Wetter an Bord

von Udo Wyklicky

Wetter für Skipper und Navigatoren auf Yachten und Schiffen ist ein unerschöpfliches Thema. Bei so vielen Technischen Geräten um Wetterinformation an Bord zu bekommen verliert man gern den Überblick.

Ich bin Profi-Skipper und Fernmeldemeister – aber kein Meteorologe!

Die auf SEA Nav CD behandelten Themen sind also mehr als Leitfaden für den Empfang von Wetterinformation – als für das Wetter selbst.

Das Wetter können wir ja leider nicht ändern.

Am Gesamtthema Wetterempfang aber schon etwas.

Der erste und wichtigste Wetter-"input" sind unsere Augen.

Mit etwas Erfahrung können sie Gefahrensituationen am Wolkenbild und evtl. mit einem Blick auf Thermometer und Barograph entnehmen. Um nicht stündlich den Luftdruckwert ins Logbuch eintragen zu müssen (ganz ehrlich – das wird gern vergessen) hilft statt einem Schiffigen Barometer in Messing ein Barograph der mit Klett in der Navigation befestigt ist und kaum 50 € kostet. Er sollte aber eine gut skalierte Balkenstruktur für die letzten 6 Stunden in 1 Stunden Intervallen haben.

Der örtliche Wind ist oft kein guter Ratgeber – in einer Marina, dem Hafenbecken oder der Ankerbucht herrschen abgedeckte, verwirbelte und abgeschwächte Windsituationen. Der oft thermische Landeffekt lässt keinen Rückschluss auf die Wetter- und Windsituation auf See zu.

Hier hilft manchmal der lokale Wetterbericht via Radio und VHF.

Manchmal – weil auch hier die Meteorologen genau für unseren Törnabschnitt wieder irren. Zu viele Einflüsse der Geologischen Gegebenheiten erschweren die genaue Vorhersage – ein Höhenrücken, Thermische Abstrahlung, Land- und Seewindeinflüsse und Tageszeit.

Behandeln sie also die Wettersituation mit Respekt – ihr Schiff und die Crew danken dafür.

Wetterinformationen die sie aber nur unzureichend interpretieren können sind auch keine Hilfe und zu allem Überfluss muss die Technik dafür ja nicht teurer sein als die Yacht.

Nach meiner Erfahrung sind die zuverlässigsten Wettervoraussagen die Lokalen Wetterstationen. Sollten wir diese nicht verstehen – wer spricht schon Portugiesisch oder Koratisch, hofft auf eine zumindest Englische Übersetzung. Dazu benötigen wir nur ein VHF Gerät oder einen UKW Radioempfänger mit den Sendezeiten und Frequenzen.

Diese finden sie in den aktuellen Hafenhandbüchern, dem „Schwarzen Brett" des Hafenmeisters / der Marina – und wenn wir dort keinen Erfolg haben – Wetter ist ein unverfängliches Thema zu unserem Liegplatznachbarn. Vielleicht kennt der die Frequenz und Sendezeit.

Müssen oder wollen sie davon unabhängig sein holen sie sich das Wetter per SMS auf ihr Handy Display. Hier 2 mögliche Deutsche Serviceunternehmen die Wetter per SMS für die populärsten Seegebiete zur Verfügung stellen.

http://www.wetterwelt.de/

http://www.wetteronline.de/segel_euro.htm

Diese Wetterinformation wird auf Wunsch automatisch zugestellt.

Voraussetzung sind ein Mobiltelefon das (für das Ausland) ein SMS Roaming zulässt und natürlich – Empfang.

Wie sie Roamingkosten sparen können steht hier: http://www.globalsim.net/DE/index.php?p=4

Soll also der Törn aus den Empfangsbereichen der Mobil-Netze hinausgehen, wählen wir eine andere Alternative.

Das Internet. Viele Häfen und Marinas bieten einen teilweise drahtlosen (WLan) Internetsevice an. Sonst finden sie ein paar Schritte weiter ein Internetcafe.

Speichern sie hier eine der folgenden Wettervorhersagen auf eine Speicherkarte (Floppy, Memorystick, Speicherkarte…) mit einem Klick auf

links oben file > save page… (complete). An Bord können sie nun in Ruhe das Wetter mit dem wahren Wettergeschehen abgleichen, interpretieren oder in die Törngestaltung einfließen lassen.

 

 

…mit die besten Websites für Seewetter sind:

 

Ähnlich komprimiert wie die Wetterdaten per SMS, sollten diese Daten ins Logbuch eingetragen werden.

Über das Internet können wir aber noch einen anderen kostenlosen Service für uns Segler abrufen. Die Wind GRIB-Dateien. Eine detaillierte Hilfestellung in Deutsch ist auf der CD unter:

..\wetter\GRIB. Hier wird die Seewetterwindsituation bis zu 3 Tage im Voraus berechnet (weltweit) und ihnen als E-Mail geschickt (kostenlos).

Installieren sie die Freeware Software WindPlot der CD ..\Wetter\Grib.. und lesen sie die beiden Hilfestellungen. http://www.xaxero.com/gribplot.htm

Da sie bis zu 4 Windkalkulationen pro Tag bereitstellt, kann durch Anklicken des + Symbols im WindPlot eine Simulation erzeugt werden und erklärt evtl. Wetterbarographenkarten oder Satellitenbilder.

Der komfortabelste Weg Wetter auf ein Schiff zu bringen ist ein Anruf per Satellitentelefon verbunden mit einem Datadownload auf ihren Rechner. Hier bieten sich die Motorola Satellitentelefone an. Mit einem preypaid Vertrag können sie ab ca. 99 Cent U$ telefonieren oder Daten via Inmarsat senden/empfangen. Dies ist also oft sogar günstiger als ein teures Roaming per Handy. Weitere Infos über Telefone und das Netz auf der CD unter ..\Wetter\iridium.pdf.

Da aber nicht alle Jachten mit solch einem Gerät ausgestattet sind gibt es die Alternative diese Daten per Funk zu empfangen. Leider sprechen wir dabei über Steinzeit – Funkwellen sind nicht geschaffen für einen unkomplizierten Empfang auf Seeschiffen. Abhängig vom Fahrgebiet klappt es manchmal mit einem einfachen SSB Weltempfänger und manchmal hilft selbst eine teuere Funkanlage nicht, die nur zu bestimmten Sendezeiten abgestrahlten Wetterinfos für ihr Seegebiet zu empfangen.

 

In der how2do Anleitung im Verzeichnis Wetter finden sie den ersten Einstieg in diese Technik und welche Ausrüstung sie dazu benötigen. Viele Softwareteile sollen uns dies erleichtern. Der Einstieg mit der JVComm Software dürfte der einfachste Weg sein. Auf der SEA NavCD finden sie den schnellsten Einstieg dazu unter ..Wetter\wetter_how2do.pdf.

Aktualisieren sie rechtzeitig vor dem Törn die Frequenzen und Sendezeiten.

Mit etwas Übung (und Gehör) sind der Empfang von Wetterdaten, vor allem auf See eingeschränkt möglich.


Eine weitere Option, da bereits vormontiert ist hier beschrieben:

http://www.skymatewireless.com/default.asp

Leider hilft aber der beste Wetterbericht (den ich ihnen eigentlich wünsche) nicht, wenn sie wirklich von A nach B wollen

da er uns kräftig auf dem geplanten Kurs anbläst

zuwenig oder gar kein Wind ist

nicht mit dem Wetterbericht übereinstimmt.

Hier hilft nur etwas Geduld und Zeit (aber wer hat die schon im Urlaub) – was sie aber heute entgegenbolzen kann in 3 Tagen ein Traumtörn sein.

Fair winds

Skipper UDO

skipper.udo@gmx.net

www.skipper-udo.de

 

 



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Letzte Änderung / Last change: Samstag, 09. Juli 2011