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Mobiltelefone ermöglichen nicht nur die Kommunikation im Sendebereich eines GSM-Netzes sondern können auch Textnachrichten verschiedener Infodienste empfangen und am Display darstellen. Einzige technische Voraussetzung ist die Fähigkeit, SMS-Nachrichten zu empfangen (Short-Message-Service). Die Firma Novalis Fiedler in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) seit zwei Jahren ein ausgereiftes Messaging-System an, bei dem 36 Stunden-Prognosen für Nord- und Ostsee und das Mittelmeer abgerufen werden können. Bei Erstanmeldung erhält der Nutzer eine Zugangsberechtigung für den Wetterserver und eine Liste der verfügbaren Reviere (zum Beispiel Mittelmeer, Adria Nord, Adria Süd oder Ligurisches Meer, Nord- und Ostsee). Das Abrufen von Wetterberichten funktioniert folgendermaßen: Ist man registriert, sendet man im Bedarfsfall eine SMS-Nachricht mit der Revierkennung an den Wetterserver, der die gewünschten Infos umgehend, ebenfalls per SMS, retourniert. Auf Wunsch werden Meldungen einzelner Reviere auch automatisch zu bestimmten Terminen versandt. Das Lesen des Berichts erfordert etwas Übung, weil die Anzahl der am Handy darstellbaren Zeichen auf 160 beschränkt ist und die Vorhersagen (Wassertemperatur, Windrichtung und -stärke, Böen, Wellenhöhe, Wetterlage etc. dementsprechend stark gekürzt sind. Der Preis der Dienstleistung ist moderat: 100 Meldungen, die innerhalb eines Jahres abgefragt werden müssen, kosten 75 DM. Nach 12 Monaten verfallen die restlichen Meldungen und das Abonnement verlängert sich automatisch um ein Jahr, in dem wiederum 100 Meldungen abgerufen werden können. Die automatische Zusendung von Sturmwarnungen für Nord- und Ostsee (Mittelmeer noch nicht verfügbar) kostet 20 DM pro Monat zusätzlich. Neu auf dem Markt ist die deutsche Firma P&B, die ebenfalls vom Deutschen Wetterdienst Daten bezieht und per Handy anbietet. Die Prognosen werden alle 12 Stunden automatisch per SMS verschickt. Es handelt sich dabei um 72-Stunden-Vorhersagen des bei der Buchung bekanntgegebenen Reviers (zum Beispiel Adria Nord, Adria Süd, Ionisches Meer etc.) mit Angaben zu Windstärke und -richtung, Wellenhöhe und Wetterlage in Sechs-Stunden-Abschnitten. Von der Internetseite http://www.seewetterbericht.de kann online eine Buchung für einen bestimmten Zeitraum und das gewünschte Revier abgeschickt werden, wobei es möglich ist, bei Törns über mehrere Seegebiete eine präzise Aufstellung des geplanten Törnverlaufs anzugeben, um immer den entsprechenden Bericht für das jeweilige Revier automatisch zu erhalten. Gegebenenfalls können auch Seewetterberichte nicht in der Buchung angegebener Reviere beliebig oft und ohne Aufpreis abgefragt werden. Im Gegensatz zur Firma Novalis bietet P&B Zwei-Wochen-Pakete für 49 DM an, wobei jede weitere angefangene Woche mit 15 DM verrechnet wird - ideal für den Urlaubstörn. Ein großer Vorteil dieser Handy-Nachrichtendienste ist die Überschaubarkeit der Kosten: Während beim Abrufen von Infos per Laptop und Handy aus dem Internet hohe Aktivgebühren bezahlt werden müssen, fallen beim Empfang von SMS-Nachrichten normalerweise auch im Ausland keine Kosten an. Résumé Internet und Handy stellen die modernsten Formen der elektronischen Beschaffung von Wetterberichten dar und sind für jeden erschwinglich. Im Vergleich zu Navtex, Wetterfax oder UKW schneiden jedoch sowohl Internet als auch GSM-Telefon nicht besonders gut ab. Einerseits schränken die begrenzten Reichweiten (Küstenbereich bis zu acht Meilen) der GSM-Sender die Einsatzmöglichkeiten von Handy (oder Internet per Laptop) an Bord stark ein, andererseits ist das Wetterangebot im Internet meist zu oberflächlich oder zu großräumig abrufbar. Das tägliche Abhören des lokalen UKW-Seewetterberichtes bleibt dem Schiffer daher kaum erspart. Mit der rasanten Entwicklung der neuen Medien wird sich aber vermutlich auch im Bereich Wetter noch einiges tun. |