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Sailmail ist eine US amerikanische, von der FCC lizenzierte Funkstation, die für Segler kostengünstig E-Mails übermittelt.
Voraussetzungen für Sailmail

von Ingrid und Bernd SY. FREE
E-Mail: Bernd_Gerhards@gmx.de

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt werden:

Man wird Mitglied bei Sailmail (US$ 200/Jahr), hat einen Computer an Bord mit win95, oder neuer Widowssoftware, Sailmail Software, Pactor fähiges Modem wie z.B. SCS PTC II oder KAM+, ein SSB Radio, auch für Seefunkfrequenzen freigeschaltet, einen Antennentuner und eine Antenne.

Zusätzlich benötigt man ein Seefunkrufzeichen. Entweder hat man ein Seerufzeichen oder man kann ein US Rufzeichen von der FCC beantragen. Die Installation sollte nur mit der nötigen Erfahrung selbst durchgeführt werden.

Die Unterlagen von Sailmail sind in Englisch und gut. Bei erfolgreicher Installation ist der Austausch von Nachrichten einfach und fast vollautomatisch.

Dazu wählt man eine geeignete der weltweit 14 Stationen  vorgegebenen Sailmailfrequenzen. Ist die Frequenz frei, kann man seinen Ruf aussenden. Das geschieht durch Knopfdruck und die Software übernimmt.

Die E-Mails werden übermittelt und man wird von der Station getrennt. Die Station schickt die Mails an die angegebenen Internet Adressen. Aus unserer nun dreijährigen Erfahrung können wir sagen, es klappt von der USA und der Karibik sehr gut, in Europa gibt es eine Station in Belgien. Die Nachrichtenübermittlungen sind frei, aber auf ca. 10 Minuten pro Tag beschränkt. Je nach Qualität der Funkverbindung kann die Übertragung einer Seite in wenigen Sekunden erfolgen, ist aber auf Textnachrichten beschränkt . Die Nachrichten sind fehlerfrei. Bricht die Verbindung während der Übertragung ab, wird beim nächsten Kontakt mit der Station die Nachricht wiederholt. Ein besonderer Service sind kostenfrei Wetterfaxe für ein frei wählbares Gebiet mit Voraussagekarten

Im Gegensatz zu den Netzen der Funkamateure sind auch geschäftliche, kommerzielle Nachrichten erlaubt.

Ausführliche Informationen zu Sailmail, Software, Betriebsanleitungen, Lieferantennachweis findet man im Internet unter

http://www.sailmail.com

Hier noch einige weitere Informationen für Interessierte.

1. Rufzeichen
In meinem Fall habe ich mein deutsches Rufzeichen benutzt, das mir bei der Eintragung meines Schiffes ins Deutsche Seeregister zugeteilt wurde.. Die US FCC Behörde stellt meines Wissens Rufzeichen aus ,für SSB und FM, auch an nicht US Schiffe, auf Antrag, gegen eine Gebühr.(ohne Funk- Prüfung) Der Antrag ist über das Internet machbar.

2. Modem
Ich benutze das SCS PTC-II von der SCS GmbH in Hanau.
Homepage mit vielen Infos, Bestellmöglichkeit, Preise, Handbücher, Zusatzgeräte: http://www.scs-ptc.com Das Modem ist nicht nur gut für Sailmail, es ist auch ein gutes Modem für Wetterfax und Navtex.

Die erforderliche Software für Wetterfax und Navtex liegt dem Gerät bei, plus viele hundert Seiten Anleitungen. Die Anleitungen sind zum Teil für nicht Funkamateure schwer verständlich, der Teil für Wetterfax und Navtex ist allerdings zu meistern.( Die Sailmailsoftware ist für das Modem voreingestellt) Ohne Grundkenntnisse des Englischen geht nichts, dann braucht man jemanden, der Soft und Hardware installiert.

3. Verbindung
Wie bei jeder Kurzwellenverbindung schwankt die Übertragung zwischen sehr gut und nicht möglich. Das verwendete pactor Verfahren,(von den Herstellern des Modems entwickelt), ist erstaunlich gut. So kann man selbst dann eine funktionierende Verbindung haben, wenn das Signal nicht mehr vom menschlichen Ohr vom Grundrauschen zu unterscheiden ist. Ein Hereinsprechen oder Hereinmorsen in die laufende Verbindung verringert die Übertragungsgeschwindigkeit nicht spürbar.

4. Abhörsicherheit
 Ich würde keine Kreditkartennummer durchgeben oder ähnliche vertrauliche Informationen.

5. SSB Radio und Tuner
Das SSB Radio sollte mit einer Dataanschlussbuchse ausgerüstet sein. Man kann auch die Mikrofon und Lautsprecherbuchse benutzen, aber das ist viel umständlicher.

Wichtig ist eine PTT Buchse (PushToTalk), die zwischen Senden und Emfang in wenigen Millisekunden umschalten kann.
Mein Radio ist ein Yaesu FT-890. Wichtig ist noch ein guter Antennentuner, wobei man nicht einen ins Radio eingebauten Tuner wählen sollte sonderen einen externen Tuner. Dieser Tuner sollte unmittelbar an den Fuß der Antenne angebracht werden. Ideal auf Segelyachten ist als Antenne ein isolierter Achterstag. Mein Antennen-Tuner ist der "SGC Smarttuner" der auch in Deutschland lieferbar ist.

6. Anschluss und Einstellung
Löten von dünnen Kabeln an winzige Stecker sollte man können. Für den, dem die Begriffe RxD-, TxD- Gnd und PPT keine böhmischen Dörfer sind, ist der Anschluss leicht, die anderen sollten einen Funkamateur suchen oder einen, der seine Sailmailanlage selbst installiert hat. Wenn alles funktioniert muß noch die Amplitude des Ausgangssignals sorgfältig auf das verwendete Funkgerät angepasst werden.




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Letzte Änderung / Last change: Montag, 22. Dezember 2003