Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt
werden:
Man wird Mitglied bei Sailmail (US$ 200/Jahr), hat einen
Computer an Bord mit win95, oder neuer Widowssoftware, Sailmail Software, Pactor
fähiges Modem wie z.B. SCS PTC II oder KAM+, ein SSB Radio, auch für
Seefunkfrequenzen freigeschaltet, einen Antennentuner und eine
Antenne.
Zusätzlich benötigt man ein Seefunkrufzeichen. Entweder hat man
ein Seerufzeichen oder man kann ein US Rufzeichen von der FCC beantragen. Die
Installation sollte nur mit der nötigen Erfahrung selbst durchgeführt
werden.
Die Unterlagen von Sailmail sind in Englisch und gut. Bei
erfolgreicher Installation ist der Austausch von Nachrichten einfach und fast
vollautomatisch.
Dazu wählt man eine geeignete der weltweit 14
Stationen vorgegebenen
Sailmailfrequenzen. Ist die Frequenz frei, kann man seinen Ruf aussenden. Das
geschieht durch Knopfdruck und die Software übernimmt.
Die E-Mails werden
übermittelt und man wird von der Station getrennt. Die Station schickt die Mails
an die angegebenen Internet Adressen. Aus unserer nun dreijährigen Erfahrung
können wir sagen, es klappt von der USA und der Karibik sehr gut, in Europa gibt
es eine Station in Belgien. Die Nachrichtenübermittlungen sind frei, aber auf
ca. 10 Minuten pro Tag beschränkt. Je nach Qualität der Funkverbindung kann die
Übertragung einer Seite in wenigen Sekunden erfolgen, ist aber auf
Textnachrichten beschränkt . Die Nachrichten sind fehlerfrei. Bricht die
Verbindung während der Übertragung ab, wird beim nächsten Kontakt mit der
Station die Nachricht wiederholt. Ein besonderer Service sind kostenfrei
Wetterfaxe für ein frei wählbares Gebiet mit Voraussagekarten
Im
Gegensatz zu den Netzen der Funkamateure sind auch geschäftliche, kommerzielle
Nachrichten erlaubt.
Ausführliche Informationen zu Sailmail, Software,
Betriebsanleitungen, Lieferantennachweis findet man im Internet unter
Hier noch einige
weitere Informationen für Interessierte.
1. Rufzeichen In meinem Fall habe ich mein
deutsches Rufzeichen benutzt, das mir bei der Eintragung meines Schiffes ins
Deutsche Seeregister zugeteilt wurde.. Die US FCC Behörde stellt meines Wissens
Rufzeichen aus ,für SSB und FM, auch an nicht US Schiffe, auf Antrag, gegen eine
Gebühr.(ohne Funk- Prüfung) Der Antrag ist über das Internet
machbar.
2. Modem Ich benutze das SCS PTC-II von der SCS GmbH
in Hanau. Homepage mit vielen Infos, Bestellmöglichkeit, Preise, Handbücher, Zusatzgeräte:
http://www.scs-ptc.com Das
Modem ist nicht nur gut für Sailmail, es ist auch ein gutes Modem für Wetterfax
und Navtex.
Die erforderliche Software für Wetterfax und Navtex liegt dem
Gerät bei, plus viele hundert Seiten Anleitungen. Die Anleitungen sind zum Teil
für nicht Funkamateure schwer verständlich, der Teil für Wetterfax und Navtex
ist allerdings zu meistern.( Die Sailmailsoftware ist für das Modem
voreingestellt) Ohne Grundkenntnisse des Englischen geht nichts, dann braucht
man jemanden, der Soft und Hardware installiert.
3. Verbindung
Wie bei jeder Kurzwellenverbindung schwankt die Übertragung zwischen sehr
gut und nicht möglich. Das verwendete pactor Verfahren,(von den Herstellern des
Modems entwickelt), ist erstaunlich gut. So kann man selbst dann eine
funktionierende Verbindung haben, wenn das Signal nicht mehr vom menschlichen
Ohr vom Grundrauschen zu unterscheiden ist. Ein Hereinsprechen oder Hereinmorsen
in die laufende Verbindung verringert die Übertragungsgeschwindigkeit nicht
spürbar.
4. Abhörsicherheit Ich würde keine Kreditkartennummer
durchgeben oder ähnliche vertrauliche Informationen.
5. SSB Radio und
Tuner Das SSB Radio sollte mit einer Dataanschlussbuchse ausgerüstet
sein. Man kann auch die Mikrofon und Lautsprecherbuchse benutzen, aber das ist
viel umständlicher.
Wichtig ist eine PTT Buchse (PushToTalk), die
zwischen Senden und Emfang in wenigen Millisekunden umschalten kann. Mein
Radio ist ein Yaesu FT-890. Wichtig ist noch ein guter Antennentuner, wobei
man nicht einen ins Radio eingebauten Tuner wählen sollte sonderen einen
externen Tuner. Dieser Tuner sollte unmittelbar an den Fuß der Antenne
angebracht werden. Ideal auf Segelyachten ist als Antenne ein isolierter
Achterstag. Mein Antennen-Tuner ist der "SGC Smarttuner" der auch in Deutschland
lieferbar ist.
6. Anschluss und Einstellung Löten von dünnen
Kabeln an winzige Stecker sollte man können. Für den, dem die Begriffe RxD-,
TxD- Gnd und PPT keine böhmischen Dörfer sind, ist der Anschluss leicht, die
anderen sollten einen Funkamateur suchen oder einen, der seine Sailmailanlage
selbst installiert hat. Wenn alles funktioniert muß noch die Amplitude des
Ausgangssignals sorgfältig auf das verwendete Funkgerät angepasst
werden.
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