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Die Marquesas : Kannibalen, Mangos und Camenbert

von Peter und Alexandra Schöler, SY. Risho Maru
E-Mail: schoeler@gmx.at

risho-maru.jpg 300x240 Da waren wir also nach 19 Tagen von den Galapagos Inseln in Fatu Hiva angekommen. Unglaublich tolles Ambiente. Felstürme um die Jungfrauenbucht.

Fruchtbare, saftig dampfende Täler mit Mangobäumen, deren prallen Früchte einem beinahe in den Mund fallen. Die Einheimischen des schlichten Dorfes sind nett und freuen sich über die zahlreichen Segler, die am Sonntag die Kirche besuchen. Dort ist alles und jeder mit Blumen geschmückt und Ukulelen begleiten die schönen Gesänge. Die Stimmung unter den Seglern ist grandios. Jeder ist stolz und glücklich den Pazifik überquert zu haben und wieder festen Boden unter den Beinen zu spüren. Mehrere polynesiesche Abende werden organsiert, wir schlemmen geröstet Brotfrucht, Chickencurry und erstmal den berühmte „ Poisson Cru“-Roher Thunfisch in Kokosmilch.

schoeler.jpg 300x199 Der Ortsgendarm hält uns auf der Strasse auf und will die Pässe sehen. Keinem Segler ist es erlaubt länger als eine Woche in Fatu Hiva zu bleiben, man muss nach Hiva Oa zum einklarieren.

Seltsamerweise sind nach 2 Wochen immer noch die gleichen Segler da und auf Nachfrage gerade erst gestern angekommen! Aber irgendwann segeln wir dann doch weiter. Hiva Oa lockt, die Insel Paul Gauguins und Jacque Brels. Der Duft der Marchesas ist einfach einzigartig. Eine Mischung aus Kokosmilch , Kopra, Mango und Regenwald. Auch in Hiva Oa ist die Strasse von wunderschönen , gelben, rotem Blüten übersät-so als wollte man uns gebührlich empfangen.

Ein Pick up Truck nimmt uns vom Haupthafen mit in die Stadt-10 Minuten Abenteure Ride! Immigration ebenfalls 10 Minuten-aber kein Abenteür, flott und unkompliziert erledigt der Dorfgendarm alles nötige. Custom ist weit und breit keiner in Sicht, dafür einige gut bespickte Supermärkte. Ja es stimmt, es ist teuer hier, aber was solls-wir wollen Camenbert, Salami, Baguette, Salat und Tomaten-koste es was es wolle! Natürlich befahren wir Hiva Oa mit dem Auto, besuchen Zauberorte wie einen Tikitempel mitten im Dschungel und ein schlichtes Dorf in dem gerade eine Art Bingomeisterschafft unter den Fraün stattfindet. Gleich ums Eck von Hiva Oa ist die Insel Tahuata-dort endecken wir wunderschöne ruhige Bucht, Sandstrand, Limettenbäume!Mein, Gott hier ist es einfach wunderschön.

robbi.jpg 300x264 Was hörten wir doch von den schwelligen tiefen Ankerplätzen. Hier liegt man wie in einer Marina auf 6 Meter Tiefe und die Anlandung per Dinghi ist auch keine Kunst. Was ranken sich doch für Geschichten unter den Seglern um die Marchesas! Einer fuhr überzeugt zu den Gambier Insel, weil er nicht mit Horden von Amerikanern auf den Marcheas sein wollte. Mmhhh. Wie weltoffen, fällt mir da nur ein und abgesehen von den vielen Österreichern trafen wir wohl eine der wenigen Amerikanischen Jachten auf Tahuata und erzählten ihnen brühwarm von den Befürchtungen!

Warum fürchtet sich eigentlich keiner mehr vor den Kannibalen, die hier ihr Unwesen getrieben haben?

Wieder standen wir auf eine „Marae“-einer Heiligen Stätte und betrachtet die steinernen Opferaltäre. Die besten Teile der Feinde bekam der Chef speziel vorbereitet zum Dinner. Möchte gar nicht wissen um welche Teile es sich da handelte. Der polynesische Guide lächelt uns freundlich an und bleckt seine funkelnden Zähne. Gut das wir keine Franzosen sind oder Engländer! Die haben ihnen ja sehr geschmeckt!

Auf Nuku Hiva liegen wir gemütlich in der Taiohä Bay und stehen um 6 Uhr morgens auf um noch ein Baguette beim Bäcker zu erwischen. Die Schokocriossants sind schon lange ausverkauft. Einige Tage später verlegen wir uns in die stimmungsvolle Daniels Bay, umrandet von hohen Bergen erinnert sie fast ein bisserl an Innsbruck, aber die Mosquitos haben hier das Sagen und so gehts ab nach Ua Pou.

Etwas versteckt ankern wir hinter der Kaimauer und schweben sanft in den Wellen. Hinter dem Hauptort erheben sich in schlanken Zinnen hohe Felsen und man ist versucht eine Wanderung zu machen. Aber es ist einfach knallheiss , so erklimmen wir nur den Hausberg mit dem Gipfelkreuz und geniessen einen wunderschönen Rundumblick. Einige Einheimische schenken uns Avokados, andere verkaufen uns Grapefruits oder tauschen Zigaretten gegen Gemüse. Tauschobjekte mitzunehmen ist keine schlechte Idee, natürlich wollen hier alle Rum und Patronen (um die wilden Ziegen zu schiessen!), wir belassen es aber bei Deos, Zeitschriften und Schulbücher für Kinder. übrigens Internetcafés auf den Marchesas zu finden ist schwierig. Das beste gabs auf Nuku Hiva in dem Hauptort, gleich am Kai im kleinen „Yachclub“. Ansonsten wurden wir in Hotels fündig oder in Ua Pou in einem kleinen Computergeschäft.

Ein Monat haben wir die Marchesas genossen. Bis jetzt sind sie unser Lieblings- Zauber- Herzensort in Französisch Polynesien.

Unsere Tuamotus : Tuao –ein Atoll zum Verlieben

Natürlich hatten wir vor einig Atolle in den Tuamotos anzulaufen. Doch wie so oft entschied der Wind und wir landeten in Tuao. An einer Mooring. Was in den Tuamotos selten und sehr angenehm ist. Einige Tage waren eingeplant-naj es wurden 3 Wochen. Valo und Gaston, ihr kleines Restaurant, ihre Freundschaft, Begeisterung, Offenheit, ihre Wärme. „Can you find paradies on earth?“ fragte Valo in ihrer selbst erbauten Kirche eine handvoll Segler. Natürlich! Wollte es aus uns rausplatzen, blickten wir auf unsere Schiffe, die im Türkis der Lagune schwebten. Natürlich schwiegen alle, den Religion und Glaube ist hier wichtig und grosser Teil des Lebens. Das die Schwestern Valo und Lisa auf dem kleinen Hauptinselchen Mata Riva dennoch zerstritten sind ist wohl eine andere Sache. Aber eben nicht unsere und so genossen wir die Tage, lebten wie Polynesier, arbeiteten auf kleinen Inselchen als Koprahelfer, filettierten Fisch, halfen im kleinen Restaurant das Abendessen zu bereiten. Segler bezahlen die Moorings indem sie einmal bei Valo essen gehen.

Und zwar: Poisson Cru, Thunfisch Sashimi, frisch gebackenes Kokosbrot, Coconut Pie, Fischcurry, Coconutcrabs.... Peter lernte die Kokosnüsse zu öffnen, ich lernte das Fleisch zu raspeln und die frische Kokosmilch raus zu pressen und dann in verschiedenen Speisen zu verarbeiten. Gaston ging mit den Männern fischen, harpunierte indem er selbst zum Fisch wurde und sich flach am Meeresgrund liegend an die Beute anschlich.

Was bewunderte ich die schönen Papageienfische immer-ihre türkis schillernden Körper-aber seit ich ihr Fleisch in Kokosnussraspeln und Ei gebraten gegessen habe läuft mir bei ihrem Anblick nur mehr das Wasser im Mund zusammen! Finn, unser Siebenjähriger, war nicht mehr aufs Schiff zu kriegen. Valo hatte ihn ins Herz geschlossen und so tollte er mit den Hunden Balu und Nicki (nach TO Seglern benannt!), jagte die Hühner durch den Garten, harkte den Garten, fischte seinen ersten Fisch am Steg und bewunderte Valos schöne schwarze Perlen aus eigenen Zucht. Zum Abschied gabs bittere Tränen und Finn beschloss in einigen Jahren nochmal die Welt zu besegeln und Valo wieder zu besuchen.

Tahiti und die Gesellschaftsinseln
Tahiti und natürlich der Carrefoure!


Tahiti ist perfekt. Man kommt an , legt sich auf den Ankerplatz vor die Tahina Marina und geht zum Carrfoure einkaufen. Da sieht man zwischen Regalen voller französischer Köstlichkeiten und Kühlfächern voller Käse seelig lächelnde Segler stehen. Bevor ich gleich wieder ins Schwärmen über die Pates und Croissants gerate, schnell einige Infos zur Ankunft in Tahiti. Man meldet sich auf Kanal 16 beim Hafen Kapitain und will man zur Marina Tahina muss man um Erlaubnis bitte das Flugfeld zu passieren. Will man in Papete ankern fährt man direkt zum Stadtkai. Wie es dort so ist wissen wir nicht, aber es soll teuer sein.

Der Ankerplatz vor der Tahina Marina ist schön und bei Normalwind aus SO auch ruhig. Man zahlt bei der Marina eine geringe Gebühr für die Benutzung des Dinghistegs. Wasser gibt’s gratis am Steg und eine Laundry im Bürogebaüde. Internetcafe gleich neben dem kleinen Jachtchandler. Alles easy in der Nähe. In die Stadt fahrt man mit den herrlich klapprigen Holzbussen. Handzeichen genügt und man sitzt im gut durchlüftete Lastauto mit Sesselaufsatz und Dach. 5 Minuten später landet man im quirrligen Papete (den Carrfoure erreicht man zu Fuss von der Marina in 5 Minuten und man kann den(sicher sehr vollem) Einkausfwagen zur Marina zurückrollen).

Ja, ja, ja Papete, natürlich teurer, teuer, aber dafür Cafés, Shops, ein herrlicher Markt, Menschen, Leben und für alle Seemänner“ Fare Ude“ gespickt mit Hardwarestores und was der Segler so braucht und vermisst.

Melden uns beim Hafenkaptain in persona mit allen Schiffspapieren und verlängern unser 3 Monatsvisum bei der Immigration. Alles easy nur die Verlängerung sollte man nicht -so wie wir-kurz vor der Weiterfahrt beantragen. Eine Woche braucht's bis die Mühlen der Bürokratie mahlen und das Fräulein vom Vorzimmer dem Immigrationschef die Unterschrift auf unserer Verlängerung abgeluchst hat.

Ansonsten genießen wir Tahiti, stocken den Schiffvorrat auf, machen kleine Reparaturen und umrunden wiedermal die Insel. Dabei platzen wir auf einer Wiese mitten in die Probe für eine Tanzaufführung. Die Band trommelte und geigte, die Tänzer tanzten statt in schicken Hula Hula Kostümen in Badehosen und Minirock.

Irgendwie wirkt das identischer als bei der aktuellen Show eine Woche später. Das Hochland von Tahiti mit seinen Weiden und knorpeligen Bäumen sieht aus wie die Ramsau in der Steiermark in Österreich. Mit Blick auf den Blaün Pazifik natürlich!

Huahine oder Die Lüsterne Frau

Huahine soll aus der Ferne aussehen wie einen lüsterne Frau. Der Anblick blieb uns verwehrt weil gemeinsam mit uns eine Regenfront das ausladenen Riff erreichte. Pischtnass plumpsten wir in unsere Kojen um tagsdrauf mitten in der blauesten,, blauen Lagune der Welt aufzuwachen. Ich starrte fasziniert in das kristallklare Türkiswasser, als ca. 20 Ruderer mit Blütenkränzen am Haupt an unserem Schiff vorbei ruderten. Rudern ist gross angesagt in Französisch Polynesien. Wir liehen uns eines dieser schnittigen Auslegerkanus und erprobten unser Können.

Ein tolles Gefühl, bis zu dem Moment wenn man eine Kurve machen will. Unmöglich, das muss man sich schon mehrere hundert Meter vorher überlegen und richtig einschwenken. Platsch!

Das kleine Hauptdorf Fare ist bezaubernd, sicher der hübscheste Ort in ganz franzosisch Polynesien.

Was braucht es dazu? Ein gut bestückter Supermarkt, eine schöner Obst/Gemüsemarkt, stimmungsvolle Strandcafes, nette Souvenierläden, ein Internetcafé mit Blick auf die Lagune und die Trucks. Die Trucks?

Lieferautos, als mobile Restaurants ausgestattet, die gutes Essen servieren. In Maeva trafen wir auf Dorothy eine Amerikanerin mit polynesischen Wurzel, die uns eine ausführliche Führung durch die wunderschönen Tempelanlagen gab. Wir erforschen Huhaine wieder per Auto und stoppen auf der Brücke die Huahine Nui und Huahine Iti verbindet. Die türkisen Lagunen um Huahine sind unglaublich, die kleinen Motus wie aus einem kitschigen Südseekalender.

Raiatea und die kleine Schwester Tahaa

In Raitea wechselten unserer Besuchercrews(die Gesellschaftsinseln bieten sich wirklich sehr an um mal wieder Familie und Freunde an Bord zu locken!) Wir hatten eine Woche zwischen den Besuchen und legten uns in die Apooiti Marina. Erstaunlich günstig und der richtige Platz um jetleg kranke Crews für ein paar Tage an das Schiff zu gewöhnen. Auch ist in der Nähe die Marina Raiatea mit allen Reparaturmöglichkeiten. Man kann sein Schiff auch an Land stellen. Hier konnten wir sogar mehr Dinge für unser Schiff erledigen als in Tahiti. Wirklich ein guter Platz um sich und Schiff für die weiteren Strecken zu den Cooks und nach Tonga vorzubereiten. Per Anhalter fuhren wir täglich in den Ort und hatten Glück bei der Einweihung der neün Markthalle dabei zu sein. Tolle Tänze und Buffet für alle mit polynesischen Köstlichkeiten.

Mit unseren Besuchern umrundeten wir dann Tahaa.
Hier finden sich ganz spektakuläre Ankerplätze hinter dem Riff oder bei den kleinen romantischen Motus. Man kann Kokosnüsse vom Baum pflücken und gleich trinken, was natürlich für die Ankömmlinge von zu Hause ganz schön exotisch war. Toll ist der Sonnenuntergang mit Blick auf Bora Bora, liegt man auf der Westseite von Tahaa. Der Yachtclub Taravan im Süden bietet Moorings und Wireless Internet und Mahi Mahi (Dorade) mit Vanille. übrigens kann man sowohl auf Raiatea und Tahaa Vanillefarmen besuchen. Interessant und sehr duftig!

Bora Bora

Irgendwie hat es Bora Bora nicht leicht. Alle sagen es ist die schönste Insel im Pazifik. Klar die Latte liegt hoch, wenn man in sich dieser Insel annähert. Der Anblick des halb eingesunkenen Vulkankegels" Otemanu"-der Meeresvogel- ist grandios.

Auch das Wasser der Lagunen so blau und samtig wie nirgendwo. Wir tanzen mit Stachelrochen, beäugen Black Dip Sharks am Außenriff und bezaubernde Riff Fische hinter dem Riff.

Der Anker liegt tief eingegraben im Sand auf 2 Meter. Fast jedes Motu beherbergt ein Resort, eines luxuriöser als das andere. Wir ankern auf der Westseite des Motu Toopua und lande ganz in der Nähe eines dieser Resorts an den Strand an. Per Hintereingang spazieren wir in das Resort und werden freundlich von dem sehr professionell wirkenden Personal begrüsst. Die Anlage ist so wie man es aus den Prospekten für Luxusresorts kennt. Wirklich traumhaft schön-so wie man sich die Südsee wünscht- so kriegt man sie hier auch .

Das der Strand an dem wir an landeten dunklen Lavasand hat und der im Resort aber pudrig weiss ist kümmert wohl kaum einen der Gäste hier. Sicher gibt es viele die den Tourismus auf Bora Bora kritisieren und sich mehr Urtümliches wünschen, aber man braucht doch nur an die Winterskiorte in Tirol zu denken. Schön sehen die Pisten im Sommer auch nicht aus und dennoch viele verdienen so im Winter ihr Geld. Warum also auch nicht die Leute auf Bora Bora? Uns so fahren wir wieder per Anhalter die 30 km um die Insel. Plaudern dabei mit Stubenmädchen, Köchinnen, Barkeepern, Elektrikern, Musikern, Tänzerinnen, Tauchlehrern.

Bora Bora ist ein Touristen Ort wie so manch einer der luxuriösen in Europa. Einzigartig ist das Licht, das Blau und der Pazifik.



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Letzte Änderung / Last change: Freitag, 05. Oktober 2007