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Cabo Frio - Rio de Janeiro- Dampferattacken auf Segler
von Rolf Deckena, SY. Martha Maria
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Im Dezember sind wir abends aus Rio ausgelaufen, in Richtung Kapstadt. Dunkle Nacht, bei guter Sicht. Einige Meilen vor der Kueste laeuft dort der kuestenparallele Verkehr.
Quer zu unserem Kurs, von bb kommend, ein Dampfer, noch weit entfer! nt. Um uns sichtbarer zu machen, schalteten wir zusaetzlich zum 3-Farben-Toplicht fuer zwei oder drei Minuten auch das Decksflutlicht an. Wir finden, ein angestrahltes Segel kann man nicht so leicht mit einem tiefstehenden Stern verwechseln wie das Rot der Toplichtfunzel. Ausserdem zu nennen sind: ein Radarreflektor, plus ein aktiver Radarresponder (Typ "sea me"); uns wurde uns schon von mehreren angefunkten Schiffen ein fettes Radarecho bescheinigt. Alles war sehr uebersichtlich, sonst kein Verkehr, und ueberall tiefes Wasser. Der Dampfer drehte langsam nach stb, und bald hatten wir eine klare rot-an-rot-Situation. Wir konnten also annehmen, er wolle nach Rio hinein und uns an unserem bb passieren. Das hat er dann auch getan, um dann - schon mehr achterlich als querab - ploetzlich eng umzudrehen und direkt auf uns zuzuhalten. Er war ziemlich schnell. Nochmals ganz schnell alle Zusatzlichter an, und eine "Lichtkanone" in seine mittlerweile verdammt nahe Bruecke ! gehalten, doch er hielt Kurs, leider auf uns zu. Ganz sicher, dass er uns gesehen hat. Es ging alles sehr schnell, und nur unsere Halse hat uns im allerletzten Moment gerettet, sonst waere er stracks durch unser Cockpit gefahren. So blieben keine 15 Meter Distanz. Die gesamte Situation laesst keinen Zweifel, dass der Dampfer vorsaetzlich und aggressiv so gefahren ist. Kaum noetig zu sagen, dass das Arschloch nicht auf unsere VHF-16-Rufe reagierte. - Wir haben keine Anzeige erstattet, weil wir seinen Schiffsnamen nicht haben erkennen koennen. Ausserdem hatten wir mit den Behoerden in Rio nicht die besten Erfahrungen gemacht; es reichte uns an trouble. Spaeter trafen wir Heinz von der SY "Inshallah", und er berichtete von einer Attacke ganz gleichen Musters, im August 05, bei Cabo Frio. Auch er meint, aggressiv, vorsaetzlich und lebensbedrohlich attackiert worden zu sein (bei ihm ist das Schiff gar nochmal umgedreht, um einen 2. Anlauf gegen ihn zu nehmen!). Im Gegensatz zu uns konnte er einen Schiffsnamen erkennen! , naemlich "Le Commandante". - Wie auch Heinz, hatten wir angesichts der Aufbauten usw. den Eindruck, dass es sich um ein Versorgungsschiff handeln koennte, und zwar um kein kleines. Vielleicht war es also dasselbe Schiff. Mittlerweile bedauern wir, keine Anzeige erstattet zu haben. So wollen wir es wenigstens hier kundgeben. Fair Winds, und fair Frachters: Rolf und Wolf |
