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Von Salalah / Oman durch die Pirateriezone mit der "VascodaGamaRalley.nl"

von Norbert Seywald, Kat "Sunny Side"
E-Mail: Sunnysidekat@SkyFile.com

Sechs sehr anstrengende Tage. Nicht wegen der Piraten sondern wegen der anderen 22 Yachten. Immer Ausschau halten und dauernder Funkverkehr.

Die Häuser in Aden sehen aus wie bei uns nach dem 2.Weltkrieg. Dazwischen stehen alte Rohbauten als Bauruinen. Einige alte Häuser sind Zeugen einer ehemals besseren Zeit, unter den Engländern. Auf den Schrottplätzen in Österreich liegen weit bessere Autowraks als die welche hier als Taxi herumfahren. Daß die Türen nur von außen zu öffnen sind, ist ebenso normal wie eine zerbrochene Windschutzscheibe.

Es ist sehr exotisch mit vielen Bettlern. Auf den Straßen sieht man nur vereinzelt Männer, in dem traditionellen weißen Gewand mit Turban und einem reich verziertem Gürtel mit Dolch.

Die wenigen Frauen sind von Kopf bis Fuß in die schwarze Burka gehüllt. Ab Mittag verschwinden die Männer und kaufen sich Kat. Das sind die Blätter einer Pflanze, die hier auf den Feldern angebaut wird. Sie werden gekaut und in einer Backe gesammelt, die davon enorme Ausmaße annimmt. Der Saft soll ein starkes Selbstbewußtsein erzeugen und die meisten sinnieren in irgend einer Ecke oder auch mitten am Marktplatz auf einer Pritsche, wo dieses Zeugs auch verkauft wird. Gegen Abend spuken sie die grüne Sauce aus und werden, angeblich, wieder normal.

Ich startete am Donnerstag Richtung Bab el Mandeb, dem "Tor der Tränen", und weiter nach ?, aber nicht nach Suakin. Die Rally lief erst am Sonntag 16 Uhr in Aden, nach Suakin aus. Mit Piraten mußte ich vor der Küste Eritreas wegen des rauhen Seeganges nicht rechnen.

Den Piraten entkommen, leicht angeschlagen in die letzte Runde. Bis auf die Höhe von Suakin hatte ich meist guten bis rauhen achterlichen Wind, dann war kurz Flaute, bis Wind und Wellen von vorne, aus Norden kamen. Dieser war dann 24 Stunden so heftig, dauernd 25 bis 30 Knoten, daß der Mastrutscher am Großsegelkopf, sich bei gerefftem Segel verabschiedete. Den restlichen Weg zur nächsten Ankerbucht legte ich dann unter zwei Maschinen, ohne Großsegel, gegen Wind und Welle, zurück. Kein Vergnügen bei 3 Meter hoher, kurzer Welle von vorne. Beim Bimini wurde der einrollbare Teil oberhalb des Steuerstandes weggerissen.

Jetzt, Mittwoch 11.3., liege ich am Ankerplatz Marsa Inkeifal / Sudan und warte auf eine Abschwächung des Nordwindes um dann weiter nach Port Ghalib zu segeln bzw. zu motoren.

Bei Traub Yachting in Berlin habe ich gestern noch per Iridium-Satellitentelefon mittels Email das kaputte Teil bestellt, welches mir Christina bei ihrem Besuch in 14 Tagen nach Hurgada, mitbringen könnte. Mal sehen ob's klappt.

Übrigens, hatte ich heute schon eine positive Antwort von Sigi Traub! Kurt kann sich sicher noch an die Begegnung und das feine Abendessen mit Sigi und seiner attraktiven Mitarbeiterin, 2004 in La Rochelle erinnern. Ist doch fein Freunde zu haben.

Liebe Grüße von der Sunny Side
Norbert



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Letzte Änderung / Last change: Donnerstag, 12. März 2009