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Von Panama bis in die Südsee

von Edith und Johan Meijer, SJ "Mignon"

E-Mail: johanmeijer44@web.de

Nachdem wir den Transit durch den Panamakanal endlich hinter uns hatten, kam auch die Vorfreude auf den Pacific auf.

Das würde in Reihenfolge heißen:
  • Las Perlas
  • Galapagos
  • Fransösisch Polynesien
  • Inselgruppen Marquesas
  • Tuamotus
  • Gambier
  • Australs
  • Südseeparadies Societie Isl.
  • Tahiti
  • Moorea
  • Raiatea
  • Tahaa
  • Huanine
  • Bora Bora
  • Maupiti.
Wir haben die Gambiers und die Australs ausgelassen. Gambiers sind bekannt wegen der Atomexperimente der Franzosen auf dem Atoll Mururoa .Las PerlasWir wussten, dass auf der Insel Contadora ein Deutscher aus Köln, namens Günter, bereits 20 Jahre dort wohnt und das "Pacific-Island-Net " betreibt. (Einmal pro Tag auf 14.135 KHz. eine Info- und Wetterrunde unter Seglern, die zwischen Panama und Tonga unterwegs sind). Günter war mal Weltmeister bei den Funkameteuren und hat sich auf Contadora niedergelassen. Er hilft auch Seglern, die in Nöten sind, so wie wir, als uns nach der Abfahrt von Contadora bei recht viel Wind auf der Nase die Genua riss. Wir segelten zurück nach Contadora, wo Günter uns dann bei der Reparatur helfen konnte. Das geht dann so.

Das Segel wird mit einem kleinen Flieger via Panama nach Colon verfrachtet. Dort nimmt ein Segelmacher das Teil in Empfang, schaut sich das an und ruft bei Günter an, was die Reparatur kostet. Nach einem "GO" wird das Segel repariert. Dann wird ein Couvert mit entsprechendem Inhalt per Flieger nach Colon geschickt. Der Segelmacher tauscht dann Segel gegen Couvert und das Tuch kommt einen Tag später repariert in Contadora an. So einfach geht das! Es erspart einem die ganze Strecke zurück zu segeln.

Nach dem 2. Anlauf ab Contadora nach Galapagos lief anfangs alles recht gut, bis uns erneut die Genua im Stich ließ! Der Ring am Schothorn der Genua riss aus. Das konnten wir allerdings per Hand notdürftig reparieren. Es war, so glauben wir, noch nie so stark. Nach anfänglich vorsichtiger Belastung hat er später alles gehalten ,was er halten musste.

Die 1000 Nm bis Galapagos zu segeln war allerdings sehr mühsam. Bis auf die ersten paar Tage ist alles gegen Wind, Welle und Strom. Der kalte Humboldtstrom setzt nach Norden und trifft auf den warmen Äquatorialstrom. Nur das bestimmt das Wetter mit der Folge von Nebel, schwere Regenwolken, heftigen Gewittern, Squals mit viel Wind und Windstillen in unterschiedlicher Reihenfolge. Da sich die Konvergenzzone im Frühjahr nach Norden bewegt ,ist man auf diesen Breiten fast bis zum Äquator in diesem Gebiet mit der Chance auf die oben erwähnten Wettererscheinungen (eben in den Doldrums).

Bei der Überqürung des Äquators konnten wir unsere Flasche "Linie", die wir für dieses Ereignis mit genommen hatten, nicht finden. Also kein Schluck aus der "Liniepulle". (In Tahiti haben wir die Flasche erst wieder gefunden.)

Nach der Äquatorüberqürung dreht sich das Wasser im Spühlbecken linksherum (CCW) und steht die Sonne um 12.00h Localtime im Norden!!

galapagos-!.jpg 300x223 Galapagos
Nach 8 Tagen und 12 Stunden hatten wir die Strecke geschafft. Am 30.05.2005 nachts um 01.30h war Landfall in der Wrack Bay der Insel San Cristobal. Die Galapagosinseln machen aber die mühsame Überfahrt wieder wett. Durch den bereits erwähnten Humboldtstrom ist das Klima für uns Europäer sehr angenehm. Tagsüber nicht zu warm und nachts nicht zu kalt. Dazu eine angenehme Luftfeuchtigkeit, im Vergleich zu Panama. Dort war es nur Schwülwarm bei 90% oder mehr Luftfeuchtigkeit. Diejenigen, die die Möglichkeit haben, sollten die Galapagosinseln besuchen. Sicherlich diejenigen, die in Geologie und Biologie interessiert sind. Die Reise geht über Equador, weil die Inseln zu Equador gehören. Die vielen Bilder, die wir dort gemacht haben, sollte man sich auf unserer Web-site (www.sy-mignon.com) unter "Galapagos" anschaün. (Es daürt allerdings noch ein wenig, da wir die CDs mit Bildern noch in die N.L. schicken müssen.)

Wenn wir unsere Badeplattform nicht absperrten, so hat sich dort sofort ein Seelöwe zum Sonnen hingelegt. Die meisten Tiere, die hier vorkommen und greifbar nah sind, sind vor allem die Seelöwen, Pinguine, Meeresleguane, Riesenlandschildkröten, Hyänen, Rochen, große rote Krebse, Tölpel mit blaün Schwimmfüssen , viele Vögel und eine Unterwasserwelt (incl. Riffhaie, die nichts tun) die besonders ausgefallen ist.

Obwohl man offiziell nur eine Insel mit dem Schiff anlaufen darf (oder man muss viel Geld zahlen, um die restlichen Inseln mit Ausflugsbooten besuchen zu können) gehen wir am 04. Juni Anker auf, um die Insel Isabella zu besuchen. (Dies war möglich, weil wir in Panama bereits als Destination die Marqüsa-Inseln angegeben hatten.) Wir brauchten dadurch auf den Galapagosinseln nicht ein- bzw. auszuklarieren. Wenn man dann nicht von der Coastgard kontrolliert wird, ist alles o.k. So war es bei uns und vielen anderen Schiffen. Wird man doch kontrolliert, dann entdeckt man irgendein Malheur am Schiff. Dann müssen die einen mindestens für 72h aufnehmen.

Isla Isabella ist sehr erholsam und ruhig. Hier kann man viel wandern und die Tierwelt von sehr nah betrachten. Auch machten wir einen Tour mit einem Pferd durch Gestrüpp und Urwald zum Vulkankrater "Sierra Negra". (zweitgrößter Krater der Welt). Eine Besonderheit für uns verwöhnte Europäer war schon, dass es hier keine Bank oder sonstiges gibt. Demzufolge kann man hier kein Geld kriegen, obwohl mit Geld bezahlt wird.

Nur auf der Nachbarinsel Santa Cruz gibt es eine Bank. Also genügend Bargeld mitbringen, falls man hier landet. Auf der Insel Isabella trafen wir uns wieder mit alt bekannten Schiffen wie SJ "Ahodori", SJ "Nis Randers", (der viel Pech hatte mit der Wasserpumpe des Motors), SJ "Amore Vida" und die SJ "Hippocampus". Diese Insel wird meistens benutzt als Absprungbrett zu den Marquesas. Die Galapagosinsel Santa Cruz haben wir ausgelassen, weil wir ja doch weiter wollten zu den Marquesas und somit noch eine Strecke von 3000Nm vor uns lag. Am 09.06.2005 gehen wir um 15.00h "Anker auf" mit Heading Marquesas.

Die SJ "Nis Randers" mussten wir leider zurücklassen, da sie noch auf Ersatzteile aus DE wartete. Das konnte 3-4 Wochen dauern. Man ist auf den Galapagosinseln tatsächlich am Ende der Welt. Da darf nichts passieren. Nun ja, dann muss man viel Zeit mitbringen und genügend Kleingeld dabei haben. Es gibt aber schlechtere Stellen auf der Welt, um zu warten. (Wo ich dies schreibe ist die SJ "Nis Randers" noch ca. 14 Tage von Tahiti entfernt. Sie wird Marquesas und die Tuamotos aus Zeitgründen auslassen müssen.)

marquesas.jpg 300x226Marquesas Am 30.06.2005, nach 21 Tagen auf hoher See, machen wir Landfall auf der Insel Hiva Oa , einer der Marqüsas. Lt. GPS haben wir 2865Nm zurückgelegt. Einen Schnitt von 5.7Nm pro Stunde. Die Winde waren weniger stark als bei der Atlantiküberqürung. Dafür hatten wir im Schnitt ca. 0.5 bis 1Nm Strom mit. Das hilft auch. Das macht auf dieser Strecke einen Vorteil von ca. 3 Tagen aus.

Die Marqüsas bestehen aus acht Inseln wobei im Osten die Insel Hiva Oa und im Westen Nuku Hiva die Hauptinseln sind. Es ist eine der Inselgruppen von Französisch Polynesien und die Verwaltung ist französisch. Mann kann viel über jede dieser Inseln schreiben aber schön sind sie alle und sehr schön sind die meisten Inseln.

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Hiva Oa ist bekannt dadurch, dass dort der Maler Paul Gauguin beerdigt ist. Auch der belgische Sänger und Poet Jacques Brel hat sich hier während seiner letzten Lebenstage niedergelassen und ist dort ebenfalls gestorben und beerdigt. (Er war krebskrank) Die Insel hat eine ausgesprochene Vielfalt an Grün in den unterschiedlichen Höhenlagen bis sogar in die Hochgebirgszone hinein. Die Polynesier sind freundliche und hilfsbereite Menschen, meistens recht vollschlank und nicht so groß gewachsen. Waren sind aber sehr teuer, vor allem Alkohol.
Kleine Dose Bier $ 2.60, der billigste Wein $ 5.40 pro Liter, Salamiwurst 200 Gramm für $7.90 usw.
Ein Supermarkt auf diesen Inseln verkauft eben alles, auch Kleidung, Öl und Werkzeuge sowie Keramik usw. Alles so aufeinander gestapelt, dass man in dem Laden kaum durchkommt. (In Holland würde man sagen: een Winkel van Sinkel is alles te Koop, Hoeden en Petten en Dameskorsetten usw) Diese Dinge wissen wir als Yachties natürlich, und decken uns vorher (Panama) ein. Das Schiff wird demzufolge immer schwerer!! Die Wasserlinie liegt schon lange unter der Wasserlinie anstatt drüber.

Die zweite Insel der Marquesas, die wir anliefen, war Tahuata. Eine wunderschöne Insel mit blaüm Wasser und Palmenstrand, wie aus dem Bilderbuch. Früchte, wie Bananen, hiesige Pampelmusen, Limonen und Kokosnüsse wurden gegen kleine Geschenke getauscht. Da erholt man sich wirklich und wir bereiteten uns langsam vor auf die Überfahrt zu den Tuamotus, eine Entfernung von ca. 650Nm. (4 bis 5 Tage segeln).

Diese Überfahrt wurde für uns etwas härter als gedacht. 40 Kts Wind und haushohe Wellen waren nicht mal alles, womit wir zu kämpfen hatten. Zwei Nächte hatten wir ein Gewitter zusätzlich, wo der Wind in Böen weit über 40 Kts. war und der Regen zum Teil so stark, dass man den Bug vom Schiff nicht mehr sehen konnte. Der Regen drückt die Wellen allerdings herunter, das war Angenehm. Diese Situation daürte allerdings nicht nur ein bis zwei Stunden, so wie im Mittelmeer, sondern die ganze Nacht, was nicht so angenehm war. Ein paar harte Nächte, die wir uns einfacher vorgestellt hatten. Haben aber alles gut überstanden.

tuamotu.jpg 300x226Tuamotus

Das Atoll Manihi der Tuamotus sollte uns die nötige Ruhe bringen. War leider nicht so. Im Atoll lagen wir zwar hinter einem Außenriff, aber durch Winddrehungen kamen wir zu nahe ans Innenriff. Nur durch seitliches Ausbringen eines Heckankers konnten wir das Schiff vor dem Kontakt mit den scharfen Korallenstöcken vom Innenriff retten. Wieder zwei weitere unruhige und bange Nächte! Zum Glück hat sich der Heckanker in den Korallen verfangen und hielt dadurch das Schiff sehr gut. Das der Anker nach zwei Tagen aus den Korallen heraustauchte (12m tief) war für uns das nächste Problem. Ein Plongeur half uns gegen Zahlung von ca. $ 100,00. Ich darf wegen Tinitus nicht in diese Tiefe.
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Ansonnsten war das Atoll wunderschön. Wieder blaüs Wasser usw. (siehe oben)

tahiti.jpg 300x226Tahiti

Von hier waren es nur noch 180 Nm bis Tahiti, wo wir uns eine lange Pause gönnen wollen. Wir werden dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr nach N.Z. fahren aber hier in der Südsee bis nächstes Jahr April bleiben. Schließlich hat man viel geopfert, um hierher zu kommen und das wollen wir dann auch länger genießen. Bobby und Carla Schenk haben es hier schließlich mehrere Male auch ein paar Jahre mit ihrer SJ "Thalassa" ausgehalten. Ab nächstes Jahr April sind dann die restlichen Teile der Südsee wie Cook Isl.,Tonga, Fidshi, Samoa, Neu Kaladonien usw. dran.

Ich hoffe, ich habe euch mit diesem Bericht nicht gelangweilt. Falls ja oder nein, schreibt es uns. Wir sind mitlerweile anpassungsfähig.

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In dem Sinne verbleiben wir erstmal auf Tahiti und Moorea in der Südsee und denken an euch.



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Letzte Änderung / Last change: Montag, 13. Februar 2006