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Wassermacher (Entsalzungsanlage) selbstgebaut.
Noch ein Artikel left.gif 40x15 zum Thema

von Horst und Evamaria Bressel, SY. Nele z. Zt. Curacao NA
E-Mail: horstnele@aol.com


Pro und Kontra eines Wassermachers

horst-nele.jpg 330x282 Wassermacher, nein danke!
Wir waren immer der Meinung wir brauchen keinen Wassermacher denn wir haben ja schließlich 1700 ltr. Wasser in zwei Tanks an Bord. Aber auch 1700 l werden letztendlich alle und da hieß es immer Wasser sparen, speziell wenn wir auf einsamen Inseln waren, auch ist die Wasserbeschaffung nicht immer einfach da wir selten in Marinas sind und alles heranschleppen oder wenn möglich liefern lassen müssen, ganz zu schweigen von der Wasserqualität in manchen Gegenden.

Eine andere Überlegungen.
Wir haben ein Stahlschiff, wie schön wäre es da, nach einem Törn das ganze Deck mit Süßwasser abzustrahlen? Morgens oder nach dem Schwimmen mit Süßwasser zu duschen? Wäre das mit einem Wassermacher möglich? Wie viel Wasser macht so eine Anlage? Was kostet Sie? Jetzt hieß es Literatur und Internet zu durchforsten und mit Leuten zu sprechen die schon Erfahrung auf dem Gebiet haben.

Nachdem wir jede Menge Recherchen angestellt, unendlich viele Anfragen bei allerlei Firmen gemacht, Preise eingeholt und erfragt hatten, stand der Entschluss für uns fest:

Ein Wassermacher kommt an Bord.
Nicht einer von den teuren Modellen die irgend einen Namen des sogenannten Herstellers tragen, sondern ein Eigenbau aus qualitativ hochwertigen Teilen wie sie von der Industrie auch verwendet werden und die relativ einfach zu beschaffen sind ohne elektronische Steuerung, die auf vielen Yachten zu Problemen geführt hat und kaum selbst zu reparieren ist. Auch genug Wasser sollte er machen, denn unseren Generator wollen wir nach Möglichkeit nur alle zwei bis drei Tage laufen lassen. Da kam für uns nur eine mit 230V angetriebene Pumpe in Frage, denn die 12V Anlagen bringen für uns nicht genug Wasser und haben einen sehr hohen Stromverbrauch. Somit stand fest die Anlage muss so einfach und preiswert wie möglich sein und darf nicht zu viel Platz einnehmen.

An dieser Stelle will ich vorweg informieren
Unser Wassermacher, besteht aus zwei Vorfiltern, einer Edelstahl Hochdruck Pumpe mit angeflanschtem 230V Elektromotor, zwei 40 Zoll Membranen, zwei Druck Manometern, Durchflussmesser, Booster Pumpe 230V, Druckregulierventil, Umschalthahn für Tank und Außenbords und diversen Anschlussteilen aus Edelstahl und aus PVC sowie div. Schläuchen und Hochdruck Schläuchen. Er macht 140 l gutes Trinkwasser pro Stunde und das zu einem Preis von unter 3500.- € für alle Teile, allerdings die Zeit für den Einbau nicht gerechnet, da ich das selbst machen wollte.

Wassermacher sind teuer und sehr reparaturanfällig!
Dem ist nicht mehr so denn erstens sind die vormals teuren Membranen heute viel erschwinglicher geworden und zweitens muss man Teile wie Pumpen und Antriebsmotoren so auswählen das sie robust in hoher Stückzahl gebaut und überall zu bekommen sind. Die Entsalzungsanlagen, die man als Bootszubehör für viel Geld kaufen kann, machen unterwegs u.U. nicht viel Freude und sind einer der Gründe warum wir erst jetzt einen Wassermacher installiert haben.

Eine der wichtigsten Überlegungen ist:
Wohin mit dem ganzen Zeug? Hier ist es an jedem Einzelnen wie gut er sich den Einbau überlegt. Ich habe zum Beispiel alle Masse genommen und alles mögliche im Boot ausprobiert, bis ich die richtigen Stellen für die einzelnen Komponenten gefunden habe. Ich bin ein bisschen Stolz darauf das unsere Entsalzungsanlage kaum Platz wegnimmt und nirgendwo störend zu sehen ist. Auch den Geräuschpegel habe ich auf ein Minimum reduziert. Das große Plus ist letztendlich das wir einen der beiden 850 l Wassertanks leer lassen können und mittlerweile als zusätzlichen Stauraum nutzen.

Zum Schluss noch ein paar technische Einzelheiten.
Wir haben einen kleinen Diesel-Generator mit 3500 Watt Dauerleistung an Bord, der während dem Wassermachen gleichzeitig die Batterien auflädt, der Elektromotor hat 1,75 PS (Die Amerikaner rechnen noch immer in PS) das ist schätzungsweise um die 1400 Watt, wobei der Anlaufstrom sicher das 10fache ist aber der Motor läuft ohne Leistung an, da der Druck von ca. 55-60 Bar erst nach dem Anlaufen eingestellt wird. Die Boosterpumpe war nicht unbedingt nötig da unser System komplett unter der Wasserlinie eingebaut ist, stellt jedoch sicher das die Hochdruckpumpe immer genug Wasser bekommt und die Vorfilter länger halten. Wir lassen den Wassermacher ca. alle 2 Tage für eine Stunde laufen, das genügt um unseren Verbrauch inklusive der häufig gebrauchten Waschmaschine zu decken.

Wir sind sehr froh diese Investition gemacht zu haben, der Komfort an Bord ist dadurch erheblich gesteigert worden.

Noch Fragen zum Eigenbau eines Wassermachers hier unsere E-Mail Adresse:
horstnele@aol.com

Wir sind mit unserer Segelyacht Nele seit 9 Jahren (mit Unterbrechung) in der Karibik unterwegs und nicht immer direkt zu erreichen, also bitte Geduld falls die Antwort auf sich warten lässt.

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Letzte Änderung / Last change: Freitag, 10. August 2007