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Gebühren auf den Südatlantik- Inseln

von Jörg Barczynski, SY. Trudel
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Auf dem Weg von Südafrika oder Namibia nach Brasilien gibt es nicht viele Haltemöglichkeiten.

Etwa auf halber Strecke liegen St.Helena und Ascension, die zusammen mit dem südlicher gelegenen Tristan da Cunha eine britische Kronkolonie bilden. Rund 300 Meilen vor dem lateinamerikanischen Festland gibt es Fernando de Noronha, eine brasilianische Insel. Diese Inseln sind recht unterschiedlich, aber sie haben auch etwas Gemeinsames: Sie zocken die Segler ab.

St. Helena wird gerne angelaufen, weil es eine willkommene Unterbrechung der langen Reise über den Südatlantik bedeutet. Und natürlich hat jeder auch schon mal von Napoleons Verbannung auf diese Insel gehört. Also besichtigen! Es lohnt sich auch, übrigens nicht nur wegen Napoleon. Die Insel ist wildromantisch mit unterschiedlichen Vegetationszonen vom tropischen Regenwald bis zur Wüste. Die Leute sind nett, Jamestown, die Hauptstadt, ist eine sehr britische Kleinstadt. Man kann essen gehen, Wäsche waschen lassen, ein bißchen einkaufen, allerdings kaum Frisches.

Lohnend ist der Besuch der Segler allerdings auch für die Verwaltung. Immigration verlangt 12 britische Pfund pro Nase, um einen Stempel in den Paß zu drücken, und der Hafenmeister verlangt 27 britische Pfund, um....ja, für was eigentlich? Man ankert in einer offenen Bucht auf 15 bis 20 Meter Wassertiefe. Kein Wellenbrecher hält den Schwell ab. Mooringbojen gibt es nur für Einheimische. Früher gab es wohl mal Duschen direkt am Kai. Das Duschhaus ist aber zerstört, unbenutzbar. Es gibt zwar eine Hafenfähre, die auf Zuruf auch die Segler abholt und an Land bringt, aber die muß extra bezahlt werden. Die Dame in der Hafenverwaltung hatte auf die Frage, welcher Service eigentlich für unsere 27 Pfund geboten wird, nur ein verlegenes Lächeln. Aber das Geld wollte sie dennoch haben.

Noch ungenierter langen allerdings die Brasilianer auf Fernando de Noronha zu. Anders als die Briten, die ihre Gebühren als Einmalbeitrag verstehen, erheben die Brasilianer Tagesgebühren. Die Insel ist kein offizieller Einklarierungshafen. Segler sind aber dennoch willkommen, kein Wunder, denn der Hafenmeister verlangt ab dem zweiten Liegetag für ein Elf-Meter-Boot 55 Euro Ankergebühr, mehr als teure Marinas in Europa oder USA, die dann für ihre Gebühren wenigstens schwellfreie Liegeplätze, Landstrom und Wasseranschluß bieten. Auf Fernando de Noronha gilt: Ankern auf etwa 15 Meter in einer offenen Bucht im Ozeanschwell. Es gibt einen Wellenbrecher, aber dahinter ist kein Platz für Yachten. Noch nicht einmal ein richtiges Dinghidock ist vorhanden, lediglich ein Kassenhäuschen, von dem aus der Hafenmeister mit einem guten Fernrohr die Bucht auf neu angekommene Ankerlieger überprüft.

Zuzüglich zu den Ankergebühren erhebt der brasilianische Bundesstaat Pernambuco auf Fernando de Noronha eine Naturparkgebühr von 14 Euro pro Person pro Tag. Man sieht von diesem Naturpark allerdings nicht viel. Die Insel wirbt in erster Linie mit ihren schönen Stränden.

Dazu mein Tip: Fahrt an Fernando de Noronha vorbei. Wer von Afrika kommt, ist zwei Tage später am brasilianischen Festland und dort sind die Strände ebenso schön aber gratis.



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Letzte Änderung / Last change: Donnerstag, 27. Dezember 2007