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Gambier Inseln – Die Kinderstube der „ Schwarzen Perlen“ von Beate und Detlev Schmandt |
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01.05.2008 wir sind im Südseewunderland angekommen, unser Ankerplatz 23°07.04 S - 134°58.04W, Ankertiefe 17m, Ankergrund Sand. Die Passeinfahrt, wir segelten durch den Westpass, ist betonnt, Betonnungssystem A, aber Achtung nicht alle Tonnen sind vorhanden. Wie vorgeschrieben haben wir die französische Flagge und die Q Flagge unterhalb der Steuerbordsailing gesetzt. Die sogenannte inoffizielle Einklarierung in Französisch Polynesien verläuft problemlos. Wir gehen in Rikitea auf der Insel Mangareva zur Gendamarie und melden uns bei Immigration und Customs. Nach einem sehr freundlichen Empfang füllen wir die Formulare aus und werden weitergeleitet zur Post. Hier tauschen wir Geld überreichen der Dame, mit Blumen im Haar und einem breiten Lächeln im Gesicht die „arrival declaration“, zahlen 70Cent für die Briefmarke und werden Herzlich Willkommen geheißen. Die Einklarierungspapiere gehen mit der Post nach Papeete und für uns beginnt der Count down für die nächsten 90 Tage. Alle EU Bürger sowie Andorra, Austalien, Brasilien, Honkong, Liechtenstein, Macao, Malta, Monaco, Norwegen, San Marino und Schweiz benötigen für diesen Zeitraum kein Visum. Die Schweizer Yachten mussten trotz Schengener Abkommen einen Bond in Höhe von 2.300,00 US Dollar bei der Bank hinterlegen. Die Auszahlung erfolgt bei Ausklarierung aus Französisch Polynesien. Wer länger als 90 Tage in Französisch Polynesien bleiben will, wendet sich in Papeete an den Haute Commissaire (DRCL)und beantragt ein Visum (résidents temporaires). Adresse: rue Jeanne d`Arc, Tel. (689) 54 27 00, Fax (689) 43 63 91, Bearbeitungszeit vier Wochen, Bearbeitungskosten 150 US$. Über Funk verfolgen wir die Einklarierung auf den Marquesas. Port of Entry sind: Taihae auf Nuku Hiva, Hakahau auf Ua Pou und Atuona auf Hiva Oa. Von Anfang Mai bis Mitte Juli patrolliert ein Zollboot aus Papeete auf den Marquesas. Wer ohne Einklarierungspapiere ankerte, es betraf in erster Linie die Yachten auf Fatu Hiva, wurde zur Kasse (100 US$) gebeten, musste sofort die Bucht (Hanavave- Jungfrauenbucht) verlassen und umgehend einen Port of Entry anlaufen. Alle Yachten haben sich bei Ankunft in Papeete zuerst beim Zoll und dann bei der Immigration zu melden. Beide Behörden befinden sich im Bureau de Yachts am Quai des Paquebots, ganz in der Nähe des Fremdenverkehrsbüros OPATI. Wir bleiben 3 ½ Wochen auf den Gambier Inseln, die so gar nicht dem Südseeklischee entsprechen und nur von wenigen Yachten angelaufen werden. Die kleinen hügeligen Berginseln und flachen Koralleninsel vulkanischen Ursprungs liegen emotional gesehen am Ende der Welt. Spektakuläres gibt es hier nicht zu entdecken, dafür viel Authentisches und sehr ruhige schwellfreie Ankerplätze. Uns gefällt es sehr gut hier, so abseits der Segelrouten und ohne touristische Höhepunkte. Wir genießen die Ursprünglichkeit, die Beschaulichkeit und die fröhlichen Kontakte zur einheimischen Bevölkerung. Schnell stellen wir fest, das wir sehr gute Sichtverhältnisse benötigen, um die Ankerplätze auf den Inseln und Inselchens – Aukena, Akamaru, Mekiro, Kamaka, Totegie, anzulaufen. Die Lagune ist mit Riffen und Korallenbänken gespickt und erfordert die entsprechende Navigation, am Besten ist immer einer im Mast. Der Ankerplatz auf Ile Mekiro ist nur für Yachten mit geringem Tiefgang geeignet. Die flachste Stelle, 1m, liegt in Höhe der Einfahrt zur Lagune. Totegie ist ein langgestrecktes Motu mit der Landebahn für kleine Flugzeuge und Ruinen der ehemaligen Militärbasis, einem wunderschönem weißen Sandstrand, vielen Kokosnußpalmen und guten Schnorchelmöglichkeiten am Außenriff. Akamau ist eine hügelige bewohnte Vulkaninsel. Die Familien leben von der Landwirtschaft. Es werden Papaya und Bananen angebaut und Kopra erzeugt. Auch hier ist die schneeweiße aus Korallenstein gebaute katholische Kirche, mit dem gepflegten, palmengesäumten Weg, der Treffpunkt der Bewohner. Die Insel Aukena ebenfalls eine Vulkaninsel mit geschützten Ankerplätzen bei Passat, gehört zur Hälfte dem Perlenkönig Robert Wan und seiner Famile. Von hier aus hat man einen sagenhaften Blick auf die Lagune und auf den rautenförmigen Riffgürtel der alle Inseln umgibt. Wer die Gambier Inseln anlaufen möchte, kann sich einen super Überblick bei Google earth verschaffen. Rikitea, das Verwaltungszentrum, ist sehr übersichtlich. Gemeindehaus, Polizei und Immigration, Krankenstation, zwei Schulen, Sportplätze und eine handvoll Tante-Emma-Läden, fast alle in chinesischer Hand, ein Restaurant, die Wetterstation von Meteo France und der Hafen. Die imposante 1848 erbaute Kathedrale Saint Michel ist wegen Einsturzgefahr geschlossen und die große Sporthalle umfunktioniert zur Kirche. Das Leben verläuft hier ganz langsam, so langsam wie eine Schildkröte und auch wir entdecken die Langsamkeit. Die gelassenen Polynesier machen es uns vor. Nach Holzhütten mit Pandanusblättern geflochtenen Wänden und mit Palmenwedeln gedeckten Dächern suchen wir vergeblich. Die meisten Einfamilienhäuser zeigen einen modernen Baustil mit europäischem Touch, aber dem Klima angepasst, keine dicken Steinmauern, keine isolierte Fenster. Einige wenige alte Steinhäuser, teilweise blau-weiß gestrichen erinnern an die Provence. Die angelegten Gärten quellen über vor bunten Blumen und die Tiare-, Frangipani- und Hibiskusblüten verströmen einen betörenden Duft. Blumen spielen eine wichtige Rolle in der Südsee-Kultur, denn sie sind ein Symbol für die Lebensfreude. Überall wachsen all die leckeren Früchte, Pampelmusen, Bananen, Mangos, Papaya und Zitronen für die wir in Deutschland viel Geld bezahlen müssen. Täglich bekommen wir eine Vitaminbombe geschenkt. In der Lagune werden mit dem ersten Licht die Pirogen zu Wasser gelassen. Es wird vor und nach der Arbeit fleißig trainiert. In Einer-, Zweier-, Vierer- und Achterauslegerkanus bereiten sich die Freizeitsportler auf die Wettfahrten zur Heiva in Papeete vor. Sehr schnell und synchron paddeln sie mehrere Meilen durch die Gewässer, egal ob es regnet, stark windet oder die Sonne scheint. Ab 17:00 ertönen die Pahus (Trommeln), die Ukulele und tahitianische Melodien, es ist Feierabend und die Freizeitgestaltung beginnt. Unter den großen alten Bäumen rechts und links der Dorfstrasse spielen die Kinder mit Glasmurmeln und die alten Männer Boule. In der Sporthalle übt der Kirchenchor, auf dem Sportplatz wird Fußball gespielt, die jungen Mädchen flanieren durch den Ort und überall steigen Rauchschwaden auf. Das gemeinsame Abendessen liegt auf dem Grill, die beliebteste Art der Essenszubereitung in der Trockenzeit. Sonntags treffen sich fast alle Inselbewohner festlich gekleidet und mit Blüten geschmückt in der großen Sporthalle zum katholischem Gottesdienst. Der kraftvolle mehrstimmige Gesang weht über die Lagune und wir genießen das Konzert beim Sonntagsfrühstück mit Rühreiern und Speck im Cockpit. Einen Flughafen für kleine Maschinen gibt es auch. Er befindet sich auf der Insel Totegegie. Tahiti Air fliegt die Gambiers 1x pro Woche und bei Bedarf an. Fremde aus aller Welt begegnen uns nur auf den Ankerplätzen. Es sind vor allem die Patagonien Segler, die hier ihren Segeltörn durch Französisch Polynesien beginnen. Acht Yachten (Kanada 1, Neuseeland 1, USA 1, Schweden 1, Frankreich 2, und wir) ankerten in den Buchten der Inseln und die Gemeinschaft war erstklassig. Fritz Didier Schmack, pensonierter Fremdenlegionär, Seglerfreund und Transocean - Stützpunktleiter, war unser Mann für alle Fälle. Fritz lebt schon seit 1975 auf Mangareva, spricht perfekt französisch und kennt sich aus mit den hiesigen Sitten und Gebräuchen. Sein Häuschen, gekennzeichnet mit einem Fahnenmast, ist vom Ankerplatz vor Rikitea gut auszumachen. Ein gut gekühltes Bier, die Waschmaschine, die Wäscheleine, die Dusche ein Segen für die Segler, der runde Tisch das Kommunikationszentrum und der tägliche Treffpunkt. Ob Inselrundfahrt, Besuch bei den Perlenfarmern, Kontakte zur einheimischen Bevölkerung, Inselwanderungen, Proviant einkaufen, Fitz hatte immer einen guten Tipp parat. Lieber Fritz herzlichen Dank für deine Gastfreundschaft. Bleib gesund, damit noch viele Segler vorbei schauen können. Ein Hinweis für die Segler, die die Gambier Inseln anlaufen: Fritz liebt deutsche Volksmusik und den deutschen Schlager. Nichts Modernes sondern Altes, so richtig zum Mitsingen, gebrannt auf CD. Mit Heino ist er ausreichend versorgt, also lasst euch was einfallen. Einmal die Woche soll hier ein Versorgungsschiff aus Tahiti anlegen und die Inselbevölkerung mit allen Dingen des täglichen Lebens versorgen. Klappt aber nicht immer und so kann es sein, dass 14 Tage kein Schiff einläuft und dann in der dritten Woche kurz hinter einander zwei Frachter einlaufen. Wir konnten dieses Szenario aus nächster Nähe beobachten und waren höchst erstaunt, was alles so ausgeladen wurde. Baumaschinen, Baumaterialien, Autos, Motorroller, Fernseher, Waschmaschinen, Tiefkühltruhen, Möbel, Fahrräder, Kinderspielzeug, Lebensmittel, ja selbst das Baguette wird Kistenweise aus Papeete angeliefert. Der ganze Ort versammelt sich auf dem Hafengelände, ein Stelldichein für Jung und Alt. Die Tante-Emma-Läden haben dann geschlossen, denn die Besitzer stehen genauso in der Warteschlange wie alle anderen auch. Sind die Container abgeladen und geöffnet, geht die Verteilung los. Jeder Karton ist gekennzeichnet, mit Namen der Adressaten versehen und wird einzeln aufgerufen. Die geduldig wartenden Menschen ratschen miteinander, essen und trinken, keiner drängelt sich vor, keiner meckert, alles verläuft friedlich, obwohl das Prozedere Stunden dauert. Die beiden Frachter Taporo VIII und Nikuhau haben dann den örtlichen Bauschutt, schwere Baumaschinen und Containern geladen. Der Atomschutzbunker für das Militär ist dem Erdboden gleichgemacht und der aufblasbare für die Bevölkerung ist ebenfalls abgebaut worden. Die Bevölkerung sieht es gelassen, solange Frankreich weiter zahlt. Die Haupteinnahmequelle der Gambier Inseln sind die schwarzen Perlen, die hier auf den Perlenfarmen gezüchtet und nach Tahiti und Übersee verkauft werden. Diese schwarzen Perlen, das Symbol und der Exportschlager von Französisch Polynesien, haben uns besonders interessiert. Ihren Namen haben sie von der schwarzlippigen Perlenauster in der sie gezüchtet werden. Der wissenschaftliche Name Pinata margaritefa. Die Zuchtmethode wurde von den Japanern Tatsuhei Mise und Tochi Nishikawa im frühen 1900 Jahrhundert entwickelt und wird auch heute noch von den Perlenzüchtern angewendet. Bevor die eigentliche Perlenzucht beginnt, müssen die Perlenaustern aufgezogen werden. Dieser Prozess, vom Laich bis Mutterperle dauert im Schnitt drei Jahre. In den Lagunen werden hierfür zunächst Kunststoffgirlanden ausgelegt, an denen sich die Larven der Muschel sammeln. Ab dem 6. Monat werden die jungen Austern in hängende Körbe gefädelt und während der weiteren Wachstumsphasen ständig kontrolliert, sortiert und gepflegt. Je gründlicher die Austerschalen von darauf wachsenden Algen befreit werden, desto besser ist ihr Wachstum. In den Gambier Inseln erfolgt diese Säuberungsaktion alle sechs Monate mit riesigen Kärchern, die von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im Einsatz sind. Eine große Rolle spielt auch der Aufzuchtsort, die Kinderstube, denn die Wassertemperatur, die Wasserqualität, die Flora und die Fauna haben einen großen Einfluss auf die Ernährung und die Gesundheit der Auster. Die Gambier Inseln mit ihren vom Riff geschützten Gewässern scheinen diese Voraussetzungen zu erfüllen. Wir haben 40 Perlenfarmen gezählt, die in den Lagunen, im Schutz der Motus ihre Perlenzucht betreiben. Die auf Stelzen ins Wasser gebauten Häuser sind häufig Arbeits- und Wohnort zugleich. Der Hauptarbeitgeber und Perlenkönig der Gambier Inseln ist Robert Wan. Ein Chinese, der hier das Züchten der schwarzen Perlen 1974 etabliert hat und heute 8 Perlenfarmen besitzt. Seine Perlenfarmen in Taku, Aukena und in der Lagune von Marutea bilden eigene Dörfer auf dem Wasser und sind das ganze Jahr über besetzt. Allein 20 Millionen mother-of-pearl, also Austern, die für die Perlenzucht eingesetzt werden, wachsen in der Lagune von Marutea. Wie funktioniert die Zucht? Hat die Perlenauster die Zuchtgröße erreicht, verlässt sie die Kinderstube und wird von geschickter Menschenhand behandelt. Dabei wird von einer MOP (mother-of-perls) ein Gewebeteilchen aus dem schwarzlippigen Saumrand entnommen und zusammen mit einem Fremdkörper, dem sogenannten Nucleus, in den Genitalbereich der Zuchtauster implantiert. Dieser Nucleus ist eine perfekt geschliffene runde Süßwasserperle aus dem Mississippi. Das präparierte Gewebeteilchen aus der Austernlippe der Mutterauster soll für eine störungsfreie Produktion sorgen und gibt außerdem die Färbung an den Nucleus ab. Die so behandelte Auster sondert in micro dünnen Schichten das irisierende Perlmutt ab, das sich konzentrisch um den Nucleus legt. Dieser Vorgang dauert zwei Jahre. Das Implantieren des Nucleus und das Einbringen des Gewebeteilchens gleichen einer Operation. Mit einem scharfen Messer werden die vorher gesäuberten Hartschalen wenige Millimeter geöffnet und in einer speziell entwickelten Halterung fixiert. Nun sind geschickte Hände und ausgezeichnete Augen erforderlich. In der linken Hand der Spreizer, um die Muschelöffnung zu gewährleisten und in der rechten Hand die Pinzette für den Nucleus und das Gewebeteilchen. Beides muß nun in den Genitalbereich implantiert werden und zwar in sekundenschnelle. Die Auster darf nicht absterben. Im Imperium von Robert Wan wird dieser schwierige Arbeitsprozess von jungen Chinesinnen ausgeführt. Die Ernte der Perle verläuft ähnlich, wenn die Auster weiter zur Züchtung verwertet wird. Schalen aufschlitzen, im Halter fixieren, mit Spreizer arretieren und mit einem langen Griff – mit einer kreisrunden Öffnung am Ende – die Perle herausschälen und einen neuen Nucleus plus Gewebeteilchen einführen. Die Geburtszeit der neuen Perle verkürzt sich auf 16 Monate. Erntezeit ist immer. Nachdem wir nun so viele Informationen gesammelt haben, hat mich der Perlenkauf interessiert. Schmuckgeschäfte gibt es keine und auf den lizenzierten Perlenfarmen werden keine Perlen an Privatpersonen verkauft. In den Privathäusern der Perlenfarmer ist er außerordentlich gut organisiert. Dank Fritz mache ich die Bekanntschaft mit seinem alten Freund Henry, Juwelier im Ruhestand. Bei ihm habe ich mich schlau gefragt. Die Bewertung und damit auch der Preis der Perlen erfolgt nach 5 Kriterien: Nach dem Glanz, nach der Form, nach der Reinheit, nach der Größe und nach der Farbe. Für den Glanz hat Henry gleich zwei Begriffe, Lüster und Orient. Lüster ist die Lichtreflexion auf der Perlenoberfläche in der man sich spiegeln kann, stumpfe Perlen sind minderwertig, sagt Henry. Orient bezeichnet den farbigen Schimmer der Perle. Dieses Strahlen ist eine Interaktion von Licht und der kristallinen Struktur der Perle. Haben die einzelnen Perlmuttschichten Fehler, wie Rillen oder Pickel, stört das den Glanz der Perle. Je intensiver der Glanz umso wertvoller die Perle. Die Form wird an ihrer Kugelform und der Symmetrie gemessen. Die Stars der schwarzen Perlen sind die perfekten runden. Tropfen-, birnen-, knospenförmig bis hin zu oval geformten Perlen werden als Semi - Barockperlen verkauft, sie sind symmetrisch aber nicht mehr rund. Unregelmäßige Perlen, häufig in Stabsform ohne Symmetrie, bezeichnet der Fachmann als Barockperle. Der Wert der Perle wird durch die Rundheit und das Ebenmaß bestimmt, je runder je gleichmäßiger, je wertvoller. Die Reinheit der Perle wird durch die Makel bestimmt. Das kann ich als Laie sogar erkennen, denn makellose Perlen tragen die Bezeichnung AA und sind 100% rein und äußerst selten. A Perlen haben 1 bis 2 Makel und haben eine Reinheit von 90 %. B Perlen haben 2 bis 5 Makel = 67% Reinheit, C Perlen haben mehr als 5 Makel und besitzen nur noch eine Reinheit von 33%. Die Bedeutung der Reinheit ist sehr wichtig für das äußere Erscheinungsbild der Perle und für die spätere Form der Verarbeitung. Juweliere können minimale Makel bei der Verarbeitung kaschieren. Die Größe der Perle wird durch den Durchmesser bestimmt. Eine große Perle hat einen Durchmesser von mehr als 11,5mm, die durchschnittliche Perle 9,5mm bis 11,5 mm, die kleine 8,0 bis 9,5mm. Je größer der Durchmesser, desto teuer die Perle. Größere Perlen benötigen sehr viel größere Mutterperlenaustern (Mother of Pearls). Nur diese haben das Volumen für das nötige Wachstum. Die Zucht der MOP ist schwierig und sehr teuer. Die größte perfekt runde Perle der Welt hat einen Durchmesser von 22,92mm und wiegt 12,5g. Gezüchtet von Robert Wan auf dem Tuamotu Atoll Nengo Nengo, 50sm südwestlich von Hao, der Preis ist unbekannt. Zu besichtigen in einer Perlenvitrine seines Perlenmuseums in Papeete, Tahiti. Eine Kette mit 54 runden Perlen im Durchmesser von 14mm bis 19mm kostet 160.000 US$, eine Perle im Durchschnitt 2.963 US$. Die Farbe der Perlen ist nicht nur eine emotionale Angelegenheit, sondern auch ein Verkaufskriterium. Schwarze Perlen sind nicht unbedingt schwarz. Sie changieren in vielen Farben, je nachdem wie viele Chromanteile vorhanden sind. Die Färbung definiert den spektralen Bereich und gibt der Farbe den Namen. Chrom bestimmt die Intensität und die Reinheit der Farbe. Weiß, Grau und Silber haben wenig Chromanteil, Aubergine, Violett, Blau und Grün dagegen viele Chromanteile. Die Standardfarben bei den schwarzen Perlen sind grün, blau und violett. Unterhalb des Standards sind weiße, graue und silberfarbene Perlen. Seltene Färbungen neben Schwarz sind Regenbogen, Aubergine und Pfauenfedergrün (flywing green). Für den Perlenkauf kann man sich merken, je seltener die Farbe, je höher der Wert, desto teurer die Perle. Alle fünf Kriterien zusammengefasst ergeben den Wert einer Perle und es ist wirklich spannend und lehrreich schöne schwarze Perlen zu entdecken und zu kaufen. In den Juweliergeschäften in Papeete habe ich mehr silberfarbene Perlen als Schmuck verarbeitet gesehen, als dunkle. Eine dunkel gefärbte Perle, perfekt im Glanz, im Durchmesser 10mm und 99% rein kostet in Papeete im Fachgeschäft 450,00 Euro. Auf den Gambierinseln 45,00 Euro. Wer durch die Inselwelt von Französisch Polynesien segelt und schwarze Perlen für ein Schmuckstück kaufen möchte, der sollte seine Entscheidung auf den Gambiers oder auf den Perlenfarmen in den Tuamotus treffen. In Papeete ist das untere Level mindestens doppelt so teuer und bei der oberen Kategorie verzehnfacht sich der Preis. Keine Yacht verlässt Französisch Polynesien ohne schwarze Perlen und so wünschen wir allen Seglerinnen und Seglern viel Spaß bei der Suche nach der ganz persönlichen Perle. Nach 3 ½ Wochen heißt es Abschiednehmen, eigentlich wären wir gerne länger geblieben, aber die Inselwelten von Französisch Polynesien sind so vielfältig und 90 Tage ein knapp bemessener Zeitraum. Die Seestrecken sind lang und bis Anfang August wollen wir noch viele Buchten und Häfen in diesem Revier anlaufen. Unser nächstes Ziel sind die Korallenriffe und Lagunen der Tuamotus. |
