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Mc Gregor / UNI Neuseeland/ Isobarenkarten
per Email auf´s Schiff

Christine und Bernd von der Fan Chuan /
Email: fan_chuan@yahoo.com

Seit 2 Wochen beobachten wir auf Aitutaki das Wettergeschehen. Taeglich 2 mal ziehen wir Wetterkarten aus Honolulu. Sehr gut geht bei uns die Frequenz 16.133,1 kHz. Um UTC 18:05 wird die Surface Analyse und um 18:30h wird das Satelittenbild vom Pazifik gesendet.

Die gleichen Karten werden auch um 00:30h, 06:30h und um 12:30H, bzw. um 00:45h, 06:45h und um 12:45h gesendet. Von einer Universitaet in Wellington, New Zealand ist ein kostenloser Wetterservice fuer Segler im suedlichen Pazifik verfuegbar. Mc Gregor von der UNI hat einen automatischen Service zum Senden von Isobarenkarten per Email direkt auf´s Schiff realisiert.

Über die Internetadresse: http://www.geo.vuw.ac.nz/meteorology/fleetcode/fleetcode-v2.0.html
kann dieser Service angefordert werden. Man kann sich kostenlos taeglich Isobarenkarten per Email an Bord schicken lassen. Es wird das Gebiet zwischen Süd 0° bis Süd 40° und Ost 150° bis West 120° abgedeckt. Verfuegbar sind taeglich 2 mal die aktuellen Isobaren, ferner gibt es taeglich einen 24, 48 und 72 Std. Forecast.

Unter der o.g. Internetadresse kann man eintragen welche Isobarenkarten man wie oft und wie lange zugeschickt haben moechte. Diese Karten werden dann im Zahlencode an die eigene Emailadresse an Bord gesendet. Jede Karte ist zwischen 2 und 2,5 kByte gross und bei Airmail, bzw. Sailmail werden diese Files mit ca. 50 % komprimiert, so dass man pro Karte mit einem Datenfluss von 1 - 1,3 kByte rechnen muss. Zur Generierung der Isobarenkarten benoetigt man ein kleines Program (WIAC - International Analysis Code for Windows). Dieses Programm steht ebenfalls unter der o.g. Internatadresse kostenlos zum download zur Verfuegung.

Man kann das Wettergeschehen allerdings nur ruhig und gelassen beobachten, wenn man in dem kleinen Hafen, mit Platz fuer hoechstens 4 kleinen Schiffen, vor Anker liegt. Maximaler Tiefgang, 1.60 Meter . Es gibt zwar eine Ankermoeglichkeit vor dem Pass am Riff, aber die ist total ungeschuetzt und sehr rollig. Eine deutsche Yacht musste nach 1 Woche ungemuetlichster Ankerzeit, ihren 50 kg Buegelanker in den Korallen lassen und hatte bei ploetzlich auflandigem Wind groesste Probleme ueberhaupt wieder frei zu kommen und dabei den Anker verloren. Wenn allerdings der schmale Pass mit zum Teil 6 Knoten Stroemung gemeistert ist bietet Aitutaki dem gestressten Skipper und seiner Crew Erholung bei Suedsee Klaengen und Feuertaenzen.

Obwohl Einklarieren schon nach neuseelaendischen Massstaeben erfolgt, das heisst, es darf kein Fleisch, Obst und Gemuese eingefuehrt werden, ist die ganze Prozedur recht easy going. Der Gesundheits- und der Agrarbeamte kommen an Bord vor man das Land betreten darf, so steht es in unseren schlauen Buechern.

Wir kamen aber wie gesagt am Samstag an und ueber das Wochenende sind die Bueros geschlossen, also kam auch niemand. Wir setzten ordnungsgemaess unsere gelbe Flagge, konnten aber der Versuchung nicht widerstehen, noch am gleichen Abend auf einen Besuch ins Blue Nan zu gehen. Die Verlockung war zu gross, nicht selbst in der Pantry zu stehen. Ein ausgezeichnetes polynesisches Buffet mit den besten Tanzgruppen aus ganz Polynesien, wie es in unserem Reisefuehrer standt, gab es direkt vor unserer Haustuer. Es war zu einfach, schnell ins Dingi zu huepfen um nach 7 Tagen Seefahrt (Bora Bora- Aitutaki) an einem original polynesischen Buffet teilzunehmen. Wir fanden die Atmosphaere so gut, dass wir, nach der Einklarierungszeremonie sogar noch 4 mal eine sogenannte "Inselnacht " mit hueftschwingenden Inselschoenheiten und knackigen Maennern die mit feurigen Fackeln tanzen besuchten. Eine unvergessliche Inselnacht mit Buffet und Folkloretaenzen kostet nur 20 Mark, welch ein Unterschied zu Tahiti, oder Bora Bora, da bekommt man gerade mal einen Drink! Es gibt auch Fahrraeder, kleine Mopeds und Autos zu vernueftigen Preisen zu leihen. Ein Fahrrad kostet 5- und ein kleines Motorraedchen 20 Mark fuer 24 Stunden.

Aitutaki, scheint ein Geheimtipp in der Suedsee zu sein. Wunderschoene tuerkisblaue Lagune, mit Sandstraenden wie man sich das im November in Deutschland vorstellt. Allerdings scheint das vorgelagerte Riff, mit Pass direkt um Arutanga ein ernstes Problem zu haben. Das Wasser im Hafenbecken ist sehr schmutzig und immer trueb. Es ist besser den Wassermacher nicht laufen zu lassen. Wir hatten ihn nur 2 Tage lang in Betrieb, vor wir ihn stilllegten. Trotzdem war er bei erneuter Inbetriebnahme total verstopft. Erst nach merhmaligem Spuelen, mit dem Metallreiniger war er wieder bereit seine gewohnte Arbeit aufzunehmen.

Das Wettergeschehen ist schon sehr Tiefdruck ueberladen, wechselnde Winde bis zu Westwind. Vom Passat Wind ist nichts, oder hoechstens ein Hauch von einer Spur zu erahnen.

Unser Kurs sollte weiter nach Samoa gehen, da wir von unseren Seglerfreunden vom letzten Jahr noch im Ohr hatten, dass ihnen auf Tonga von soviel Regen sicher bald Flossen wachsen werden. Es ist zwar schoen wenn die Tanks immer schoen voll sind mit Frischwasser, aber wenn sie ueberlaufen macht das auch keinen Spass mehr.

Wir beschlossen also nach Western Samo zu gehen, da ueber amerikanisch Samo ein hartnaekiges Geruecht im Umlauf war. Alle deutschen Segler, die wir trafen, erzaehlten uns, das sie gehoert haetten, das man in amerikanisch Samo 175 US $ pro Person nur fuer ein Visa bezahlen muesste und das war uns dann auch entschieden zu teuer, weswegen wir unseren Kurs dann eben auf West Samoa legten.

6 Tage schaukelten, segelten, motorten wir mit wechselnden Winden und Squalls von 30 KTS, als wir uns dann doch noch kurzfristig fuer Amerikanisch Samoa entschieden.

Wir kamen an einem Montag nach 7 Tagen an, allerdings war hier ein Feiertag "Flaggentag" und da wir keine Lust auf overtime bezahlen hatten fragten wir nur den Hafenkapitaen, ob wir im Hafen bei den Segelschiffen, ankern dureften. Er gab uns sein o.k. dafuer und wir schliefen uns erst einmal eine Nacht aus, ohne alle 4 Stunden auf Wache zu gehen und vergassen fuer diese Zeit die hohen Gebuehren. Zu diesem Geruecht koennen wir jetzt, nach dem wir am naechsten Tag einklariert haben, mit Sicherheit sagen, dass es eine Luege ist. Wir bezahlen 25US $ fuers Ein- und 25US $ fuers Ausklarieren. Der Ankerplatz kostet an einer Boje, im Monat fuer unser Schiff mit 40 feet, US $ 15.00.

Alle Behoerden waren sehr erstaunt ueber unsere Frage nach den 175US $ pro Person, die wir fuer ein Visa bezahlen sollten. Ein amerikanischer Segler erzaehlte uns bei unserer Ankunft und er weiss es vielleicht, da er schon seit 2 Jahren hier an einer Boje liegt. Ein Franzose, mit aeusserst herablassendem Gehabe, veraergerte den Hafenmeister so sehr, dass ihm dieser eine hohe Geldstrafe aufbrummte und daher kommt vielleicht diese horrende Summe von 175US $ pro Person auf dem Schiff, zustande. Ein Geruecht entsteht leicht und haelt sich dafuer um so hartnaeckiger, wie man an dieser Geschichte sehen kann.

Wir sind sehr froh, amerikanisch Samoa trotz aller Geruechte angelaufen zu haben. Die Menschen sind sehr freundlich. Der Hafen ist nicht soo schlimm wie er ueberall geschildert wird. Fuer einen kurzen Stopp ist es auf jeden Fall zu empfehlen, besonders wenn man sich nach den Flautentagen der Ueberfahrt wieder mit Diesel versorgen moechte. Der Liter Diesel kostet:1.12US$ fuer 1 Gallone (3.78 ltr.)

Es gibt auch einen ganz besonderen Internet Service. Man kauft sich einen Mitgliedsausweis in der Leihbuecherei fuer 25 Mark, die man komplett wieder bekommt, wenn man das Land wieder verlaesst. Im Klartext kostet das Internt also nichts, es wird von den Amerikanern gesponsert. Wir kauften uns gleich jeder einen Ausweis, so hatten wir 1 Std. taeglich freien Internet Zugang. Auf Bora Bora kostet eine Stunde Internet 40 Mark, das nur als kleiner Kontrast.

Wir werden uns diese Woche noch gut ausruesten, in Western Samoa decken wir uns nexte Woche noch mit frischem Gemuese und Obst ein und wollen dann im August zu den "fire walks" der Hindus auf Fidschi in Suva sein.

Herzliche Grüße an all unsere Freunde
Christine und Bernd von der Fan Chuan



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Letzte Änderung / Last change: Samstag, 09. Juli 2011