Der Artikel über Flüssiggasanlagen veranlaßt mich allerdings
zu dem folgenden Leserbrief
Klaus Jancke, Segelyacht "ANNA" / Email: KlausJancke@aol.com |
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" Den Artikel über Flüssiggasanlagen in Heft 93 habe ich mit Erstaunen, ja
mit einer gewissen Fassungslosigkeit gelesen. Die dort erwähnten neuen Regeln
erscheinen mir äußerst kompliziert und aufwendig. Es gibt DIN-Normen, CE- Normen, ISO-Normen, Prüfplaketten, Handbücher für Schiffsführer, Flammenüberwachungseinrichtungen, Zündsicherungen, Erstprüfungen, Brennproben usw. usw. Alles, um den Betrieb von Flüssiggasanlagen sicherer zu machen und noch umfassender zu ermöglichen. Aber wozu das Ganze ? frage ich mich als langjähriger Nutzer von modernen Petroleumanlagen an Bord. Seit 5 Jahren fahre ich mit einer Taylor-Heizung und einem Taylor-Herd plus Backofen zur See. Dienstlich im Umweltschutz für die EU, jedes Jahr 4 bis 5 Monate. Wir kochen und heizen mit Petroleum und alle zwei Tage backe ich ein Brot im Backofen. Ich kaufe ein Mal im Jahr 20 Liter völlig geruchfreies Petroleum. Es reicht für den gesamten Jahreseinsatz und kostet in Frankreich in jedem Supermarkt DM 30, wohlgemerkt für die gesamte Menge von 20 Litern. Es müssen keine Gasflaschen gewechselt werden, es gibt keinen Ärger mit unterschiedlichen Kupplungen, keine Gassensoren, keine Beachtung von umfangreichen Sicherheitsbestimmungen - und,was das Beste ist, ich gehe unbesorgt an Land und frage mich nicht argwöhnisch: haben wir auch den Hebel in der Kombüse umgelegt, ist das Ventil an der Flasche zu usw. usw. Der Herd ist so wichtig oder unwichtig wie der Kleiderspind, er bedarf keiner besonderen Obhut. Noch nie habe ich in 5 Jahren einen Brenner gewechselt, noch nie hat irgendetwas nicht funktioniert und noch nie - zugegeben - habe ich in diesem Bereich irgendeine Wartungsarbeit durchgeführt. Dreißig Mark für 5 Monate sicheres und problemloses heizen, kochen und backen. Wie man sich als Fahrtensegler eine Gasanlage kaufen kann, bleibt mir immer ein Rätsel. Einen Vorteil will ich allerdings nicht bestreiten: Die Besitzer von Gasanlagen sehen erheblich mehr von Land und Leuten. Bei der häufigen Suche nach Möglichkeiten zum Flaschentausch, bei der Lösung von Problemen mit unterschiedlichen Anschlußkupplungen im Ausland u.Ä. ergeben sich zuweilen durchaus interessante Kontakte und sicher lernt man viele fremde Ortschaften sehr viel intensiver kennen als der kontaktarme Petroleumnutzer. |
