Bericht Gambier-Islands 2007
Herwig und Monika Pichler, SY MONJA
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Sieben Trans-Ocean Yachten ankerten dieses Jahr im April/Mai vor dem Ort Rikitea auf der zu den Gambiers in Französisch-Polynesien zählenden Insel Mangareva. Von Chile aus Süd-Ost über die Osterinseln und Pitcairn kommend, trafen BREAKPOINT, LUDUS AMORIS und ATLANTIS ein, während die - im Nord-Osten - von Galapagos aus startenden Schiffe MONJA, ANTJE, TANOA und zuletzt SECOND LIFE nach sehr wechselhaften Windbedingungen und Absolvierung von rund 3000 sm einlangten. Diese am südöstlichen Ende der Tuamotos gelegene Inselgruppe wird eher selten von Yachten angelaufen. Daher auch große Überraschung und Freude bei dem hier seit langem ansässigen und überaus hilfsbereit agierenden TO-Stützpunktleiter "Fritz-Didier Schmack".
Man ankert nach Passage der engen, aber gut betonnten Einfahrt hinter Korallenriffen geschützt auf gut haltendem Grund auf 10 bis 20 m Tiefe und findet in der Nähe von Rikitea mehrere Anlegemöglichkeiten für das Dingi.
Als ausgesprochen einfach und locker erweist sich die Vor-Einklarierung - richtig einklariert wird erst auf Papeete - am zuständigen Gendarmerieposten. Kosten: 1 Briefmarke auf eine Kopie des Einklarierungsformulares und Abgabe des zusammengehefteten Papieres auf der Post mit Adresse: "Doune/Papeete".Von 14 Inseln sind 3 bewohnt und leben hier rund 700 Menschen, die auf den insgesamt ca. 40 "Perlenfarmen" gut bezahlte Arbeit finden. Die Bewohner sind überaus hilfsbereit, freundlich und auch gerne für ein Gespräch bereit. - Eigentlich nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, daß im Zuge der Kolonialisierung und Christianisierung die Bevölkerung von ehemals 8000 auf einen Bruchteil zurückging. Allein 5000 Menschen sollen unter dem ab 1834 agierenden Jesuitenpater "Honore Leval", der den letzten König Maputeo zum Christentum bekehrte, entmachtete und danach selbst wie ein Despot herrschte, "weniger geworden" sein. Heute erinnern nur mehr die Ruinen eines Klosters und mehrere verfallene Kirchen an diese Zeiten. Neben einer kleinen Kirche auf Taravai existiert noch die mit schönen Perlmuttdarstellungen ausgestattete, leider jedoch seit einem Jahr wegen Einsturzgefahr gesperrte Kathedrale in Rikitea. Hinsichtlich der allgemeinen Versorgung sollte man bedenken, daß diese - abgesehen von diversen Früchten, die man am besten am Tauschwege erwirbt - eher unsicher ist. Lebensmittel, Treibstoffe, etc. langen im 2-3 Wochenrhytmus per Frachtschiff aus Papeete ein und sind meist rasch vergriffen. Das heißt, was - in den meist von Chinesen geführten Läden - lagernd ist und möglicherweise am Schiff gebraucht wird, sollte schnell gekauft werden. Auch wenn es bei dem noch an Panamesische oder Ecuadorianische Preise gewohnten Segler einen ordentlichen Schock verursacht. - Nachschub ist nicht sicher!! Nächstes besseres Shopping erst wieder nach 1000 sm in Tahiti. Auch sollte man hier die begehrten schwarzen Perlen - einzeln oder verarbeitet - kaufen. In Papeete kosten sie ein Mehrfaches!
Fast täglicher Anlaufpunkt für uns Segler war der "TO-Yachtclub Rikitea". Der aus Rostock stammende Stützpunktleiter "Fritz" trat zum altersmäßig frühesten Zeitpunkt in die Französische Legion ein und verschlug es ihn nach Stationen in Algerien, Djibuti, Madagaskar und Korsika nach Französisch-Polynesien, wo er noch zu Dienstzeiten eine Familie gründete. Nunmehr verwitwet und längst in Pension freut er sich besonders über Deutschsprachige Yachties und hilft in ausgesprochen großzügiger Weise wo er nur kann.
Nach und nach leerte sich die Bucht wieder. Die meisten zogen in Richtung der Tuamotus weiter und hatten vor, sich auf Tahiti wieder zu treffen. - Die weite Welt der Segler ist so groß doch nicht! |
