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Erfahrungen mit unserem Wassermacher nach über einem Jahr und ca. 29000 Litern hergestellten Trinkwassers Noch ein Artikel von Horst und Eva Bressel von der SY Nele
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Unser Wassermacher ist nun seit über einem Jahr installiert, arbeitet absolut problemlos und hat unser Bordleben erheblich zum Positiven verändert. Als wir uns letztes Jahr dazu entschlossen eine Entsalzungsanlage zu installieren wußte ich bereits, daß ich eine Anlage haben wollte die nicht nur unseren Trinkwasserbedarf sondern den gesamten Wasserverbrauch an Bord decken sollte. Wir wollten in erster Linie unabhängig von der Landversorgung sein und die Möglichkeit haben das Boot nach einem Törn runterzuwaschen. Es ergaben sich aber noch ganz andere Vorteile mit denen wir gar nicht gerechnet hatten, z. B. mußte früher vor dem Lossegeln zuerst alle Wäsche gewaschen werden und dann wurden die Tanks (2 x 850 lt.) bis zum Rand gefüllt um möglichst lange mit dem vorhandenen Wasser aus zu kommen. Wasser sparen war immer unser oberstes Gebot. Jetzt können wir jederzeit losfahren, dabei ist ein Tank leer (er dient jetzt als Stauraum) und der andere ca. halbvoll wird nach Bedarf nachgefüllt (ca. alle 2 Tage) Wäsche wird unterwegs gewaschen und unsere Wasserlinie ist um einiges höher als vorher. Früher sind wir ca. alle 3-4 Monate in eine Marina gegangen um das Boot richtig mit fließendem Wasser zu reinigen, auch das ist nicht mehr unbedingt nötig. Ich habe an der Deckswaschanlage einen 3 Wege Hahn installiert, ich kann also von Seewasser auf Frischwasser aus der Druckwasserversorgung umschalten und mit unserem kleinen Kärcher oder einem Schlauch ist das Reinigen sehr einfach. In Gesprächen mit anderen Seglern erfahre ich immer wieder, daß Sie Ihre Entsalzungsanlagen zu klein gewählt haben und jetzt über hohen Stromverbrauch, Reparaturen und wenig Leistung klagen. Ich bin erstaunt, daß sich so viele Leute von der Werbung täuschen lassen und auf das Argument des niedrigen Stromverbrauchs hereinfallen. Nach einigen Gesprächen mit Fachleuten und Segelkameraden bin ich der Meinung, daß die meissten 12V Anlagen eher ein Kompromiß sind, z.B. eine PUR Anlage mit einer Leistung von 5,7 lt. p. Std. soll nur 4 Ampere verbrauchen lt. Prospekt. Dazu eine kleine Rechenaufgabe: Der Tagesbedarf an Wasser für 2 Personen liegt nach unseren Erfahrungen bei ca. 70 lt., um diese Menge mit der PUR Anlage herzustellen muesste diese 12,8 St. ununterbrochen laufen und verbraucht dabei 51,2 Ahstd. Das heißt das in den meisten Fällen die Maschine zum wieder aufladen der Batterien herhalten muß. Die gleiche Menge Wasser machen wir in ca. einer halben Stunde und laden die Batterien zur selben Zeit. Das Gleiche gilt für größere 12V Anlagen die dann entsprechend mehr Ampere aufnehmen (bis zu 60-70 AH, laut Aussage von Segelkameraden), daß kann keine Batteriebank auf die Dauer leisten. Ich empfehle jedem der sich überlegt einen Wassermacher zu installieren, sich vorher die Erfahrungen anderer Segler zunutze zu machen. Sie werden feststellen, daß die Pospektangaben in den meisten Fällen, wie so oft, nicht mit der Realität übereinstimmen in Bezug auf Stromverbrauch und hergestellter Menge Wassers. Nimmt man nun den Preis einer dieser energiesparenden Anlagen und teilt ihn durch die Liter / Stunde hergestellten Wassers, so hat man einen guten Preisvergleich. In dem vorgenannten Beispiel der PUR 40 Anlage also Preis laut Katalog: 3199.-Euro geteilt durch 5,7 Lt. ergibt einen Anschaffungspreis von 561.22 Euro pro Liter Leistung. Die von mir installierte Anlage kostete mich ca. 3270.-Euro, sie macht 140 Lt. Trinkwasser p. Std. das wären dann 23.35 Euro Anschaffungspreis p. Liter Leistung. Der Preisunterschied ist gewaltig. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht, die Pur Anlage ist als Trinkwasserversorgung konzipiert und wird als solche nicht von mir in Zweifel gezogen. Sie können das obige Rechenbeispiel für alle anderen Anlagen als Preisvergleich anwenden. Das Herzstück eines jeden Wassermachers ist die Hochdruckpumpe. Hier ist das Beste gerade gut genug, ich habe mich bei meiner Anlage für eine CAT-Hochdruckpumpe aus 316 SS (Edelstahl), die für den gewerbsmäßigen Einsatz für Salzwasser konzipiert und auf Dauerlauf ausgelegt ist, entschieden. An dieser Stelle Dank all denjenigen Seglern und Fachleuten die meine endlosen Fragen ertragen und beantwortet haben und mir die Kaufentscheidung erleichterten. Wir betreiben unseren Wassermacher seit nunmehr über einem Jahr problemlos mit dem Dieselgenerator 3,5 KW 230V und laden die Batterien mit durchschnittlich 60 AH zur gleichen Zeit. Die Vorfilter werden nach Bedarf und Verschmutzung des Salzwassers gewechselt, ca. alle 1-2 Monate. Ich spüle die Membranen nach Gebrauch mit Frischwasser ca. 2-3 Min. durch, was der Lebensdauer der Membranen zugute kommt. Dazu muß ich einen kleinen Kugelhahn öffnen und das Einlassventil schliessen, das Frischwasser wird durch die Druckwasserversorgung eingespeist und ist selbst hergestelltes Wasser aus dem Tank. Auf keinen Fall sollte man Stadtwasser verwenden da es meistens gechlort ist und die Membranen zerstören würde. Nicht jedes Boot hat einen Generator aber wenn Platz vorhanden, kann der Diesel sehr gut als Antrieb dienen, auch der kleinste Diesel ist ausreichend, wie schon auf vielen Yachten der Fall. Der Wassermacher wird über eine elektrische Magnetkupplung mittels Keilriemen (ähnlich wie bei Kühlkompressoren) angetrieben und mittels eines Schalters zu und abgeschaltet. Nach meinem ersten Bericht über den Selbstbau eines Wassermachers kamen jede Menge Anfragen. Ich war überrascht, daß ich mit meinem Artikel so viel Interesse geweckt habe. Ich hoffe ich bin allen gerecht geworden und habe alle Mails beantwortet. Bei diesen Anfragen fiel mir auf daß einige meinten „so viel Wasser brauche ich nicht“ aber warum eines der extrem teuren Geräte installieren, die wenig Wasser produzieren, wenn man für weniger Geld eine für die Industrie konzipierte Anlage bekommen kann, die in der kleinsten Ausführung 82 Lt. Reines Trinkwasser pro Std. macht, robust und leicht zu bedienen, viel billiger ist und den gesamten Wasserverbrauch an Bord deckt. Der Einbauaufwand ist annähernd der gleiche. Noch Fragen zum Wassermacher? E-Mail senden. |
