. Überhaupt haben wir Andy als hilfsbereiten und kompetenten Ansprechpartner während unseres fünfwöchigen Aufenthaltes auf La Gomera kennen gelernt. Nachdem wir unser Wiedersehen mit Kaffee und Kuchen gefeiert hatten, unterhielten wir uns unter anderem auch über unsere Pläne zur Weiterfahrt. Schnell wurde klar, dass sowohl wir, als auch Benno und Marlene die Kapverdischen Inseln - trotz der sehr widersprüchlichen Aussagen bzgl. Sicherheit und Kriminalität - auf unserer Fahrt in die Karibik anlaufen wollen. Ein knappe Woche später gesellen sich Albert und Jutta von der Imagine, die Benno und Marlene schon von Lanzarote kannten, zu uns. Und wir beschließen bei einer abendlichen Weinrunde auf der Imagine, alle zusammen zu den Kapverden aufzubrechen. Am Vorabend unserer Abreise nach Sal feiern wir noch Juttas 50. Geburtstag mit einer zünftigen Grillparty im Hafen von La Gomera. Am 2.2.2008 gegen 12 Uhr läuft unter lautem Gehupe der anderen Segler als erste Jacht die Belena, mit jeweils 45 minütigem Abstand die Imagine und zuletzt die Vela in Richtung Kapverdische Inseln aus dem Hafen von San Sebastian aus. In den ersten 2 Tagen können wir gut über UKW-Funk Kontakt halten, der jedoch mit zunehmender Entfernung voneinander abreißt, da uns die beiden "Rennkats" Imagine (Kurt Hughs Design 14 x 7 Meter) und Belena (Erik Lerouge Design 15 x 8,50 Meter) inzwischen über 150 Seemeilen voraus sind. Außerdem lässt uns eine Flaute immer weiter zurückfallen, und so erfahren wir am 7.2. abends über Kurzwelle von der Belena, dass sie morgens in Palmeira auf Sal bereits einklariert haben. Am 8.2. gegen 15 Uhr läuft die Imagine ein, und am 9.2. gegen 18.45 Uhr geht die Vela (Fontaine Pajot, Venezia 42) als Schlusslicht im Hafen von Palmeira vor Anker. Das Einklarieren ist unkompliziert und geht schnell. Man zahlt einen Euro, und die Behörden behalten die Bootspapiere für die Dauer des Aufenthaltes in ihrem Büro.
Dank der Vermittlung des TO-Stützpunktleiters Carlos kann man heute in Sal alle Formalitäten (Polizei und Capitaneria) in einem Büro erledigen. Eine weitere große Verbesserung zu früher ist, dass man dort auch ausklarieren kann. Man muss also nicht mehr nach Praia / Santiago oder Mindela / Sao Vincente. Nach Angabe des nächsten Etappenzieles, bei unseren drei Kats war das Sao Nicolau, bekommt man einen so genannten Laufzettel gegen eine Gebühr von 5 Euro, den man dann beim nächsten Etappenziel einfach vorlegt (Passkontrolle entfällt). So kann man unkompliziert von Insel zu Insel segeln. Bei der nächsten Insel wird ein neuer Laufzettel, ebenfalls für 5 Euro, ausgestellt usw. usw..Alle Bediensteten waren höflich und außerdem hilfsbereit beim Ausfüllen der Papiere, die zum Teil in portugiesischer Sprache verfasst sind. Am nächsten Abend ist ein Treffen mit Carlos (Karl-Heinz Lange Tel. 002382-412762 und seiner Frau Elisabeth) in der Sozialstation der Fischer vereinbart. Wir trinken mit den Einheimischen Punsch, ein mit Citrusfrüchten angesetzter Zuckerrohrschnaps, und die Männer spielen eine Runde Billard mit den jungen Fischern. Von Carlos und Elisabeth erfahren wir viel über die sozialen Strukturen im Dorf und die Probleme wie Armut, Arbeitslosigkeit und die, die der aufkeimende Tourismus mit sich bringt. Wir werden gebeten, Kindern und Jugendlichen kein Geld zu geben, sondern lieber eine Sachspende in Form von Kleidern, Schulheften und Stiften bei ihnen oder der Sozialstation abzugeben, was wir dann auch tun. In der Sozialstation werden die Sachen gegen sehr geringe Beträge an die Familien verkauft. Am nächsten Morgen treffen wir uns mit Carlos und Elisabeth, um mit ihnen eine Inselrundfahrt auf einem Aluguer (Allradpickup) zu machen. Die Beiden sind sehr kompetente Inselführer, und obwohl die Fahrt auf der offenen Ladefläche nicht gerade bequem ist, sollte man sich diese Tour auf jeden Fall gönnen. Wieder zurück im Hafen werden wir noch von Frank, dem Hafenlotsen, den uns Carlos vermittelt hat, mit Kanistern betankt, denn am nächsten Morgen (12.2.) soll es weiter gehen Richtung Sao Nicolau. Am nächsten Tag fallen die Anker vor dem kleinen Fischerdorf Carracal. Der Ankergrund ist sandig, und die Dühnung ist im Vergleich zu Palmeira etwas stärker. Wir sind alle begeistert, ein Stück ursprüngliches kapverdisches Leben anzutreffen. Auch die Bewohner des Dorfes scheinen sich über den eher seltenen Besuch zu freuen. Die Kinder stellen sich sofort mit Namen vor und freuen sich über unsere Bonbons. Auch von den Erwachsenen werden wir freundlich begrüßt, als wir in der Dorfmitte in der einzigen Bar / Lebensmittelladen auf Holzschemeln sitzend vor dem Haus ein Bierchen trinken. Es gibt nur Staubstraßen, fast alle laufen barfuss, und das Vieh läuft frei auf der Straße herum. Am 14.2. geht´s weiter Richtung Tarrafal, wo alle drei Kats gegen 13:30 Uhr vor Anker gehen. Bevor die Kapitäne einklarieren, statten wir dem TO-Stützpunktleiter Henny Kusters einen Besuch ab (00238-2361099, Email: Kapverden@trans-ocean.org) Da wir an seinem Haus vorbeigesegelt sind, hat er uns gesehen und erwartet uns schon zum Kaffee. Henny erzählt uns, dass er schon 9 Jahre auf der Insel lebt und eine Kochschule in seinem Haus eingerichtet hat, um dort junge Kapverdianer auszubilden. Und so fällt es uns nicht schwer, uns für das von ihm offerierte Sonntagsmenü mit drei Gängen zu entscheiden. Wir haben es nicht bereut. Das Menü war Spitzenklasse! Außerdem kann man bei ihm die Waschmaschine benutzen oder die Mails im Internet abfragen und seine Wassertanks auffüllenfalls am Hafen niemand ist, um den Wasserhahn zu entriegeln. Auch mit Henny machen wir eine Inseltour, die wir jedem, der Interesse an Land und Leuten hat, empfehlen können. Er ist ein großer Naturliebhaber und führt seine Besucher zu den schönsten Plätzen der Insel. Am 18.2. gehen Marlene und ich noch einmal auf "Einkaufstour" (Lebensmittel) in Tarrafal, da wir am nächsten Morgen nach Santa Luzia aufbrechen wollen und diese Insel unbewohnt ist. Auf Santa Luzia angekommen, bläst es - zu Glück ablandig - permanent mit 20 bis 30 Knoten. Die hohen Wellen, die am Sandstrand auslaufen, verleiden es uns mit dem Dingi anzulanden und, wie eigentlich geplant, unseren Abschied mit einem BBQ zu feiern. So verbringen wir dann unseren letzten Abend gemeinsam auf der Belena mit unserem gerade gefangenen Fisch, Würstchen und Kartoffelsalat und einem Glas Wein. ![]() Der am nächsten Morgen ursprünglich geplante Tauchgang wird kurzerhand gestrichen, da uns der Ankerplatz zu unsicher ist. So heißt es jetzt Abschied nehmen für eine bestimmte Zeit - oder für immer - wer weiß das schon. Eines steht jedoch fest: Die Crews der Vela, Belena und Imagine hatten eine tolle Zeit zusammen, die keiner vergessen wird! Jutta und Albert wollen noch die Inseln Brava und Fogo besuchen, bevor sie weiter in Richtung Brasilien segeln. Holger und Marion sowie Benno und Marlene sind auf dem Weg in die Karibik mit der festen Absicht, sich dort wieder zu treffen. |
