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Rio Grande im extremen Süden Brasiliens Mehr als ein Stopp-over von Dieter Schreiber und Astrid Schwalk, SY Windlise
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Rechts und links der Einfahrt nach Rio Grande und dem riesigen Lagoa dos Patos liegen 600 km Strand, flaches, gefährliches Wasser mit
tückischen Strömungen und für uns Segler nichts. Wir dachten an Rio Grande nur als einen Stopp over auf dem Weg zum Rio de la Plata. Nun überwintert unsere Windlise dort nach 3 Monaten Aufenthalt. Warum? Die Einfahrt zeigte uns ihr freundliches Gesicht. Man sieht die 2 riesigen Wellenbrecher erst, wenn man schon recht dicht davor ist. Bei schlechtem Wetter ist die Einfahrt kein Vergnügen. Der Kanal in den riesigen Süßwassersee öffnete sich mit seinem braunen Wasser und es stank grässlich. Die Ursache: auf der abgeschiedenen Ostmole rekelt sich eine größere Gruppe Seelöwen faul in der Sonne... Neben uns, aus dem Nichts tauchten Botos, die Sorte Delphine, zu der auch der legendäre „Flipper" gehörte, auf. Sie haben wenig Interesse an uns ziehen unbeirrt ihre Bahn.
Nach ca. 4 Stunden schönem Segeln in wellenlosem Wasser entlang der
Westmole mit den Segelkarren, die auf Schienen Touristen und Angler
fast bis auf das offene Meer bringen, der Hafenanlagen, an der Stadt
entlang, in enger werdende Kanäle sehen wir unsere Freunde, Jacinta
und Rolf auf der „Wunderbar" an einem kleinen Steg liegen. Klar,
Kaffee und Sundowner standen schon bereit. Der Steg gehört zum
Ozeanographischen Museum der Stadt. Drei Wochen kostenloses Liegen
dank Lauro Barcellos, dem Direktor des Museums, waren schon, bei aller
brasilianischen Gastfreundschaft, etwas außergewöhnliches.
Dazu kam freier Eintritt in „sein" Museum, ab und zu eine Einladung
zum Mittagessen seiner Museumsbesatzung und ganz, ganz viel
Herzlichkeit. Er hat eben ein weites Herz für uns Segler und besonders
für die Deutschen. Klar, dass wir seinem Museum eine Spende dagelassen
habe. Er freut sich übrigens über etwas Nettes, mit dem er seine
inoffizielle Museumskneipe, verschönern kann.Irgendwann haben wir in die geschützte Marina des Jachtclubs gewechselt mit all den Annehmlichkeiten brasilianischer Clubs: Schwimmbad, großes Gelände, Tennisplätze, Ersatzteilshop, Reparaturmöglichkeiten und einem Restaurant, das dem Club angegliedert ist. Wie die meisten brasilianischen Clubs, in denen Gäste willkommen sind, gewährt auch dieser sieben Tage freies Liegen. Man stelle sich das mal in Europa vor! Anfangs war es etwas zäh, Kontakte zu bekommen, aber nachdem wir an zwei vom Club organisierten Regatten teilgenommen haben, war das Eis gebrochen: Freundlichkeit und Herzlichkeit. Wir haben unser Boot für fünf Wochen während eines Patagonien Trips per Bus und Flieger dort gelassen, es gab kein Problem. Die Stadt Rio Grande, nahebei, hat eine ideale Größe, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad alles Mögliche organisieren zu können. Auf den zweiten Blick gibt es noch viele wunderschöne alte Häuser aus der Kolonialzeit. Leider haben wir nur während einer Regatta kurz unsere Nase in Richtung Lagoa dos Patos gesteckt: Holland lässt grüßen: flach, sandig, weit. Die „Wunderbar" hat 2 Monate in Porto Alegre, am nördlichen Ende des Sees, verbracht. Jacinta und Rolf waren begeistert und berichteten von ähnlichen Verhältnissen im dortigen Yachtclub Jangadeira. Übrigens, der angeblich beste Segelmacher Brasiliens residiert dort. Leider nur aus Büchern haben wir einen Eindruck von diesem riesigen Seengebiet, einem Paradies für flachgehende Boote. Dank des im September 2006 gültig gewordenen Gesetzes dürfen ausländische Yachten in Brasilien nun bis zu zwei Jahre bleiben. Die Crew muss allerdings nach 6 Monaten raus und darf auch nicht länger als maximal 180 Tage pro Jahr einklariert sein. Unsere „Windlise" überwintert nun in Rio Grande do Sul und wartet, geschützt und gut bewacht, auf unsere Rückkehr Ende 2007. ![]() Regatta FischerbooteSüdamerika ist ja noch so groß.... |
