Print pageprinter.gif 15x15 Translate
back-revier.gif 300x15
xxxxx.jpg 300x240
Karte gross
g-earth.gif 79x30
Auf dem Rio Guadalquivir nach Sevilla

von Bernd Müller, SY Atair
E-Mail: Atairsegeln@aol.com

Jährlich passieren ungezählte Yachten die Mündung des Guadalquivir auf dem Weg von Gibraltar Richtung Algarve oder zurück. Ein Abstecher nach Sevilla auf eigenem Kiel wird dabei zu Unrecht meist ausgelassen.

Die Crew der TO-Yacht „Suleika“ hat auf ihrer Homepage www.suleika.ch über die Flussfahrt und den Aufenthalt in Sevilla berichtet. Die Informationen haben uns sehr bei der Planung und Durchführung unserer Fahrt im Juli 2007 geholfen. Inzwischen haben sich aber einige Änderungen nicht nur zu den Schilderungen der Suleika-Crew sondern auch zu den Angaben in den Handbüchern ergeben.

Über den aktuellen Stand möchte ich im Folgenden berichten.
In der Regel wird man von der Marina Chipiona zur Fahrt flussaufwärts starten. Die Orte Sanlucar und Bonanza bieten keine Liegemöglichkeiten für Yachten. Alternativ wäre es allerdings möglich, gegenüber von Bonanza vor einem Naturschutzgebiet zu ankern, um den richtigen Tidestand für den Start abzuwarten. Hier liegt man weit ausserhalb des Fahrwassers.

Sevilla hat gegenüber Sanlucar eine Tidenverspätung von 3,5 Stunden, sodaß für die Fahrt flussaufwärts insgesamt ca. 9,5 Stunden bei auflaufend Wasser zur Verfügung stehen, das reicht gut aus.

Guadalquivir.jpg 330x191 Die Flussfahrt geht fast ausschliesslich durch flaches, unbesiedeltes Land. Für die kleinen Hingucker muss man einen Blick haben, z.B. für einen Platz, an dem hunderte von Störchen nisten und auf den Wiesen nach Futter suchen. Im Unterlauf weist der Guadalquivir noch einige sehr breite Stellen auf. Dort ankern zahlreiche Fischerboote ausserhalb der Fahrrinne. Diese Boote machen einen sehr urtümlichen Eindruck, man fühlt sich fast nach Fernost versetzt. Weiter Richtung Sevilla wird der Fluss deutlich schmaler und mögliche Ankerplätze ohne Behinderung der Großschifffahrt werden rar.

schleuse-sevilla.jpg 393x251g-earth.gif 79x30
Am südlichen Ende des Hafens von Sevilla stößt man dann auf die einzige Schleuse.
Wir hatten Glück und konnten direkt einlaufen. Die Grosschiffe machen an der Westseite des Beckens fest, Kleinfahrzeuge an der Ostseite. Dort befinden sich einige Metalleitern, an denen man Vor- und Achterleine festmachen kann, eine sehr solide Sache ist das allerdings nicht. Dies ist aber kein echtes Problem, denn wie wir später erst erfuhren funktioniert die Schleuse als solche gar nicht mehr und soll auch nicht mehr repariert werden. Sie arbeitet seit diesem Jahr nur noch als eine Art Sperrwerk. Wenn der Fluss unterhalb Sevillas den gleiche Wasserstand hat wie der Hafen (d.h. bei Hochwasser) werden die Tore geöffnet, ansonsten bleiben sie immer geschlossen. Im Schleusenbecken wird der Wasserstand nicht gehoben oder gesenkt. Damit ist ein Schleusen nur noch um Hochwasser Sevilla herum möglich! Das ist bisher noch in keiner mir bekannten Publikation so angegeben. Eine neue Schleuse soll in Planung sein.

In der Regel wird man im Club Nautico de Sevilla liegen wollen. Er bietet viele Annehmlichkeiten und einen relativ kurzen Weg zur Altstadt. Davor haben die Stadtväter aber noch die Puente de las Delicias gebaut, eine Klappbrücke, auf der eine vielbefahrene Hauptstrasse und ein Bahngleis den Fluß überqueren. Und die öffnet seit diesem Jahr nur noch Montag, Mittwoch und Freitag um 22 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen um 20 Uhr. Dienstag und Donnerstag gar nicht. Unpassender geht´s nicht! Es wäre riesiger Zufall, wenn man an der Schleuse ein Hochwasser erwischt, welches sofortige Weiterfahrt zum Club Nautico ermöglicht. Die auf einigen Karten noch eingezeichnete Brücke Alfonso XIII, gleich hinter der Klappbrücke, ist abgebaut.

sevilla-bruecke.jpg 330x199 Meist ist man vorübergehend auf Marina Yachting Sevilla angewiesen, eigentlich eine Firma, die Motorboote verkauft und wartet. Ihr Schwimmsteg befindet sich in dem Stichkanal gleich hinter der Schleuse hart Steuerbord. Wir haben dort die erste Nacht verbracht. Es gibt keine Duschen oder anderen Service, Strom und Wasser sind aber vorhanden. In dem Stichkanal könnte man auch ankern, es soll aber nicht erlaubt sein. Wir haben es auf dem Rückweg trotzdem gemacht, um 3 Stunden zwischen Brücke und Schleusung abzuwarten, es wurde nicht beanstandet. Muß man unterhalb der Schleuse ankern, so bietet sich dazu ein Flußarm an, der ca. 1 sm unterhalb der Schleuse vom Guadalquivir nach Norden abzweigt. Dort liegt man ruhig und behindert die Berufsschiffahrt nicht. Zwischen Schleuse und diesem Nebenfluß finden übrigens sehr umfangreiche Wasserbauarbeiten statt (einlaufend an Backbord), die in den Seekarten noch nicht vermerkt sind.

Karten und nautische Unterlagen:
  • Wir fahren mit Notebook am Kartentisch und PDA an der Steuersäule als Kartenplotter und benutzen BSB-Karten.
  • Für den Guadalquivir enthält die CD BACD25 genaues Kartenmaterial.
  • Als Papier-Backup haben wir Kopien von Tidesend an Bord. Für den Guadalquivir gibt es die amerikanischen Karten 51153 und 51158.
  • Als Handbuch reichte uns Reeds Nautical Almanac aus, er enthält auch Tidenangaben. Die Gezeitenkalkulation fällt aber mit dem Programm WXTide 32 deutlich leichter.
  • In der Marina Chipiona erhält man auf Nachfrage einen Satz Kopien mit Karten und nautischen Angaben.
    Deren Nutzen war aber gering, da noch alte Schleusen- und Brückenzeiten vermerkt waren.
  • VHF: Die Marinas arbeiten alle auf CH 09, sämtliche „Offiziellen“ wie Lotsen, Schleuse, Brücke auf CH 12.
Weitere Informationen gebe ich gerne, soweit möglich, auf Anfrage an info@atair-segeln.de
Bernd Müller



heimathafen.gif 63x81

e-mail-hvsbluewater.gif 120x23

NeDesign
Letzte Änderung / Last change: Samstag, 21. Juli 2007