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Anker unklar! Nicht nur Korallenköpfe in Tahiti. von Katamaran AHU,
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Ahu lag seit einigen Tagen in Tahiti vor Anker, wie ungefähr 40-50 andere Yachten auf der schönen Reede vor Papeetes Taina Marina. Hier erholt sich das Gros aller Langzeitsegler von den Strapazen des Segelns zwischen den Tuamotu-Atollen und ihren manchmal problematischen Ein- und Ausfahrts-Pässen.
Übrigens fanden wir die Warnungen wegen starken ein- und vor allem ablaufenden Strömen eher übertrieben und unnötig abschreckend. Tatsächlich konnten wir die Pässe ziemlich unabhängig von Hoch- und Niederigwasserzeiten ohne gefährliche Strömungseinflüsse benützen. Sehr gut fand ich das Stromprogramm meiner Geonav-Navionics Seekarten. Doch weit stärker als Mond und Sonne scheinen sich die lang andauernden Passatwinde oder -störungen auszuwirken. Wenn die Atoll-Lagunen dank Starkwind und Seegang angestaut sind, so ist immer mit auslaufendem Wasser in den Pässen zu rechnen, auch wenn theoretisch einlaufender Strom zu erwarten wäre. Nachdem meine Verwandtschaft an Bord gekommen und alle Backskisten voll mit wunderbaren französischen Spezialitäten gestaut waren, hieß es "Anker auf". Doch es blieb bei dem Wunsch. Es gelang zwar unsere Kette kurzstag zu holen, doch dann zog es unsere beiden Büge nach unten, es ächzte und krachte zwischen Ankerbugrolle und -winsch, uns lief es heiß und kalt über den Rücken, doch unser Eisen blieb am Grund. Also tauchen und schauen! Wir lagen auf 15 m Tiefe, Sandgrund, ideal. Zu erkennen war, dass unsere schöne Edelstahlkette unter einem Hindernis, einer Art Betonröhre oder so, durch lief und dann nach weiteren 15m Kette der Bügelanker, ordentlich im Sand eingegraben lag. Also versuchen wir es mit Kette tüchtig fieren und vorsichtigem Zug in die Richtung, wodurch die Kette frei kommen sollte, diese Übung erbrachte trotz vielen Versuchen und Varianten naller Art kein Resultat Freund Wolfgang von "Golden Tilla" kommt per Dinghy zu Hilfe, ich erkläre das Problem, das unter anderem darin besteht, dass keiner in unserer Crew so ohne weiteres 15m tief tauchen und dann noch eine Kette manipulieren kann. Wolfi alarmiert "Upps"-Skipper Bernd, der ebenfalls in der Nähe ankert. Bernd ist als begabter Freitaucher bekannt, kommt auch umgehend zu Hilfe. Er konstatiert beim ersten Tauchgang, dass unsere Kette um ein Hindernis vertörnt ist, zusätzlich aber auch noch unter der Betonröhre, oder was das Ding sein mag, verklemmt sitzt. Wir geben viel Lose, - es ist praktisch windstill -. und Bernd versucht die Kette zu klarieren. Aber es klappt nicht, die Kette ist fürchterlich verkeilt, Bernd rät den Anker von der Kette zu schäkeln und dann zu versuchen sie mit dem Boot heraus zu ziehen. Ich bereite Ankerstropp und Boje zur Befestigung am Ankerr vor. Bernd holt seine Tauchausrüstung von der "Upps", denn ohne Pressluft, Lungenautomat, Gewichte und Ausgleichsweste geht nichts. Ich gebe ihm eine Zange um den gesicherten Schäkel vom Anker zu tennen. Die Sonne sterht schon sehr tief, die Sicht wird schnell schlechter, aber Bernd will das Ding schnell über die Bühne bringen, ganz in meinem Sinne. Er taucht wieder in die Fluten ab, es dauert 5-10 Minuten, er hat sowohl den Stropp mit Boje am Anker befestigt, als auch den Schäkel von der Kettenverbindung. Giorgio, unser italienischer Segelfreund von "Argonauta" steht bereit den Anker per Stropp zu bergen. Auf Bernds Zeichen motore ich vorsichtig und langsam bis die Kette gestreckt ist, ziehe sie dann unter Maschinenfahrt in die angegebene Richtung, un d sie kommt frei!!! Wunderbar, es ist wie Weihnachten! Giorgio bringt den Bügelanker mit Stropp und Boje, wir schäkeln die Kette dran, mit rostfreiem Draht den Schäkel sichern, und schon sind wir wieder Herr über unser Boot, welch unsäglich befreiendes Gefühl. Von Herzen danken wir Bernd für seinen vorbildlichen Freundesdienst, schade dass er nicht einmal eine Flasche Whisky oder Wein akzeptiert, wir fühlen uns echt verpflichtet. Doch Bernd bezeichnet seinen tollen Einsatz als selbstverständliche Kameradschaftshilfe, okay, wir sind ihm jedenfalls sehr sehr zu Dank verbunden. Und die Moral von der Geschicht...? Wäre vielleicht für Langfahrtsegler eine Investition in Tauchausbildung und -ausrüstung nicht dringend zu empfehlen? Ich glaube schon, aber es ist klar, das ist ein ganz schöner Brocken an zusätzlichen Kosten, an Gewicht (beim Kat immer kritisch), an Stauraum. Eigentlich braucht man dann ja auch noch einen Tauchkompressor, um immer seine Flasche wieder füllen zu können, das läppert sich ganz schön zusammen. Vielleicht eine Kompromisslösung wäre das Segeln mit einem befreundeten, mit Tauchausrüstung versehenen Schiff, sozusagen im Tandem. Dies ist auf jeden Fall von Vorteil, löst nicht nur Tauchaufgaben, sondern fördert die Geselligkeit, die Sicherheit und die Lebensfreude fernab der heimatlichen Beziehungswelt. |
