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Impressionen aus Fiji – ein Inselarchipel voller Gegensätze

von Beate Schmandt, SY Kira von Celle
E-Mail: b.schmandt (ätt) online.de

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Beate+Detlev auf der Hochzeitsmatte in Dalaconi - Lau Group

Fiji liegt für uns Weltenbummler, unterwegs mit unseren Segelyachten, auf der Route nach Neuseeland oder von Neuseeland nach Australien oder von Neuseeland nach Fiji und wieder retour.

Die Inselwelten in Südwestpazifik sind so abwechslungsreich und Neuseeland als Basis so heimelig, dass wir beschlossen haben dieses Revier genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu benötigen wir Zeit, die wir als Zeitmillionäre, intensiv nutzen. Wo immer wir die Möglichkeiten haben, pflegen wir die einheimischen Kontakte, um hinter die Kulissen zu schauen.

Für unsere Familien und Freunde in Deutschland liegt Fiji fernab von der Welt, irgendwo im Südwestpazifik: rund 1.200sm nördlich von Neuseeland, 1.500 sm östlich von Australien und circa 3000 sm südwestlich von Hawai’i. Ethnisch liegt der Archipel auf der Grenzlinie zwischen Melanesien und Polynesien und jeder der hier herum segelt, kann das hautnah erleben. Die Besiedelung fand vermutlich vor 4000 Jahren statt. Nach Schätzungen aus dem Jahr 2009 hat Fiji 931.741 Einwohner. Der Archipel besteht aus 332 Inseln mit einer Gesamtfläche von 18.333 Quadratkilometern, von denen 110 bewohnt sind.

Abel Tasman war es, der die Inseln 1643 als erster Europäer zu Gesicht bekam. In den 1770er Jahren folgte ihm James Cook, 1789 durchruderten der berühmt-berüchtigte Captain Bligh und die Seinen die Gewässer. Nach der von Schiffsmaat Christian Fletcher angeführten Meuterei auf der Bounty waren Bligh und 18 Begleiter auf Höhe der Tonga-Inseln in einem Beiboot ausgesetzt worden und nun nach Timor unterwegs. Für die landschaftlichen Schönheiten, die wir genießen, hatten sie kein Auge. Sie wurden von Kannibalen gehetzt und ruderten um ihr nacktes Leben. Das Seegebiet nördlich von Viti Levu ist noch heute als Bligh Water bekannt und für uns als Segler wegen der Fijieffekte , das sind Windverstärkungen mit 10kn und mehr, und der vielen Riffe eine besondere Herausforderung.

Sulus und Saris:
Im Inselarchipel leben 944.720 Einwohner. (Schätzung Juli 2009, CIA). Die melanesisch-polynesisch geprägten und christlichen Fijianer haben einen Bevölkerungsanteil von 57,3 % die Inder durch ständige Abwanderungen nur noch 37,6 %, die Rotumanen 1,2 %, die Europäer, andere Pazifik-Insulaner und die Chinesen 3,9 %. 80% der Bevölkerung lebt auf den beiden Hauptinseln, Viti Levu und Vanua Levu – der Rest verteilt sich auf die bewohnten Inseln und Atollen.

Diese multikulturelle Bevölkerung hinterlässt ihre Spuren, denen wir 6 Monate gefolgt sind. Fijis indogene Bevölkerung hat Kraushaar, eine dunkler Hautfarbe und mehrheitlich einen XXL Körperbau. Die Frauen tragen farbenfrohe Sulus und an den großen Füßen zu klein geratene Flip Flops. Die Gesichter zeigen melanide Züge, mit häufig wulstigen Lippen und platten Nasen. Nicht selten sehen wir die hochgewachsenen Männer in Röcken, wie in Tonga und Samoa. Natürlich geht die Traditionspflege nicht so weit, dass man heute noch immer Rindenbaststoffe (tapa) als Bekleidung oder Ketten aus Walfischzähnen als Schmuck anlegt, aber der Sulu gehört immer noch zum Straßenbild. .In den abseitigen Dörfern und auf den Inseln ist dieses Keidungsstück nach unseren Erfahrungen, bei den weiblichen Besuchern erwünscht. Die wenigsten leben heute in einer althergebrachte „Bure“, einer Hütte aus pflanzlichem Material, die ursprünglich mit Palmwedeln gedeckt war. Über ganz normale Häuser hinaus hat bei den weniger Begüterten längst Wellblech als Dachdeckung seinen Siegeszug angetreten. Trotz aller Abgeschiedenheit liegt Fiji nicht hinter dem Mond. Handys, DVDs, und Video sind selbstverständlich.

Das kulturelle Leben ist in vielen Bereichen eng mit dem der Polynesier verbandelt und zeigt sich besonders ausgeprägt im Familienverband und in den Dorfgemeinschaften. Die sozialen Beziehungen der Menschen untereinander, aber auch die der Lebenden zu den Toten spielen eine große Rolle bei der Organisation der Gesellschaften. Sie beruhen zumeist auf verwandtschaftlichen Beziehungen, die sich durch Menschen, Ahnen, mythische Wesen, aber auch durch bestimmte Orte herleiten können - sei es über die Linie der Mutter, die des Vaters oder beider Linien.

Der sofort ins Auge stechende hohe Anteil von Indo-Fijianer, entweder von aus Indien eingewanderten bzw. angeworbenen oder bereits in Fiji geborenen Indern, ist markantestes Merkmal der Bevölkerungsstruktur. Die Frauen schlank, feingliedrig mit langen schwarzen Haaren und gepflegten Saris sind ein starker Kontrast im Straßenbild. Auffallend ist, dass die Fiji Melanesier und die Fiji Inder selten in Gruppen zusammenstehen und quatschen, man scheint sich zu separieren. Im 19. Jahrhundert holten die englischen Kolonialherren indische Männer als Gastarbeiter ins Land. Dieses erschien notwendig, weil sich die Fijianer nicht für den Knochenjob auf den Zuckerrohrfeldern begeistern konnten. Viele der arbeitsamen und sehr geschäftstüchtigen Inder, sind im Land geblieben und wurden zum Ärger der Fijianer nicht nur wohlhabend sondern auch politisch immer einflussreicher.

Der hohe Anteil von Indo-Fijianern in allen Dienstleistungsgewerben und im Handel erklärt sich aus der Tatsache, dass es den Indo- Fijianer nicht möglich ist, Land zu erwerben, sondern nur zu pachten. Insofern ist es ihnen nicht möglich ausgedehnt Landwirtschaft zu betreiben und sie spezialisierten sich auf andere Branchen. Heute gibt es zahlreiche qualifizierte Berufe, die von Indo- Fijianern dominiert werden. Diese Branchen sind im Zuge der stärkeren Einbindung Fijis in den Weltmarkt jene, die höhere Gewinne abwerfen, während die landwirtschaftlichen Produkte der Fijianer immer geringere Preise erzielen. Dieses wirtschaftliche Ungleichgewicht wird von vielen indogenen Fijianern als Bedrohung empfunden.

Zum Landrecht der Fiji Inseln: Diese Aufteilung ist ein immer währender Konflikt zwischen den indogenen und der indischstämmigen Fiji - Bevölkerung und belastet die Beziehungen untereinander.
Diese Aufteilung gestaltet sich wie folgt:
  • • Im Privatbesitz (sogenanntes „Freehold Land”) befinden sich 10% der gesamten Landfläche
  • • Die britische Krone beansprucht immer noch rund 7% des Grund und Bodens
  • • 83% gehört den Familienverbänden, den Mataqali, ist praktisch unverkäuflich und darf nur verpachtet werden.
Als Fiji 1874 britische Kolonie wurde, war die Festschreibung der Landbesitzverhältnisse einer der ersten Verwaltungsakte der Kolonialverwaltung. Erst dadurch wurden die Familienclans Treuhänder des Grundbesitzes, der offiziell als Gemeineigentum gilt. Noch heute garantiert dieses Landrecht zwar jedem Fijianer ein Anrecht auf ein Stück Land zur Subsistenzwirtschaft und bietet in Zeiten wirtschaftlicher Rezession eine gewisse soziale Absicherung. Vor allem profitieren von dem System aber die Chiefs der Clans und die Bürokraten in Suva. So wehren sich die ländlichen Eliten aus den Clans energisch gegen Veränderungen im Bodenrecht und der Pachtverteilung, denn sie verdienen an dem komplizierten Pachtsystem am meisten.

Das Pachtsystem
Mehrere Mataqali bilden einen Yavusa-Verband und eine größere Anzahl Yavusas sind in einem Vanua zusammengeschlossen. Jedem dieser Einheiten steht ein Chief oder Headman vor, dessen Amt erblich ist. An dieser Einteilung spaltet sich die Fiji Gesellschaft, vor allem wenn es um die Aufteilung der Pachterlöse geht. 25 Prozent der Pacht fließt an die National Land Trust Board (NLTB), eine quasi-staatliche Einrichtung, die im Namen der Clans deren Landeigentum treuhänderisch verwaltet. Fünf Prozent der Pacht sind für den Headman des Vanua bestimmt, 10 Prozent bekommt der Headman des Yavusa, 15 Prozent der Führer des Mataqali und die verbleibenden 45 Prozent der Pacht werden unter den Mitgliedern des Mataqali verteilt. Die Häuptlinge der Vanua, Yavusa und Mataqali beziehen so ein beträchtliches Einkommen, während eine einzelne Familie nicht viel an Pacht einnimmt. Zu viele teilen sich die verbleibenden 45 Prozent. Ein weiteres Problem ist der langsame Niedergang der fijianischen Wirtschaft, auch bedingt durch eine politisch unterdrückte, aber ökonomisch dominierende indischstämmige Bevölkerung.

Das Überleben der Traditionen
In den letzten Jahrzehnten hat der Tourismus richtig zugeschlagen und viele Küstenorte wurden umgebaut, um den Bedürfnissen des modernen Touristen zu entsprechen. In den ländlichen Gegenden allerdings hält die indogene Bevölkerung immer noch eine Lebensart aufrecht, die die hierarchischen Muster widerspiegelt, wie sie lange vor der Ankunft der Europäer und der ins Land geholten indischen Arbeiter bestanden. Der Brauch der gegenseitigen Hilfe zwischen Mitgliedern einer Familie, eines Dorfes oder eines Stammes heißt in Fiji Kerekere, spielt eine große Rolle in der Wertevorstellung der Bevölkerung und ist das soziale Netz der indogenen Fijianer. Was das bedeutet, hat uns in Lautoka der Chef der Einwanderungsbehörde beim gemeinsamen Teetrinken erklärt. Kerekere bedeutet „um etwas zu bitten“ und dieser Bitte wird dann ohne Auflagen entsprochen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Geld, Lebensmittel, Kleidung oder sonstige Dinge des täglichen Bedarfs handelt. Wir fragten ihn: „Was machst Du, wenn ein entfernter Verwandter Dich um 100 Fiji Dollar bittet?“ Die Antwort war eindeutig:“ Ich gebe sie ihm und ich erwarte nicht, dass er sie zurückzahlt!“ Ein weiteres Beispiel aus dem täglichen Leben; eine Vorratshaltung wie wir sie planen und organisieren gibt es nicht, weil man immer damit rechnet, dass die Schränke und Kühltruhen sowieso leer geräumt werden.

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Temo, auf der SY Kira von Celle, auf dem Weg in die Lau Group

Wir beobachteten das Kerekere Prinzip selbst bei Kindern auf den Outer Islands. Temo, 7 Jahre alt, hat von seiner reichen Tante ein paar neue Schuhe bekommen. Da die alten weder kaputt noch zu klein waren, hat er beschlossen die neuen nur sonntags beim Kirchgang zu tragen. Schon beim ersten Tragen bat ihn ein anderer kleine Junge aus dem Dorf um die alten Schuhe. Wir waren auf Temos Reaktion gespannt. Kaum zurück in der Familienhütte, schnappte er sich die alten Schuhe und überreichte sie mit einem strahlenden Lächeln an den Jungen aus seinem Dorf.

Der Chef der Einwanderungsbehörde erklärte, dass durch dieses Kerekere Prinzip niemand hungern muß und dass die Familienmitglieder immer ein Dach über dem Kopf haben. Wer es sich leisten kann, der gibt und erhöht gleichzeitig sein Ansehen. Je häufiger man gibt und je weniger man um etwas bittet, desto höher ist das Ansehen und das gesprochene Wort in der indogenen Fiji - Gesellschaft. In der Praxis fängt dieses Prinzip an zu bröckeln. Den jungen gut ausgebildeten Menschen mit Arbeitsvertrag, monatlichen Einnahmen und den zur Verfügung stehenden Informationen aus dem world wide web, fällt es schon schwer, dieses Kerekere Prinzip zu leben. Sie verlassen ihre Dörfer, kleinen Städte oder auch ihre geliebten Inseln und wandern aus.

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Markt Lautoka

Wir Segler und alle Palagis sind vom Kerekere ausgeschlossen, denn es gilt als unhöflich, den Gast um etwas zu bitten. Die Fijianer sind hervorragende Gastgeber und die Kontaktaufnahme zu den geborenen Spaßmachern ist wirklich nicht schwierig. Wir als Gäste haben die Möglichkeit am täglichen Leben teilzunehmen. Zum Höflichkeitsritual gehören natürlich Gastgeschenke. Im Logbuch der Kira von Celle klebt ein Wunschzettel, geschrieben von den Dorfbewohnern einer Insel in der Lau Group. Die Betonung liegt dabei auf Wunschzettel. Wir sind jederzeit eingeladen mit ihnen zu leben und gegenseitig von einander zu lernen. Der Austausch von Erfahrungen ist ihnen alle mal wichtiger, als die Mitbringsel.

Trotzdem, für alle Segler, die in Fiji hinter die Kulissen schauen möchten und nicht wissen, was sie als Gastgeschenk überreichen sollen, die Wunschliste:
  • Personals like combs, nail clippers [big and small
  • fabric wraps [cheap in fabric store in Suva]
  • first aid spray or cream
  • insect and rash treatment cream
  • Q-tips, fly strips
  • pieces of cheap carpet [samples to wipe feet at doorways, cheap in Suva]
  • hair clips and elastic bands for girls
  • small towels and wash cloths
  • plastic tubs of all sizes [they made kava is worn out tubs]
  • kava straining cloths [where you get the kava]
  • small gardening tools
  • cheap cooking tools and containers.
  • They sleep on really worn out foam….any amount 1-10 of compressed [for space] foam pads would be great
  • even small ones for kids.
Das traditionelle Gastgeschenk ist ein Bündel Yaqona (ausgesprochen Jangona)auch Kava genannt, für den Chief des Dorfes. Wir bitten damit förmlich um Erlaubnis in ihren Gewässer zu ankern, zu schnorcheln, zu tauchen oder auch zu fischen und um uns während unseres Aufenthaltes an Land in ihren Dörfern frei bewegen zu können. Die Darbietung der Wurzeln und auch das Bündel Wurzeln selber nennen die Bewohner Sevu Sevu. Nach Übergabe des Gastgeschenkes erfolgt die Kavazeremonie. Wir sitzen im Haus des Chiefs mit der Familie des Chiefs und einer Abordnung des Dorfes auf Bastmatten im Kreis. Die Kavawurzeln sind zu Pulver gestampft und in ein mehr oder weniger sauberes Tuch gewickelt. Dieses Bündel wird in einer großen Holzschale mit viel Wasser immer wieder ausgewrungen bis der gewünschte Geschmack erreicht ist. Serviert wird das Gebräu in halben Kokosschalen. Unser Gastgeber bietet die Schale mit beiden Händen an, wir klatschen 3x in die Hände und trinken die Schale auf ex aus und klatschen zum Abschluß noch einmal 3x. Alle Beteiligten freuen sich, dass wir das Ritual einhalten, obwohl unser Händeklatschen nicht dumpf klingt und wir dieses Gebräu nicht sonderlich mögen.

In Dalaconi auf Vanua Balavu lernen wir ein modifiziertes Ritual kennen, das uns persönlich besser gefallen hat. Wir werden am Strand von Joeli, (der auf der Kira von Savu Savu mitgesegelt ist) abgeholt und zum Haus des Chiefs geführt. Hier sitzen wir kreisförmig auf den Matten, werden vom Chief herzlich willkommen geheißen und übergeben unser Sevu Sevu. Die Kavawurzeln werden mit endlos langem Gemurmel entgegen genommen und mit dreimaligen Klatschen beiseite gelegt. Wir bekommen einen Nachmittagstee mit aufgerollten süß gefüllten Pfannuchen serviert und die Gespräche wollten kein Ende nehmen. Der dann folgende vierwöchige Aufenthalt war für uns spannend, lehrreich, kommunikativ und mit viel Spaß verbunden. Wir haben mit den Einheimischen zusammen gelebt und einen tiefen Einblick in die Traditionen, Rituale, Sitten und Gebräuche und in die Arbeitswelt der fijianischen Dorfgemeinschaften bekommen.

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Schulkinder+Detlev in Dalaconi

Einführung in die Fijiküche mit Kochkursen. Verarbeitung und Zubereitung von Taro-, Cassava und Süßkartoffeln. Die Wurzeln wurden gekocht, frittiert, gebraten oder zu Eintöpfen verarbeitet. Aus den Blättern zauberten wir Beilagen in Kokosnußmilch gedünstet und Salate, dazu gab es Fisch, Lobster und Süßwassergarnelen. Jede Hausgemeinschaft hat ein Lieblingsrezept, z. B. doppelt gebackene Spiegeleier in Kokoscreme, oder Palusami, das sind mit Kokoscreme gefüllte Taroblätter, die als kleine Päckchen serviert werden. Die gemeinsamen Essen waren ein Genuß. Fische vom Dinghi zu angeln, nach Lobstern zu tauchen, Kokoskrabben zu jagen, immer waren die jüngeren Einheimischen dabei und haben mit ihren Revierkenntnissen die Fangerfolge gesichert.

In die Grundkenntnisse der Fijisprache führte uns die Direktorin der Grundschule in Dalaconi. Das Anlegen von Taroplantagen brachte uns der Dorfchief bei. Die Frauen lehrten uns die Flechttechnik für die Matten und Körbe. Mit den Kindern spielten wir diverse Ballspiele. Sie sind neugierig und aufgeschlossen, niemals fordernd. Kein Gejammer und Gemecker, wenn irgendetwas mal nicht geklappt hat. Die Menschen leben einen sehr einfachen Stil. Sie wohnen in Holzhütten mit Wellblechdach und holen ihr Essen aus dem Meer oder angelegten Gärten. Die Erde ist auf Vanualabu sehr nährstoffreich, es wächst alles. Wer sich die Arbeit macht, erntet Ananas, Limonen, Zitronen, Auberginen, Spinat, verschiedene Chillis, Mango, Papaya und vieles mehr. Aber die Arbeit macht sich nicht jeder und so begnügen sich viele mit den verschiedenen Wurzeln und mit der Kokosnuß, das reicht ihnen zum satt werden.

Soviel zum Überleben der Traditionen auf den Außeninseln, fernab vom Tourismus. Weiter geht es mit unserer politischen Einschätzung zur Situation in Fiji. Kein Segler muß befürchten in Fiji nicht Willkommen zu sein, sondern ganz im Gegenteil. Segelt nach Fiji und überzeugt euch selbst.

11. April 2009, 12:48 Uhr - F I J I - Politisches Verwirrspiel in der Südsee:
Der greise Präsident der Fiji -Inseln hat den Putschführer von 2006, Armeechef Voreqe Bainimarama, genannt Frank, zwei Tage nach dessen Rücktritt wieder als Regierungschef eingesetzt. Zurückgetreten war er, weil der Oberste Gerichtshof seine Putschregierung als verfassungswidrig erklärt hatte. Präsident Ratu Josefa Iloilo hatte zuvor die Verfassung außer Kraft gesetzt. Der Inselstaat war nach dem Staatsstreich von 2006 aus dem Staatenbündnis ausgeschlossen worden. Nach dem Putsch war Bainimarama zum Regierungschef erklärt worden. Seitdem drängen die Nachbarstaaten, allen voran die wichtigsten Handelspartner Australien und Neuseeland, die Fiji – Inseln zu einer Rückkehr zur Demokratie.

Die aus mehr als 320 Inseln bestehende Republik Fiji hat seit ihrer Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft 1970, zahlreiche Staatsstreiche erlebt. Ursache waren vor allem ethnische Konflikte zwischen den Ureinwohnern und den Nachfahren indischer Vertragsarbeiter. Unter den 940.000 Einwohnern sind etwa 55 Prozent Ureinwohner und etwa 38 Prozent ethnische Inder. Die Fiji – Inseln leben überwiegend vom Zuckerexport und vom Tourismus. Seit dem Abbruch vieler Handelsbeziehungen infolge des Putsches von 2006 ging es mit der Wirtschaft bergab. Unserer Meinung nach geht es aber bergauf mit der Versöhnung der ethnisch unterschiedlichen Bevölkerungsteile und vor allem mit der Staatsorganisation. Die angeblich demokratischen Regierungen, nur weil gewählt, waren überaus korrupt und arbeiteten an der Unterdrückung der indischen Bevölkerung. So kam es zu Rechtsbeugung bei Landverträgen, ungerechtfertigten Kündigungen von Pachtverträgen in der Landwirtschaft usw.. Den Indern sollte die Existenzgrundlage entzogen werden, ein lang gehegter Wunsch einiger Ureinwohner ist das völlige Verschwinden der Inder aus Fiji. Bereits Ende der neunziger Jahre verließen große Teile der indischen Intelligenz mangels beruflicher Aussichten das Land, welches darauf in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet.

Frank Bainimarama verfügt mit Sicherheit über keine reine Politikerweste, doch vertritt er energisch eine Politik des Ausgleichs und der Chancengleichheit zwischen den Bevölkerungsgruppen, kämpft mit harten Bandagen und gutem Erfolg gegen die behördliche und sonstige Korruption und tritt für Gleichberechtigung und Demokratie ein. Er möchte freie Wahlen auf den Weg bringen, muß aber vorher mit den vorherrschenden und entwicklungshemmenden Strukturen aufräumen.

So widersprüchlich es klingen mag, was aktuell unter der Führung der Militärregierung geschieht, ist vielleicht der fortschrittlichste Weg für die langfristige Entwicklung Fijis. Wir empfehlen seine Charter: „Fiji - Peoples Charter for Change, Peace and Progress“ vom August 2008 zu lesen. Der Regierungschef Frank Bainamarama ist ein eingeborener Fiji und seine größten Widersacher sind ebenfalls eingeborene Fiji´s. Seine Fans sind alle vernunftbegabten Einwohner, dazu zählen praktisch alle Inder, alle Ausländer und ein wachsender Teil der Ureinwohner, hier vor allem die kleinen Leute, sein Rückhalt ist das Militär und sicher inzwischen auch wichtige Chiefs. Fiji kann ohne die Inder nicht existieren. Die Ureinwohner besetzen zwar alle wichtigen Positionen im Lande, bei allen Behörden, und beim Militär, in der Regierung und die Inder haben bei weitem nicht den politischen Einfluss, den die Ureinwohner haben, aber ohne die Inder gäbe es keinen Tourismus, keine Landwirtschaft, keinen Handel, also keine Waren, keine Medizin und keine höhere Bildung also letztendlich kein Fiji. Frank weiß das und er handelt danach.

Die Tsunamiwarnungen vom Oktober 2009 und der Cyclon Thomas vom 16. März 2010, zeigen das Fiji über eine gute Katastrophenplanung und gute und schnelle Möglichkeiten der Eigenhilfe verfügt. Rettungsmittel und Helfer insbesondere das Militär standen bereit und griffen sinnvoll ein und es wurde mit der Ausgangssperre eine sinnvolle Maßnahme verhängt, um Chaos zu vermeiden. Kurzum eine korrupte Scheindemokratie, die das Land an den Abgrund geführt hatte, wurde durch eine Militärregierung ersetzt, (die es nicht nötig hat auch nur einen Soldaten auf die Strasse zu schicken) die einen sehr guten Job macht für die PEOPLE OF FIJI. Dafür wird sie gelobt und anerkannt, von den Fijianern. Nicht vom Westen, der sich jetzt zurecht wohl beschuldigen lassen muss, auf Geheimdienstlicher Ebene ein Mordkomplott an Frank unterstützt zu haben, da auch Neuseeland nicht bereit ist, die hier lebenden Drahtzieher auszuliefern, auch dann nicht, wenn ihnen Beweise vorgelegt werden.

Mit der Yacht von Neuseeland nach Fiji
19° Süd und 179 West, diesen Punkt nimmt man zur Orientierung auf dem Weg von Neuseeland nach Savusavu Fiji. Dann geht’s auf 179° nach Norden bis etwa 17°50 Süd und nach Steuerbord zwischen Batiki Island und dem Wakaya Riff hindurch. Anschließend bleibt Cakau Momo und Koro an Steuerbord. Von Namena und seinem Barrier Riff hält man sich gut frei. Alle wichtigen Inseln auf diesem Weg sind gut befeuert und der Tripp ist nachts kein Problem. Wer just in time morgens am Point Riff von Savusavu ankommen will, um ohne Overtime zwischen Montag und Freitag einzuklarieren, muss da ohnehin bei Dunkelheit durch. Alles sehr breit und übersichtlich. Die Point Passage vor Savusavu ist breit und tief, wir würden sie heute mit unseren Tracks wohl auch nachts fahren. Sollte der GPS ausfallen hilft das Radar ausreichend weiter.

Beim ersten Mal sind wir, wie alle anderen Yachten auch, brav draussen geblieben und haben auf das erste Licht gewartet. Die Einfahrt führt am Costeau Resort vorbei, einem hübschen ruhigen Ankerplatz, den man aber unklariert meiden muss. Entlang dem Land an Steuerbord kommt man zur Commercial Wharf, bei der Einfahrt zum Mooringfeld muß die Festmachertonne der Fähren beachtet werden. Morgens liegen öfter Fähren dort, aber es ist genügend Platz sie zu passieren.

Ankunft Savu Savu 48 Stunden vor dem vermutlichen Eintreffen schicken wir eine Email an Customs yachtsreport@frca.org.fj geben unsere Ankunftszeit bekannt und senden die Daten, die im Formblatt C2 „FIJI ADVANCE INFORMATION OF ARRIVAL YACHTS/SMALL CRAFT“ gefordert werden. Nachzulesen unter
www.frca.org.fj.
Schon kurz vor der Commercial Wharf nimmt man Kontakt auf VHF 16 auf mit der Copra Shed Marina,
Email: coprashed@connect.com.fj oder
der Waitui www.waituimarina.bebi-electronics.com ,

um eine Mooring zu reservieren. Bei Einfahrt wartet schon ein Mitarbeiter im Seababy auf die ankommende Yacht und bringt sie an die Mooring. Es gibt auch einige Plätze „Stern to the Wharf“ mit Strom in der Copra Shed, vor eigenem Anker liegend. Um die Einklarierung muss man sich nicht kümmern, das übernehmen die Marinas. Man wartet an Bord, bis die Offiziellen kommen, das sind Immigration, Customs, Agriculture und Health. Zu bezahlen ist an Agriculture 20,00 Fiji Dollar und an Health ca. 33,00 aber nicht an Bord, sondern man muss die Tage drauf mit dem Taxi zum Krankenhaus fahren, dort bezahlen und die Ouittung auf dem Rückweg beim „Health“ Büro abgeben. Overtime wird fällig am Wochenende, an Feiertagen und nach 16.30 Uhr. Kommt man während der Woche später oder an einem Sonntagabend an, wird dies von den Marinas meist erst am nächsten Tag gemeldet, man ist gerade angekommen. marina-savusavu.jpg 300x225

CopraShed Marina Savusavu, Vanua Levu

Der Empfang war überaus freundlich, man freut sich über ein Glas Cola oder eine Zigarette. Die Kontrollen waren entweder lasch oder fanden überhaupt nicht statt. Wir hatten den Eindruck, dass sich Savusavu als Einklarierungshafen empfehlen möchte. Die Offiziellen werden von den Mitarbeitern der Marinas in deren Booten herangebracht, wofür man insgesamt 10,00 Fiji Dollar bezahlt. Die Mooringpreise liegen bei ca. 12,00 Fijis pro Tag. Sobald Immigration Custom und Health an Bord waren, kann man das Schiff verlassen. Agriculture kommt nur um den Müll abzuholen. Savu Savu ist nicht untypisch für Fiji. Etwas ärmlich und ohne Glanz, den gibt es erst in Suva und Nadi. Jede Menge kleiner Geschäfte und mehrere „Supermarkets“. Der Frischmarkt bietet Obst, Gemüse und Fisch. Letzterer meist halbgefroren und aus geschlossenen Kühltruhen, also fragen und anschauen. Die Präsentation ist eher mäßig, der Fisch aber meist frisch, besonders dann, wenn er noch nicht gefroren ist, also gerade angeliefert wurde. Fleisch ist mau. Die Fiji Schlachter würde man in Europa wohl einsperren. Die guten Stücke werden sowieso nicht angeboten, gehen wohl in die Hotels. Aber es gibt Fiji Meat, einen Ableger der feinen Schlachtereien aus Viti Levu. Die Auswahl ist nicht groß, alles ist tiefgekült, sogar die Salami. Das Geschäft befindet sich in der Waitui Marina.

Die Inder haben Stoffe bis zum Abwinken und die Nähpreise sind extrem günstig, also mal wieder einkleiden wie vor 50 Jahren. Es gibt eine Reihe von Restaurants auch mal im ersten Stock. Wir gehen zu Country Kitchen, vier kleine Tische auf 20qm inclusive Küche, glaube ich und das Curry für 5,00 Fijis pro Person inclusive Tischwasser, also 2 Euro umgerechnet. 2,6 Fijis gleich ein Euro. In der Copra Shed gibt es einen shipshandler im Handyformat, Leihwagen zwei Restaurants und eine Kneipe. In der werden die Informationen des Tages zur Happy Hour ausgetauscht. Für alle, die Internet an Bord empfangen möchten empfehlen wir die TFL –
Fiji Telecom - www.tfl.com.fj
In Savu Savu / Labasa heißt der Ansprechpartner: Mathew, Tel: 881 66 99 Mobil: 999 78 60. Die Internetverbindungen funktionierten auch auf den Outer Islands. Es gibt kaum Funklöcher, Fiji ist ausgezeichnet vernetzt. Ein paar Tage braucht man allerdings um in dieser Welt anzukommen.

Als nächstes könnte eine Busreise nach Lambasa auf dem Programm stehen, der Bezirkshauptstadt von Vanau Levu (großes Land). Der Markt dort ist viel größer und noch preiswerter. Die Bustour billig und die Kontaktmöglichkeiten groß. Die nächste Bustour könnte dann über den „Hybiscus Highway“ gehen, eine Tagestour in den klapprigsten Bussen über die schlechtesten Strassen, es bleibt unvergeßlich. Besonders wenn das Gefährt seinen Geist aufgibt und man irgendwie per Anhalter wieder zurück muss, so geschehen während unseres Aufenthaltes. Wenn uns so etwas passieren sollte, dann würde wir uns das in Fiji wünschen, Einladungen zum Essen und Übernachten bleiben nicht aus, wenn ein Palagi hilflos am Straßenrand steht. An das Schlafen auf Matten zusammen mit einigen Insekten wird man dabei auch gleich gewöhnt. Überhaupt konnten wir beobachten, dass auch engere Kontakte zur einheimischen Bevölkerung normal werden. Viele Yachties haben „Ihre“ Familie gefunden, gleich ob Melanesier oder Inder, und gegenseitige Einladungen zum Essen ausgesprochen.

Wir blieben 8 Wochen, um „unsere“ Insel Vanua Levu kennen zulernen. Sie ist ländlich geprägt mit ausgedehntem Regenwald im Landesinneren, Kokosplantagen an der Südküste und Zuckerrohrplantagen im Norden. Sie hat nur eine asphaltierte Strasse von Süd nach Nord quer durch das Landesinnere. Ein Besuch in Labasa mit seinen ca. 24.000 Einwohnern, ca. 75km von Savu Savu entfernt, ist das reinste Abenteuer. Die angeblich asphaltierte Strasse hat soviel Schlaglöcher, das der Bus für eine Strecke 3 Stunden benötigt. Die Strecke führt durch den Regenwald und später vorbei an den Zuckerrohrfeldern. Landschaftlich sehr reizvoll und kaum besiedelt. Erst im Umkreis der Stadt Labasa treffen wir auf vereinzelte Dörfer. Hier beherrschen die Zuckerrohrfelder nicht nur die Landschaft sondern auch die Menschen. Ohne Maschinen, nur mit Macheten wird das Zuckerrohr geschlagen, eine Knochenarbeit. Die Beladung der kleinen Transport-„LKW“s häufig mit einem Trecker als Zugmaschine wird von 10 Männern nach Anweisungen vorgenommen. Jedes Zuckerrohr gleicher Länge wird neben- und aufeinander gestapelt bis die Ladefläche aufgefüllt ist. Alles sehr akkurat. Bei der Zuckerrohrmühle konnten wir dann beobachten, warum sie beim Beladen so pingelig sind. Jeder nicht nach den Vorgaben beladene „LKW“ kann nicht entladen werden und wird von den Männern der Zuckerrohrmühle nicht berücksichtigt. Übrings, die Wartezeiten vor der Entladestation – 12 bis 48 Stunden. Die Fahrer kampieren dann auf dem Gelände vor der Mühle. Leider konnten wir nicht herausfinden, warum die Abfertigung so schleppend ist, aber es scheint zur Normalität zu gehören, denn kein Fahrer hat sich über irgendetwas beschwert. Sie hocken ganz geduldig auf ihren Böcken und warten.

 Labasa ist eine von indischen Fijianern bewohnte Stadt. Hier tragen die Frauen farbenfrohe Saris und auf dem größten Markt der Insel beherrschen sie das Geschehen, ob als Händlerin oder als Kundin und die nicht schulpflichtigen Kinder wuseln um die Mütter herum. Wir haben überhaupt keine Schwierigkeiten ins Gespräch zu kommen, denn Weiße sind hier die absolute Ausnahme und natürlich gern gesehene Kunden. Handeln gehört zum Spiel, man kauft nicht einfach ein. Schließlich möchte man sich mit dem Fremden unterhalten. Wo kommst du her, was machst du, wie lebst du, sind beliebte Fragen, die beantwortet werden wollen. Im Gegenzug erzählen sie aus ihrem Leben und preisen ihre Waren an. Es dauert so seine Zeit, bis die Ware den Preis hat, den die Einheimischen bezahlen. Dieses Ritual macht sehr viel Spaß und ist außerdem sehr kommunikativ. Die Unterhaltung erfolgt in Englisch, oder so etwas ähnlichem. Ist immer höflich und freundlich und mit dem einen oder anderen Lacher auf beiden Seiten gewürzt.

Luxus Pur im Jean-Michel Costeau – Tauchresort. Der Sohn des berühmten Meeresforschers ist zwar nicht immer anwesend, aber die dienstbaren Geister halten die Ehre der Tauchlegende hoch. Als Nichtgäste des Resort bekommen wir eine nette engagierte Begleitung, die uns die Geschichte des Hauses lächelt erzählt und uns durch den Haupttrakt mit Rezeption, Aufenthaltsraum, Restaurants, Bar und Boutique führt. Alles sehr geschmackvoll, eingerichtet mit natürlichen Materialien, einfach zum Wohlfühlen. Die abseits, in einem tropisch angelegten Garten gelegen, Buren für die Gäste werden vor neugierigen Augen geschützt. Fotos könnt ihr euch auf der website www.fijiresort.com anschauen. Eine Bure mit ocean view für zwei Personen all inclusive, außer Tauchen, ab 1.200 Fiji Dollar pro Tag. Für einen Euro zahlt die Bank 2,85 Fiji Dollar. Ehe wir weiterziehen genießen an der Bar eine Vitaminbombe aus frischen Früchten auf zerkleinertem Eis 9,50 Fiji$. Später erfahren wir den Stundenlohn für die unteren Ränge, dazu zählen auch die Servicekräfte und die Barkeeper – 1,50 Fiji $ pro Arbeitsstunde. Die Arbeitsverträge sind abhängig von der Hotelbelegung und jederzeit kündbar. Hoffen wir, dass das Management für einen hohen Bekanntheitsgrad sorgt und die Nachfrage stabil bleibt.

In Savu Savu trennen sich aber die Wege auch wieder. Auch die zwischen den Yachten, die dort schon fast ausnahmslos einklarieren, weil von hier aus und nur von hier aus sich nun ganz Fiji bereisen lässt.

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Traditionelle Hütten auf Viti Levu

Wir haben es geplant aber dann zugunsten eines Besuchs in der Lau Gruppe verschoben, trotzdem einige Hinweise. Die Karten zeigen eine abwechslungsreiche Küste. Der Westen ist bis in den hohen Norden innerhalb eines Riffgürtels befahrbar, Teile des Südens auch, im Osten schützen Rabi Channel und Somosomo Strait vor dem Passat. Clockwise oder Anticlockwise. Wir würden Clockwise fahren, um uns an die Riffe gewöhnt zu haben, bis wir zu den schwierigen Stellen am Cape Udu Point und zur stromreichen Somosomo Passage gelangen. Hat man diese kurzen Passagen hinter sich, ist man sofort wieder auf der leichten Seite des Lebens.

Los geht es durch die Nasonisoni Passage, 15sm von Savusavu im Westen gelegen. Dort steht auf der Einfahrt der volle Passat, also nur bis 20 Knoten reinfahren. Die Wettervorhersage sollte dann von nur einem schwachen Passat um zehn Knoten berichten, weil hier schon die Fiji Effekte einsetzen. Düseneffekte zwischen den Inseln Viti Levu und Vanua Levu und an den großen Kaps. Diese Windverstärkungen machen sich im gesamten Gebiet von Blighwater und noch in den Yasawas bemerkbar. Die Riffe in Fiji sind längst nicht so komplett wie in franz. Polynesien, auch wird man die Wasserfarben nicht überall finden. Fiji hat viele Flüsse die Schwebstoffe einbringen und Strände sind auch nicht gerade überall zu finden, weite Küstenbereiche sind mit Mangroven bewachsen. Die Seekarten, auch die elektronischen stimmen nicht immer genau, aber die Betonnung ist gut und an der West- und Nordküste sind weniger Wolken als auf der Passatseite der Inseln und somit ist auch die Sicht meistens ausreichend, um die Riffe deutlich zu sehen. Bis Mali oben an der Westseite schafft es sogar die Berufsschifffahrt, dort ist die große Verladestation für Zucker und der abgefallenen Maische, die zur Papierherstellung nach Japan verschifft wird. Durch den Tilangita Pass geht es dann raus, wenn der Passat nicht zu stark ist und rund um das Cap nach Rabi. Taveuni auf dem Weg nach Süden ist die drittgrößte Insel Fijis. Am Rainbow Reef bei der Viani Bay geht es dann wieder nach Westen zurück nach Savusavu.

Nationale Einklarierung
Wer das macht, hat zuvor in Savusavu national ausklariert, das ist nur eine kleine Notiz auf einem Zettel und dient der Information der Behörden. So formlos geht es aber nur, wenn man in denjenigen der nationalen Einklarierungshäfen zurückfährt, aus dem man gekommen ist. Zu diesem Thema jetzt mehr. Fiji hat vier (fünf) Internationale Einklarierungshäfen, die gleichzeitig auch nationale Ein- und Ausklarierungshäfen sind. Es sind dies die Hauptstadt Suva, die westliche Bezirkshauptstadt Lautoka, die ehemalige Hauptstadt und heute unbedeutende Stadt Levuka auf der Insel Overlau, Viti Levu im Nordosten vorgelagert, und Savusavu auf Vanua Levu und nicht auf der üblichen Reiseroute Oniafa auf der Insel Rotuma.

Ich muss jetzt etwas ausholen. Noch vor gut einem Jahr galt, das sich jede reisende Yacht nur von einem nationalen Port of Entry zum nächsten bewegen durfte, um sich dort das Permit für die Bereisung des jeweiligen dem Port zugeteilten See- und Küstengebietes einzuholen. Dann wurde gelockert und man konnte auf dem Weg von einem zum nächsten Port, die auf dem direkten Weg liegenden Ankerplätze aufsuchen, alles aber noch sehr hinderlich für freies Cruisen. In Savu Savu heißt es wie in Suva nun offiziell, Du kannst fahren wie, wohin und wie lange du willst, du musst nur angeben, welchen der vier Ports Du danach anlaufen wirst und etwa wann das sein wird.

Diese Regelung haben die Leute in Lautoka bis heute nicht begriffen, wie es in Levuka ist, wissen wir nicht. Auf jeden Fall stellen die Behörden in Lautoka so ein Permit nicht aus und das tangiert uns üblicherweise auch nicht. Angenommen man war rund Vanua Levu oder hat eine Reise von Savusavu nach Lau gemacht (da komme ich noch drauf), dann geht es z.B. im July, August September über Blight Water nach Lautoka, mit Zwischenstopps soviel und solange man angegeben hat oder gleich in die Yasawas. So kommt man erst 2 Monate später in Lautoka vorbei. Auch wenn so ein Permit in Lautoka Verwunderung hervorruft, ist es offiziell und wird selbstverständlich respektiert. Wir werden bei unserem nächsten Aufenthalt versuchen ein Permit nach Lautoka zu bekommen, das uns ermöglicht erst Ende November dort aufzuschlagen, um dann gleich International auszuklarieren, wenn der Abfahrttermin fest steht.

Richtung Viti Levu
Ein anderer Weg mit vielen interessanten Entdeckungen, geht über Levuka auf Overlau und dann über die Nordküste von Viti Levu, immer hinter den Riffen entlang. So erspart man sich Bligh Water, das man auch nicht bei mehr als 15 bis 20 angesagten Knoten Wind, überqueren soll. Es kann dann dort auch Böen mit 30 und mehr Knoten geben. Wir mussten bei unserer Überfahrt zu unserem großen Erstaunen den Niedergang wasserdicht schließen. Eine kurze steile Windsee war teilweise von altem Südostschwell unterlagert und hatte genau das Format, ständig in unser Mittelcockpit einzusteigen. Drüben angekommen fanden wir das kleine Paradies Nananu I Thake. Herrliche Inseln und Strände, aber abseits des großen Touristenstroms. Wir empfehlen dort mehrere Tage zu verweilen und verschiedene Ankerplätze zu nutzen. Bei ruhigem Wetter ankern wir am VoliVoli Point und fahren mit dem Dinghi an die Bar vom Volivoli Beach Resort. Ein einfaches Haus mit guter Küche, Bier vom Fass und einem entzückenden Swimmingpool, Gäste willkommen, gehobene Backpackeratmosphäre. www.volivoli.com . Der weitere Weg führt dann über Lautoka in die vier Dollar Bar, davon später mehr.

Lau Inseln – ein Paradies der Sonderklasse
Wer von Savu Savu in die Lau Group segeln will, muss eine Nacht bei unter zehn Knoten gegenan motoren oder das Glück haben, einen seltenen Nordwind zu erhaschen. Wir besuchten Vanuabalavu, die größte Insel der Lau, mit den umliegenden Exploring Islands. Die Lau Gruppe zu bereisen braucht mehr als die bekannten Permits. Man benötigt zusätzlich eine Genehmigung vom Lau Provincial Council mit Sitz in Suva und eine Einladung eines Landlords aus der Lau Gruppe. Die Einladung ist in der Regel kostenlos, die Gebühren für das Permit können schon mal 100,00 Fiji Dollar betragen und dann darf man sich über 20,00 pro Boot und Tag nicht wundern. . Die notwendigen Einladungen bekamen wir von Toni Philp, dem Eigentümer der Copra Shed Marina und der Vuda Point Marina und von dem Chief von Dalaconi einem Ort im Norden von Vanua Balavu.

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Melanesierin in Suva

In 2009 haben nur sehr wenige Fahrtensegler ein Permit erhalten. Dank der ausgezeichneten Informationen unter den Seglern, ist es uns gelungen ein kostenloses Permit zu bekommen. Jens, Skipper der deutschen Yacht „ Moana“ segelte als erste Yacht in die Lau Group. Wir ließen unsere Beziehungen spielen und innerhalb von drei Tagen hatte Jens die notwendigen Papiere, transferierte 100 Fiji Dollar für das Permit und 20Fiji Dollar pro Aufenthaltstag an den Chef des Lau Provincial Council, Mr. U. In den Gewässern von Vanua Balavu wurde er von der Navy überprüft und konnte nachweisen, dass er die Gebühren für ein 14 Tage Cruising Permit an das Lau Provincial Council bezahlt hat. Im Gespräch mit dem „Tourismus Beauftragten von Dalaconi“, Mr. Joeli, erfuhr Moana-Jens, dass die Bewohner keinen Cent von den Permitgebühren sehen würden, weil alles in die Taschen korrupter Politiker wandert. Er ermunterte Joeli sich beim Lau Counsil zu beschweren und wies daraufhin dass in Savu Savu mehrere Yachten auf die Genehmigungen warten. Mit dem Permit der SY Moana und der Quittung für getätigte Zahlungen besuchte Joeli den Chief des Lau Provincial Council in Suva. Drei Tage später hatten die Kira von Celle und die La Gitana ein kostenloses Permit, ohne zeitliche Begrenzung! Fünf Tage später segelten wir mit Joeli und einem kleinen Jungen von Savu Savu nach Dalaconi und in die Qilaqila und brachten die Beiden nach Hause.

Die Lau Gruppe ist arm, viel ärmer als alle anderen und mit dem Geld hilft man auch nicht, denn es wird ausschließlich für einen angenehmen Lebensstil der Oberen dieses Gremiums ausgegeben. Alle Versuche einzelner Dörfer dies zu ändern, um auch in den Genuss Geschenke verteilender Segler zu kommen, sind gescheitert. Noch nie ist ein Dollar dort angekommen, wo er hingehört. Fast alle nationalen Führer Fijis von gestern und heute haben ihre Stammeswurzeln in der Lau und die führenden Familien dort sind eng mit dem Tonganer Adel verbandelt. Eigentlich wird Fiji von Lau aus regiert. Aber die hohen Herren mögen nicht, wenn in ihrer zurückgezogenen heilen Welt die armen Bewohner dort allzu viel über die Welt und vor allem die Welt der Korruption und des Wohlstands erfahren. Außerdem lässt sich damit Geldverdienen, gibt es doch einen kleinen feinen Deal, die Lau wird auffallend oft von Mega Yachten der oberen Klasse besucht, wie wir sie in Fiji sonst noch nirgends gesehen haben. Feine Damen und Herren, die für viel Geld etwas zu sehen bekommen, was den anderen verborgen bleiben soll. Lau ist nicht nur höchst arm sondern auch höchst exklusiv. Mel Gibson, Arnold Schwarzenegger, der japanische Schauspieler Yamagata, Dietrich Mateschitz, Eigentümer von Red Bull, und einige andere aus dieser Ecke besitzen eine oder gleich mehrere Inseln in der Lau, natürlich mit eigenem Airstrip.

Die verzauberten Bay of Islands mit vielen kleinen Inselchen gehören für uns zu den Top 3 der bis jetzt besuchten Ankerplätze zwischen Hamburg und Neuseeland. Faszinierend die "Mushroom Islands" (Inseln die bei Niedrigwasser wie Pilze im Wasser stehen), alles ohne Schwell und Wasserfarbspielen von königsblau bis türkis. Dutzende von Mushroom Islands verbergen Caves und die kleine Steilküste in der rundum geschützten Bay bietet kleine aber lange Einschnitte, die mit dem Dinghi zu erkunden sind. Es ist einer der spannendsten und landschaftlich reizvollsten Ankerplätze unserer Reise. Hier boomt das Grün, bellen die Tauben und die Flughunde beeindrucken mit ihren wagehalsigen Flugmanövern. Mit Michaela und Volker von der Segelyacht La Gitana waren wir die einzigen Segler im Revier. Wir haben die Landschaft, die Ruhe und die Entdeckungsfahrten sehr genossen.

Unser nächster Ankerplatz war dann die Nabavatu Plantation, ebenfalls ein hurricane hole. Hier waren wir 14 Tage und haben uns wieder in die Dorfgemeinschaft eingegliedert. Wir lernten wie in der Ölmühle die Kokosnüsse zu „extra virgin Kokosöl“ verarbeitet werden, wir kochten gemeinsam, holten Fisch und Lobster aus dem Meer und wurden in die nächtliche Kokoskrabbenjagd eingeführt. Das Fleisch dieser Viecher ist wirklich köstlich, das Knacken der harten Schalen ist allerdings nicht bordtauglich. Die schulpflichtigen Kinder brachten wir montags um 04:30 Uhr mit dem Motorboot nach Mawarna zur Schule und holten sie Freitag nachmittag wieder ab. Innerhalb der Woche wohnen sie bei Verwandten. Wir lernten, wie hier die Schweine geschlachtet werden und haben gemeinsam mit der La Gitana, die gesamte Dorfgemeinschaft zum Schweineessen eingeladen. Ein 30kg Schwein wurde im Erdofen zubereitet und ein 15kg Schwein gegrillt. Einen ganzen Tag waren alle beschäftigt, Schweine einfangen, schlachten, säubern, zubereiten. Als Beilagen gab es Wurzeln - Fijiart, den Reis, das Gemüse, Ciabatta und als Dessert Kuchen, Kuchen, Kuchen (steuerten wir, die Palagis) bei). Endlich Schwein satt, der Kommentar von Detlev. Die Schweineparty, „The BPD“ (big pig dinner) fand im Dorfgemeinschaftshaus satt und alle waren aus dem Häuschen.

Auf dem Rückweg nach Savu Savu haben wir wieder Gäste an Bord, denn die Fährverbindungen sind selten und nicht zuverläßlich. Es gibt auch Flugplätze, aber keine Flugzeuge. Es gibt eine Eisfabrik aber keine Schiffe, die den gekühlten fangfrischen Fisch nach Suva oder Savu Savu bringt. Die Inseln sind nicht angebunden, warum auch immer. Also haben wir den Fischern einen Gefallen getan und zwei Container mit 250 kg Fisch plus Eis an Oberdeck verzurrt. Die Überfahrt war rasant. Wind zwischen 20 – 25 Knoten, dazu Kreuzseen. Mit stark gerefften Segelen rauschte die Kira anfangs auf Halbwindkurs, dann ausgebaumt auf Vormwindkurs, ihrem Ziel entgegen. Die Gäste Joeli und sein neunjähriger Sohn, seekrank, wir im Kontrollwahn, die schwere Deckslast immer im Auge, denn die Kira war topplastig und schlingerte einige Male gewaltig hin und her. Nach dem Motto „Alles wird gut“ haben wir die 110sm in 18 Stunden abgesegelt. Joeli hat dann wie ein Weltmeister telefoniert und ab 08:00 Uhr wurde der Fisch entladen und sofort auf dem Markt verkauft. Das war ein Supergeschäft für die Fischer von Vanua Balavu und natürlich auch für Joeli, der eine satte Prämie erhalten hat. Drei Fische für die KIRA, am liebsten hätte Joeli den ganzen Kühlschrank vollgestopft, so glücklich war er, das alles so gut geklappt hat.

Wir werden auch 2010 versuchen unsere Freunde zu besuchen, aber wir werden wie im letzten Jahr kein Schmiergeld bezahlen. Mal sehen was wir mit unseren Freunden dort aushecken können und mal sehen, was der TC Tomas im Denken verändert hat. In Fiji ist alles im Umbruch und irgendwann hat Frank auch die Kraft und die Zeit sich mit diesem kleinen Nebenproblem zu beschäftigen und den berüchtigten Unterschlager Mister U. dorthin verbringen zu lassen, wo er hingehört, vor ein Gericht und in eine Zelle.

Auf Vanua Levu ist es wie in der Lau und in den Yasawas absolut üblich Sevusevu zu machen. In den Yasawas soll es Dörfer geben, die Geld für den Besuch, z.B. ankern, schwimmen usw. haben wollen, aber das kann sich wie gesagt alles auch sehr schnell ändern, z.B., wenn keine Yachten mehr kommen. Auf jeden Fall sollte man mehrere Kavasträuße und Geschenke mit sich führen. In Häusern ohne Anbindung an ein Dorf wird man in einsamen Buchten schon mal zu Essen eingeladen, aber es wird erwartet, das man etwas mitbringt, z.B. auch 5 Liter Gemisch für den Generator, DVD gucken ist dann angesagt. Dieses Sevusevu gibt es auch an der Ostküste von Viti Levu noch und natürlich im Inland. Die Süd und Westküste ist touristisch geprägt, es ist der wohlhabendste Teil von Fiji. Das Neue Zentrum heißt Denerau, Hotels und Hafen wie in Spanien, nur viel kleiner.

In der Nähe, zwischen Denerau und Lautoka ist die Vuda Point Marina www.vudamarina.com.fj . Die Einfahrt durchs Riff ist mit Stangen markiert, auf VHF16 rufen, findet man dort sichere Plätze im kreisrunden Becken mit Wartemooring in der Mitte. Den Bug zur Wharf mit zwei Leinen am Heck, wird hier festgemacht, immer mit Hilfe des Personals. Kosten um die 20,00 pro Nacht. Um 10:45 Uhr geht der Bus nach Lautoka, ein Savusavu nur viel größer. Größer auch der Markt und die Anzahl der Geschäfte. Ein reges Treiben auf den Strassen, aber sicher, keine üblen Gestalten auf der Strasse, nichts. Anschauen und einkaufen was das Zeug hält und dann, …. Das Taxi zurück kostet 15 Fiji Dollar und nicht mehr, weil es eigentlich nur 12,00 Fijis kostet. Die Fahrer sind Inder und zwei von ihnen, zwei Brüder haben sich in der Vuda Point Marina eingenistet und verleihen auch Autos und sehen zu, dass sie deine Fahrt bekommen. Abdul 1 und Abdul 2 heißen sie, du kommst an denen einfach nicht vorbei. Etwa gleiche Entfernung nur in anderer Richtung ist Nadi, der Internationale Airport. Hier gibt es die besseren Geschäfte und vor allem den besten Schlachter der Inseln, YAQARA, South Pacific Butchering Company. Lot 7, Denerau Road, Narewa, Nadi, Telefon 670 3900, Fax 670 3800, mobil 9993 900 und 9222863. Bestellte Ware wird in die Vuda Point Marina geliefert.

In der Vunda Point Marina hält man sich nicht zum Spaß auf, sondern zum Einkaufen zum Empfangen von Gästen oder wenn man eine Inselrundfahrt macht oder wenn man mit dem Bus nach Suva will oder zu Reparaturen. Der Besuch fühlt sich gleich wohl, ist doch ein Swimmingpool vorhanden, im Ressort nebenan, und zwei Restaurants gibt es auch.

Mamanutha Islands
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Pool Malolo Lailai mit Blick auf das Ankerfeld

Ansonsten geht es raus in die Mamanutha Islands, zuerst nach Malolo Lailai. Das ist wirklich ein besonderer Ort. Man stelle sich ein kleines Inselchen vor, zweieinhalb Kilometer lang und einen Kilometer breit. Einen Airstrip, einen Golfplatz, Strand ringsum und drei Resorts und eine Marina. Die Marina gehört zu dem Ressort Musket Cove www.musketcovefiji.com und bietet sowohl Moorings wie auch Stegplätze mit Wasser und Strom, alles eingebettet in das Ressort mit Pool und Restaurant, Spar und Massagen. Und eben jener „Vier Dollar Bar“, die nächstes Jahr wohl 5 Dollar Bar heißen wird und das ist der Preis für jedes Getränk, außer man will etwas Teureres. Dort bekommt man kostenlos, Teller Bestecke, Servietten, Gewürze, Ketchup und Holz, dann macht man sein eigenes BBQ auf einem der von Mauern eingefassten Roste.

Im Laden kann man alles dafür kaufen, muss aber nicht. Alles, das sind auch die Steaks von dem bereits erwähnten Schlachter. Sonntags ist „come together“, es gehört zum Pflichtprogramm zum BBQ zu erscheinen. Für 2 Dollar wird man zuvor Mitglied auf Lebenszeit im Musket Cove Yachtclub und erhält somit das Recht anschreiben zu lassen, wo und was man will. Ob Restaurant, Bar, Kajakverleih, Massage, Laden für Lebensmittel. Was immer, am Monatsende wird’s sowieso von der Kreditkarte abgezogen. Die einzelnen Beläge erhält man zur Abrechnung, bei uns hat immer alles gestimmt. Auf der Insel kann man sich völlig frei bewegen und auch die anderen Ressorts betreten bzw. auf den langen Stränden laufen. Die Benutzung des Pools in Musket Cove ist kostenlos. Es gibt auch eine Fähre nach Denerau. Yachties mit Mitgliedsausweis zahlen 30,00 für beide Strecken also zum Erkunden, Einkaufen und Bummeln auf nach Nadi. Der Flieger kostet um die 60,00 Dollar. Der Besuch verlässt das Paradies mit dem traumhaften Eindruck, den diese Welt von oben bietet. Es geht direkt nach Nadi, wo der Flieger nach Hause wartet. Die vermutlich nicht unglücklichen Gastgeber brauchen nicht mal mehr mit zum Flugplatz. Dazwischen war man natürlich in der Mamanutha Gruppe unterwegs oder ist gar bis in die Yasawas gesegelt.

Ausklarieren:
Irgendwann ist es dann soweit, man merkt es, es liegt was in der Luft, die Rede ist immer häufiger von Wetterfenstern. Zuvor das Prozedere: Ausklarieren findet in Lautoka statt, und zwar mit der Yacht auf der dortigen Anchorage. Die Regelung ist international nicht in Ordnung, denn Yachten haben in einem kommerziellen Hafen nichts zu suchen, vor allem wenn für sie keine speziellen Einrichtungen zum Anlanden vorhanden sind. Aber wir sind in Fiji und es ist nun mal so. Es gibt auch die Möglichkeit das Schiff in Vuda Point zu lassen.

Wird man beim Ausklarieren, was nicht selten ist, gefragt wo das Schiff ist und man lügt, geht das oft gut, weil keiner nachschaut, wird man erwischt, kann es Übel werden. Wir haben die Kira in Vuda Point gelassen und sind nicht gefragt worden. Hätte man uns gefragt, hätten wir die Wahrheit gesagt und 180,- Fijis gelöhnt und zwar für die Kosten der Schiffsbesichtigung, die auch fällig sind, wenn das Schiff nicht besichtigt wird, was beim Ausklarieren fast nie vorkommt. Das reizvolle an Vuda Point ist, das man das Dinghi schon gut verstaut hat und nicht noch einmal die 10 Meilen nach Norden muss, sondern gleich nach Süden zur Riffdurchfahrt laufen kann, kein Anker mehr runter und rauf usw.. Wer ausklariert hat, muss sofort raus, kein Anker darf mehr geworfen werden. Wir halten uns daran, aber nicht alle tun das. Das Risiko mag gering sein, doch so etwas wird immer mal wieder entdeckt und wenn dann die Regeln verschärft werden, beschweren sich die Yachties gleich über das ganze Land. Wir sind Gäste und haben uns den Regeln des besuchten Landes zu unterwerfen, wem das nicht passt, der kann ja wegbleiben.

Das Wetterfenster von Fiji nach Neuseeland
Zur Abfahrt braucht man ein Hoch, das ideale Hoch ist fast kreisrund und hat zwischen 1024 und 1030 Hektopascal, aber nicht mehr, sonst wird der Südostpassat zu stramm. Weniger ist auch nicht gut, denn dann ist es ein labiles Hoch und die Gefahr, dass sich innerhalb des Systems Tröge bilden oder ein Tiefdrucksystem entwickelt, recht hoch. Also geht es mit guten Winden aus Südost los, die eine Tendenz zu Ost entwickeln sollten. Kommt man dem Kern näher, geht der Motor an, südlich des Kerns erwarten einen Nordwestliche bis zum Schluss Südwestliche Winde, dann sollte man aber schon in der Abdeckung der Nordinsel sein. Entwickelt sich ein Hoch abschwächend zu einer Brücke von Ost nach West und stößt das folgende Hoch nach, wird man sehr viel mehr motoren müssen und kann nur mit schwachen umlaufenden Winden rechnen. Aber darüber wird man zu gegebener Zeit noch genug hören.

Zur Wetterbeobachtung nutzen wir, solange wir Internetzugang haben die Wetterkarten von:
  • www.met.gov.fj - Fiji Meteorological Service
  • www.metvuw.com - Ocean Weather Forecasts - James McGregor, NZ – 7 Tage
  • www.metservice.com - Neuseeland, Marine
  • www.weather.noaa.gov/fax/hawaii.shtml#WIND
  • www.prh.noaa.gov/hnl/graphics/stream_00.gif
  • www.wetterzentrale.de/topkarten/fswaveur.html - Australien
  • www.weathergram.blogspot.com – Bob Mcdavitt
Unterwegs holen wir uns die Wetterkarten von Sailmail via Kurzwelle. Die Wetterdaten basieren auf dem Rechnermodell GFS – Global Forecast System – die Darstellung erfolgt in Grib files. GRIB steht für "gridded binary" und ist ein von der Weltorganisation für Meteorologie eingeführtes Format zum Austausch von Wetterdaten. Die Wetterkarten sind gut lesbar, haben aber den Nachteil, dass keine Fronten dargestellt sind. Die Nadi Fleets und die wöchentlichen WEATHERGRAMS des berühmten neuseeländischen – „Wettergurus" Bob Mcdavitt können wir ebenfalls über Sailmail abrufen. Streamline Analysis, SW Pacific Satellite Image, Wind, Wave Analysis und Wind, Wave Forecast erhalten von NOOA Honolulu. Frequenzen 9.980.60kHz, 11.088.10kHz und 16.133.10kHz.

Sendezeiten in UTC:
  • 0555 + 1755 – Streamline Analysis
  • 1154 + 2354 – Streamline Analysis
  • 0649 + 1849 – SW Pacific Satellite Image
  • 1248 + 0048 – SW Pacific Satellite Image
  • 0740 + 1940 – Wind, Wave Analysis
  • 0753 + 1953 – Wind , Wave 24 Stunden Forecast.
Wir sind Ende November 2009 mit einem idealen Wetterfenster nach Neuseeland gesegelt und liegen nach einer langen und spannenden Reisesaison, startklar in Opua, für eine weitere Segelsaison im Südwestpazifik. Wir wünschen allen Seglern „Fair winds & Happy sailing!

Beate + Detlev Schmandt
SY Kira von Celle – HR42


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Letzte Änderung / Last change: Montag, 21. Juni 2010