Ich fühle mich zwar nicht berufen, als Entdecker oder Verkünder neuer Produkte am Bootsmarkt aufzutreten, aber wenn tatsächlich ein neues und wie mir scheint wirklich erwähnenswertes auftaucht, sollte dies allen TO-Mitgliedern mitgeteilt werden.![]() |
Ich hatte durch einen unfallbedingten zweijährigen Aufenthalt in Monastir, Tunesien die Möglichkeit, der Entwicklung eines neuen Ankers zuzusehen. Ein in der Marina Monastir lebender Franzose hatte die Idee einer völlig neuen Ankerform. Unglaublich, bei diesem Anker ist die enorme Haltekraft, die der herkömmlichen am Markt erhältlichen um ein mehrfaches überlegen ist. Seine Eingrabeeigenschaft ist selbst bei Seegras verblüffend. Er bricht auch bei krassen Zugrichtungsänderungen, wie in den Testreihen mit einem Bulldozer durchgeführt, nicht aus. Versuche, die in der Praxis mit dem Boot nicht nachzuvollziehen sind, aber uns Segler in Ankerbuchten viel ruhiger schlafen lassen. Bei einem dieser Haltekrafttests hat ein nur 3 kg! schwerer Minianker ein 12mm Tau mit einer Bruchlast von 1200 kg siebenmal glatt abgerissen. Seine Haltekraftgrenze lag dann bei fast 1500 kg, da verbog sich der Schaft, denn dieser war aus nur 8mm starkem Stahlblech ausgeschnitten. |
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Bei den in den Verkauf gelangenden Modellen wird der Schaft aufwendig zu einem Profil geschweißt, dessen Querschnitt ein Trapez bildet, wodurch diese unglaubliche Festigkeit erreicht wird. Dieser Anker wurde bei Aerospace in Frankreich, sowie von der Ingenieurschule für Technik in Monastir, getestet und erwies sich in allen Testreihen, sieben seit Jahren am Markt erhältlichen, namhaften Markenankern mehrfach überlegen, dem Bügelanker z.B. um das Doppelte, immer bezogen auf die gleiche Oberfläche, aber nur halbem! Gewicht. Erwähnen möchte ich auch, daß durch die Halbierung des Ankergewichtes, eine im wahrsten Sinne des Wortes, sehr wesentlich spürbare Erleichterung im Umgang mit dem Anker auftritt, ein Umstand, dem unsere Bandscheiben wirklich dankbar sein werden, speziell bei Seglern älteren Jahrgangs, zu denen auch ich gehöre. Ich führe nun diesen Spade-Anker, mit einem Gewicht von 18 kg auf meinem 13,70 m langen und über 16t schwerem Boot seit Mai 97. Ich hatte einige Gewitter mit überaus heftigen Sturmböen vor Anker liegend zu überstehen und niemals driftete mein Schiff auch nur einen Meter. U.a. in der Bucht von Fornells, Menorca, wo zahlreiche Boote dem Sturm nicht standhielten und abtrieben.
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Im übrigen hat sich bei diesem schweren Gewitter unser TO-Freund Harry Hofmann von der „Blue Bird" mehr als kameradschaftlich erwiesen, denn er bewahrte mit seinem selbstlosen Einsatz vier alleingelassene Schiffe vor dem Stranden, darunter auch eines mit TO-Stander aus Köln, obwohl er mit seinem eigenen Boot genug Probleme hatte. Leider bewies ein auf sein Boot zurückgekommener englischer Segler seinen Dank sofort mit der Kontrolle seines Schiffes, ob wir ihm bei unserer Rettungsaktion auch nichts entwendet hatten.![]() Der Spade-Anker wurde in Europa und USA zum Patent angemeldet. Er ist zerlegbar und dadurch leicht zu verstauen. Nachfolgend die Adresse des Erfinders und Herstellers dieses Ankers: Alain Poiraud, die Firma SPADE, Societe de Production d'Accastillage & Divers Equipements S.A., B.P.88 - Z.l. Route de Khniss, TUN-5000 Monastir/Tunesien, Fax 00216 3 447910, WEB http://mars.rever.fr/spade E-mail: ancre@aol.com |